Fast Fashion: Von täglichen Kollektionen zum Kollaps des Altkleidermarkts
DUA-Vorstand Helmut Schmidt sprach in der BR-Sendung über Ursachen, Folgen und Lösungen
Anlässlich der Fashion Week sendete der BR am 1. September 2025 ein Studiogespräch zum Thema „Fast Fashion“. Mit dabei war auch unser Vorstandskollege Helmut Schmidt. Er machte deutlich, dass sich der Textilkonsum seit 1980 versechsfacht hat: Heute kauft jede Person in Deutschland im Schnitt rund 60 Kleidungsstücke pro Jahr. Während vor 50 Jahren die Kollektionen entsprechend der Jahreszeit 4-mal im Jahr neu angeboten wurden, geschah dies vor 10 Jahren schon alle 14 Tage. Inzwischen sind insbesondere die chinesischen Händler TEMU und SHEIN in der Lage täglich neue Kollektionen auf den Markt zu werfen.
Gleichzeitig hat sich die Qualität der angebotenen Kleidung drastisch verschlechtert. Dies hat unter anderem dazu geführt, dass der Altkleidermarkt inzwischen zusammengebrochen ist. Die beiden großen Alttextilverwerter Soex und Texaid befinden sich beide im Insolvenzverfahren. Währen der Abfallwirtschaftsbetrieb München vor 10 Jahren noch rund 500 Euro pro Tonne Altkleider von den Verwertern erhalten hat, müssen inzwischen Zuzahlungen für die Verwertung geleistet werden. Viele minderwertige Stücke landen schließlich auf Deponien in Afrika, da sie nicht mehr weiterverwendet werden können. Die einzige Lösung kann daher sein, den Konsum drastisch zu reduzieren und zugleich stärker auf Qualität und fairen Handel zu achten. Positiv stimmt, dass gerade junge Konsument*innen inzwischen bewusster einkaufen und zunehmend auf Second-Hand setzen.