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12. Januar 2012

Energiewende in Deutschland

Vortrag aus der Veranstaltungsreihe „Mutbürger für Energiewende!“
gefördert durch IKEA-Stiftung, Selbach-Umwelt-Stiftung, Manfred-Wierichs-Stiftung
in Kooperation mit Landeshauptstadt München, Referat für Gesundheit und Umwelt

Donnerstag 19. Januar 2012, 19:00 Uhr, Großer Sitzungssaal, Neues Rathaus, Marienplatz 1, 80331 München

Referenten:

  • Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Mauch, Geschäftsführer der Forschungsstelle für Energiewirtschaft (FfE)
    „Energiewende in Deutschland – unter besonderer Berücksichtigung der bayerischen Stromversorgung“
  • Richard Mergner, Landesbeauftragter des Bund Naturschutz in Bayern e.V. (BN)
    „Atomausstieg ist noch keine Energiewende!“

Was bedeutet es für Wärme- und Stromversorgung, wenn Atomkraftwerke abgeschaltet und die Energieversorgung auf Erneuerbare Energien umgestaltet wird? Mit Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Mauch und Richard Mergner standen uns zwei hochrangige Redner zur Verfügung: Aus der privaten Energiewirtschaft erfuhren wir, was die Umstellung der Energie in Deutschland bedeutet. Danach wies ein Vertreter eines anerkannten Umweltverbandes in aller Deutlichkeit darauf hin, dass „Energiewende“ weit mehr ist als das Abschalten von AKWs. Anschließend wollten wir die Kernpunkte künftiger Notwendigkeiten diskutieren, ohne die die Energiewende nicht gelingen kann.

Deutliche Schwerpunktunterschiede gab es allerdings festzustellen in den zwei Referaten des Abends: Für die Energiewende, insbesondere die Stromversorgung in Bayern, sind erhebliche Eingriffe in die bestehende Energie-Infrastruktur erforderlich, die Energiezukunft ist unsicher, sagt der eine; Energiewende ist weit mehr als (der zu späte) Atomausstieg: Stromeinsparung und Energieeffizienz ersparen belastende Infrastruktur-Eingriffe in die Umwelt, sagt der andere.

Mit 98 Interessierte und einigen Medienvertreter war der Große Sitzungssaal rappelvoll. Nach zwei 40-minütigen gehaltvollen Vorträgen und einer interessanten kontrovers geführten Diskussion wollte das Auditorium um 21.00 Uhr noch weiter diskutieren!  

Eröffnungsrede Helmut Paschlau: Klicken Sie hier

Aus Sicht der Energiewirtschaft ist die Zukunft unsicher:
Der Vortrag von Prof. Mauch setzte vier Schwerpunkte: Die Energiewende - Ziele für Deutschland und Bayern, Potential erneuerbarer Energien in Bayern, die „Romantisierung“ der Energieautarkie, Blick über den bayerischen Tellerrand: EU-EEG & Supergrids. Die Forschungsstelle für Energiewirtschaft hat die bundesdeutschen und bayerischen Klimaschutz- und Energiewende-Ziele in konkrete energiewirtschaftliche Daten umgerechnet (vgl.  Folien 34/35). Ergebnis: Die Ziele sind erreichbar, aber mit hoher Unsicherheit. Wenn wir stark auf Erneuerbare Energien setzen, werden sich – wegen stark sinkender Nutzungsstunden pro Jahr – herkömmliche Gaskraftwerke als „Brückentechnologien“ nicht mehr „rechnen“, also – obwohl erforderlich – nicht gebaut werden. Führt dies zu Stromnotstand? Alle verfügbaren Potentiale in Bayern müssten genutzt werden, auch im „eigenen Vorgarten“: Neue Standorte für Windkraft und Geothermie, weiterer Ausbau der Wasserkraft, ausreichende Flächen für Biomasse und tragfähige Netze.
„Ohne Mutbürger sind die Ausbauziele nicht zu stemmen!“,  so Mauchs Fazit.

Präsentation Prof. Mauch: Klicken Sie hier

Richard Mergner setzte andere Schwerpunkte: Zunächst stellte er fest, dass noch immer maßgebliche (Wirtschafts-) Kreise gegen die politisch beschlossene Energiewende und den Atomausstieg arbeiten; siehe die Lobbyarbeit gegen das gerade erst beschlossene Erneuerbare-Energien-Gesetz zulasten der Photovoltaik. Er zitierte die damalige Umweltministerin, heutige Bundeskanzlerin Angela Merkel, von 1997: „Zur Erreichung des Klimaschutzziels ist die Kernenergie …  nicht notwendig. Ein Ausbau der Kernenergie … dürfte gerade die angebotsorientierten Strukturen unserer Energiewirtschaft stabilisieren, die ein Haupthemmnis für die zur Erreichung des Klimaschutzziels unabdingbare Effizienzverbesserung darstellen.“
Mergners Hauptanliegen: Energieeinsparung um >25% und dann – für den verbleibenden Bedarf – maximale Energieeffizienz; dann sei die Energienachfrage mit erneuerbaren Energien und ohne großen Umbau der Energie-Infrastruktur mit erheblichen Eingriffen in die Umwelt (Überlandleitungen, Speicher) ausgleichbar. Das Bild, dass allerorten „Wutbürger“ sinnvolle Anlagen zur Energiewende verhindern würden, sei falsch.  


Präsentation Richard Mergner: Klicken Sie hier

In der lebhaften Diskussion wurde vor allem betont: Die Energiewende finde in den (ländlichen) Kommunen statt oder etwa durch Genossenschaften in Bürgerhand; da gelte es, Kenntnisse zu verbessern und Strukturen zu stabilisieren.









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