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03. Juli 2017

Etwas in der Welt verändern … und warum das so schwer ist,

Eine Veranstaltung des Münchner Forum Nachhaltigkeit

3.07.2017

Referent: Prof. Dr. Armin Nassehi (LMU München)

An Krisen auf dieser Welt mangelt es wahrlich nicht. Ja, der Krisenmodus scheint sich zunehmend zum Normalfall unserer Moderne zu entwickeln. Die ökologische Krise ist dabei eine von vielen – und dennoch zentral. Denn betroffen sind die natürlichen Grundlagen allen (menschlichen) Lebens auf diesem Planeten.  An gut gemeinten Vorschlägen und konkreten Lösungsansätzen mangelt es ebenfalls nicht: von weltweiten Klimaschutzabkommen der Staatengemeinschaft, viel zivilgesellschaftlichem Engagement bis hin zu privaten Lebensstiländerungen. Und dennoch erleben wir – im Großen wie im Kleinen – eine Gesellschaft, die sich unserem Zugriff immer wieder entzieht, Veränderungsimpulse meist unbeeindruckt abpuffert und in ihrer ganzen Dynamik stabiler ist, als uns manchmal lieb ist. Eine paradoxe Erfahrung: Gesellschaft scheint ebenso dynamisch zu sein – wie träge und widerständig.

Könnte es daran liegen, dass wir bei all unseren Weltverbesserungsbemühungen die Komplexität der gesellschaftlichen Verhältnisse unterschätzen? Und uns stattdessen in (zu) einfache Lösungen flüchten: moralisch aufgeladene Appelle an Einsicht und Bereitschaft zum „Verzicht“, sozialtechnologische Hoffnungen auf den ökologischen Umbau, ja die „Große Transformation“ unserer Industriemoderne oder stillschweigendes Setzen auf den „Kollaps“ – inklusive „enkeltauglichem“ Neuanfang?
Oder anders gefragt: Was müsste man stattdessen tun, um nicht gegen die Kraft der komplexen Gesellschaft, sondern mit ihrem eigenen Drive, mit der Dynamik und Zugzwängen ihrer eigenen Struktur etwas zu erreichen und so die Dinge wenn nicht zum Guten, so doch zum Besseren zu wenden?

Der Vortrag richtete sich an diejenigen, die weder an einfache Lösungen glauben noch ob der Komplexität der Probleme verzweifeln wollen.

Prof. Dr. Amin Nassehi ist seit 1998 Lehrstuhlinhaber für Soziologie an der LMU München und seit 2012 Herausgeber des Kursbuchs. Er gilt als einer der wichtigsten public intellectuals des Landes. Seine jüngste Buchveröffentlichung zum Thema des Vortrags: Die letzte Stunde der Wahrheit. Kritik der komplexitätsvergessenen Vernunft.



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