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27. November 2014

Wachstum und ökologische Nachhaltigkeit – (k)ein Widerspruch?!

im Rahmen unserer Veranstaltungsreihen „Mutbürger für Energiewende!“ und „Werteorientierte Marktwirtschaft“
in Kooperation mit dem Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft, München (FÖS)

Donnerstag, 27. November 2014
19:00 Uhr
Neues Rathaus, Großer Sitzungssaal, München, Marienplatz 8

Referent: Dr. Michael Jakob,  Fellow am Mercator Research Institute for Global Commons an Climate Change (MCC) – Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK)

Grußwort: Joachim Lorenz, Referent für Gesundheit und Umwelt (RGU) der Landeshauptstadt München

Kaum zu glauben: Während die kritische Öffentlichkeit zu erahnen beginnt, dass die Wachstumszwänge des Bruttoinlandsprodukts mehr (Umwelt-) Probleme erzeugen als (Wirtschafts-) Probleme lösen – da sagt der „climate chairman“ des IPCC: Kluge Investitionen in den Klimashcutz behindern das erforderliche globale Wachstum nicht.

„Es kostet nicht die Welt, den Planeten zu retten“, rechnete er im 5. IPCC-Bericht vom April 2014 vor: Die IPCC-Gutachter empfehlen der Welt eine schnelle und deutliche Verschiebung von Investitionen: Weg von Förderung und Verbrennung von Kohle, Öl und Gas, hin zu klimafreundlichen Energien; bis zur Mitte des Jahrhunderts müsse die kohlenstoffarme Energieerzeugung verdrei- bis vervierfacht werden, wenn das Klimaschutzziel von +2 Grad im Vergleich zum Beginn der Industrialisierung noch erreicht werden soll. Macht die Welt weiter wie bisher, so sagt der IPCC, kommen wir dann auf eine Erderwärmung um 3,7 bis 4,8 Grad – mit wirklich unvorstellbar negativen Auswirkungen.

Die Kernbotschaft: Mit Klimaschutz muss man nicht auf Wirtschafts-Wachstum verzichten; der nötige Wechsel schlage bei einem globalen Wirtschaftswachstum von 1,6 bis 3,0 Prozent pro Jahr nur mit einem Minus von 0,06% zu Buche.

Die Kernfrage aber ist: Investieren wir richtig? Richtig in privates physisches Kapital, Humankapital, Soziales Kapital, Natürliches Kapital? Wieviel des globalen „Net National Product“ (NNP) kann – unter Berücksichtigung der Abschreibung von physischem Kapital, Investitionen in Ausbildung, Ausbeutung natürlicher Ressourcen und Schäden durch Umweltverschmutzung – in einer Periode global konsumiert werden, ohne die Möglichkeit zu untergraben, das gleiche NNP in der Zukunft zu produzieren? Das wäre dann „nachhaltiges Wachstum“.

Die zentrale Frage für die Wirtschafts- und Klimapolitik ist nicht „growth“ oder „degrowth“, sondern das Gemeinwohl; ob Über- oder Unterinvestitionen bei wichtigen „Common-Pool-Ressourcen“ vorliegen: Wirtschaftswachstum kann kein Selbstzweck sein; aber es könnte dazu beitragen, erstrebenswerte Ziele zu erreichen (z.B. Verringerung von Armut); die Politik sollte sich nicht primär mit Wohlstand, sondern mit Wohlfahrt befassen. Denn heute übernutzen wir z.B. die globale Gemeinschaftsgüter wie die Atmosphäre als CO2-Deponie und unternutzen lokale und globalen Gemeinschaftsgüter wie Wissen und Infrastruktur. Ein neuer Ansatz für ein globales Wirtschaftsmodell des 21. Jahrhunderts.

Und das Ganze wurde auch noch verständlich erklärt! Von Dr. Michael Jakob, Fellow am Mercator Research Institute for Global Commons on Climate Change (MCC) – eine Forschungstochtergesellschaft des Potsdam Institut für Klimafolgenforschung, an dem Prof. Edenhofer der Direktor ist.

Präsentation Dr. Michael Jakon: Klicken Sie hier

In seinem Grußwort erläuterte Joachim Lorenz, Referent Gesundheit und Umwelt (RGU), die vielfältigen Aktivitäten der Landeshauptstadt zur Klimaschonung; erst kürzlich habe der Stadtrat 30 Mio. Euro zusätzlich für definierte Klimaschutzmaßnahmen in München genehmigt.

Großartig,
meint Dr. Helmut Paschlau

 

 



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