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17. März 2016

Stadtwerke München: Strategie Fernwärme und Geothermie

17. März 2016

Referent: Stephan Schwarz, Geschäftsführer Versorgung und Technik, Stadtwerke München   

Bis 2040 wollen die Stadtwerke München (SWM) vollständig auf erneuerbare Energie für den Wärme-Sektor umgestellt haben: Mittels Geothermie. In einem von Europas größtem Fernwärme-Netz.

Ehrgeizig, vorbildhaft, risikoreich.

München ist gebaut auf einem geologischen Schatz, warme bis heiße Wasser-Ströme im Untergrund des Molasse-Beckens. In 2- 3.000 Meter Tiefe verlaufen Heißwasserströme, die angezapft werden können: Zwei Geothermieanlagen gibt es schon (Riem, Sauerlach); 15 neue Anlagen planen die Stadtwerke auf Münchner Stadtgebiet; die dritte Bohrung, in Freiham, ist erfolgreich abngeschlossen. Der nächste Standort wird an der Schäftlarnstraße sein, dem Standort des HKW Süd; dann Perlach und Schwere-Reiter-Str.

Die groben Standorte sind gefunden; derzeit wird mittels Seismik-Messungen – riesigen „Rüttel“-Fahrzeugen („Vibratoren“) – der Untergrund untersucht, um mittels der Schallreflektionen 3-D-Karten zu erzeugen (die bereits vorhandenen 2-D-Karten sind nicht präzise genug). Begleitet wird das Untersuchungsprogramm GRAME mit den hälftigen Kosten in Höhe von rd. 3,3 Mio. Euro vom Bundesforschungsministerium.

Doch die Investitionen sind erheblich, die Risiken auch. Es müssen 15 Standorte im innerstädtischen Bereich gefunden werden. Wie steht es um die Akzeptanz der Bevölkerung, Ängste vor „fracking“, brennendem Gas aus dem Wasserhahn, Lärm, Risse in und Entwertung von Häusern? (AdV: Geothermiebohrungen haben mit „fracking“, mit unterirdischen Sprengungen und Chemie-Einträgen ins Grundwasser nichts zu tun!).

Bei den Bohrungen ist in der Vergangenheit eine sehr positive Lernkurve erreicht worden – aber Bohrungen bis 3 km Tiefe sind immer nicht frei von Störungen. Die Bohrungen und die Anlagen selbst kosten Millionen-Beträge; hinzu kommt – aufgrund des geringeren Temperaturniveaus von erwartbaren 950 Celsius – die Notwendigkeit des Umrüstens des Fernwämedampfnetzes in ein Heißwassernetz; in den meisten Fällen dann auch die Umstellung in den Heizstationen der Häuser von Wohnungsgesellschaften und Privateignern. Ein riesiges Investitionsprogramm für die nächsten 25 Jahre.

Lässt es sich beschleunigen, um vorzeitig aus der Steinkohleverbrennung im Heizkraftwerk Nord, Block 2, auszusteigen (bis 2022 sind fünf Bohrungen geplant)? Warum Dampf-Heißwasser-Umstellung erst ab 2025, schon heute könnte kräftig Energie gespart werden? Wie wird die Bevölkerung nicht nur informiert, sondern aktiv beteiligt? Wie schlägt sich das Programm auf die Energie- und Fernwärmepreise durch?

Fragen, die der „technische Geschäftsführer“ der Stadtwerke München beantworten konnte:

Präsentation Stephan Schwarz: Klicken Sie hier


 
 

 



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