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21. September 2019

"Essbare Stadt im Naturgarten-Ein Lebensraum mit Vielfalt"

Veranstaltung in Kooperation mit      

 

 

Samstag, 21. September 2019

"Essbare Stadt im Naturgarten-Ein Lebensraum mit Vielfalt"

München hat viele versiegelte Flächen, welche in heißen Sommern  dazu beitragen, das Stadtklima aufzuheizen. Zdem ist in vielen Bereichen nur wenig biologische Vielfalt vorhanden. Mit Entsiegelung, Fassadenbegrünung und mit einer Mischung aus verschiedenen Wild- und Kulturpflanzen kann hierzu ein großartiger Beitrag geleistet werden.

Dazu wurde im Kirchlichen Zentrum in der Preysingstraße am 21. September 2019 in Zusammenarbeit mit dem Freiwilligendienst ein Anfang gemacht. Beim Pflanzen und Verarbeiten der Früchte (von anderen schon Ernte fähigen Anlagen)wurden Gespräche geführt, was diesbezüglich am Gelände noch alles gemacht werden kann.

Dabei  kamen Fragen auf, die jeden der beginnt sich damit zu beschäftigen, auf.

Welche Früchte können in der Stadt gegessen werden?

Woher kommt unser Obst und Gemüse?

Was darf ichernten und wie verwerte ich das Obst und Gemüse?

Ist das städtische Obst durch die Luftverschmutzung belastet?

Wird mit Pflanzen und aktiver Stadtbegrünung das Stadtklima besser?

Wird das Leben in der Stadt mit mehr Grünflächen lebenswerter?

Wie bekomme ich auch in der Stadt eine höhere Biodiversität?

Wo und wie haben Tiere in der Stadt noch Rückzugsmöglichkeiten?

Wie lassen sich Erholungszonen Ernten und Biodiversität verknüpfen?

 

Die jungen Leute waren begeistert von den Ideen, welche in den Diskussionen aufkamen. Von der Balkonbepflanzung mit Kräutern, Wildkräutern und bienenfreundlichen Blumen (https://wildermeter.de)  über Fassadenbegrünung mit essbaren Pflanzen zu Beeten in Grünflächen zum Anbau von Obst und Gemüse. In Erholungszonen könnten neben Wald- Laubbäumen ebenso gut Obstbäume oder Bäume mit Wildfrüchten stehen, welche dann auch beerntet werden können (aber nicht müssen).

Sobald man auf den Geschmack gekommen ist und den Naturbezug hat , sind auch ein paar Walnüsse, Haselnüsse oder Äpfel, welche beim Spaziergang aufgelesen werden und später als leckere unterhaltsame Knabberei an den Herbsttag erinnern eine Freude.

Für mich war es ein schöner Nachmittag mit vielen guten Gesprächen. Viele Anregungen konnte ich aus meiner Praxis weitergeben, auch über den Marmeladentopf hinaus.

Maria Hager

Die Präsentation finden Sie hier.


Das Podiumsgespräch eingeführt durch Doris Bose gab den Auftakt  „vom Wissen zum Handeln

    
Juliane Kahl mit ihrer Etiketten Werkstatt                  Maria Hager mit ihren freiwilligen Helfern bei Marmelade (Fruchtaufstrich) Kochen


  Unsere Landschaftsgärtnerin Carmen Lefeber bei der Aussaat von Wildkräutern

 

Laudato si’ von großen Grünflächen bis zur grünen Fassade und zur Fensterbank als Lebensraum:
mit dem besonderen Schwerpunkt Insektenfreundliche Pflanzen in Topf und Kasten

Hintergrund: Artenschutz und die Enzyklika Laudato si’ von Papst Franziskus

 

Artenvielfalt ist wichtig für das Überleben der Menschheit. Der drastische Artenschwund in Bayern, Deutschland und auch der Artenschwund weltweit ist dokumentiert. Die verheerenden Folgen und Ursachen sind bekannt. Besonders der starke Rückgang der Insekten ist besorgniserregend. Insekten spielen unter anderem eine wichtige Rolle bei der Bestäubung der menschlichen Nahrungspflanzen. „Die weitaus größte Mehrheit [der Tier- und Pflanzenarten] stirbt aus Gründen aus, die mit irgendeinem menschlichen Tun zusammenhängen“, schreibt  Papst Franziskus  in der Enzyklika „Laudato si’“ aus dem Jahr 2015. Und mahnt: „Dazu haben wir kein Recht.“ Denn nun könnten sie nicht mehr mit ihrer Existenz Gott verherrlichen, noch ihre Botschaft vermitteln. Einen ganzen Abschnitt widmet er dem Thema „Der Verlust der Biologischen Vielfalt“ und in Punkt 34 bezieht er sich explizit auf den notwendigen Schutz der Insekten, neben Pilzen, Algen, Würmern, Reptilien und Mikroorganismen.

 

Das Konzept: Vom Reden zum Handeln im eigenen Verantwortungsbereich

 

Bepflanzung und Begrünung von allen möglichen verfügbaren Flächen, die noch nicht lebendig sind. Freiflächen, Beeten, Blumenkästen, Töpfen und Kübeln mit insektennützlichen einheimischen Wildpflanzen auf Fensterbänken, Balkonen und Terrassen. „Wildniszonen“  an geeigneten Orten zum Beobachten und zum Lernen  bieten eine interessante Bereicherung.

 

Ziele:  Alles Leben ist vielseitig und dabei in Verbundenheit. Wir können einzelne Ziele nennen, wobei das Ganze vielschichtiger und größer ist als Einzelheiten die wir hier aufzählen.


1) Artenschutz | Insekten im urbanen Raum fördern

Die traditionelle bayerische Geranienbepflanzung hat einen geringeren ökologischen Wert als ein Maisfeld. In Blumenkästen, Töpfen und Kübeln für Fensterbänke, Balkone oder Terrassen gedeihen jedoch auch viele insektennützliche einheimische Wildpflanzen. Sie liefern Pollen und Nektar für Honigbienen, Wildbienen, Solitärwespen, Hummeln, Wanzen, Bienen, Fliegen, Käfer und Schmetterlinge. Vögel fressen die Früchte und Samen.

 

2) Klimaschutz vor der Haustür: Unser Stadtklima verbessern

München gehört zu den am stärksten versiegelten Städten Deutschlands. Die Begrünung von Fensterbänken und Balkonen und Fassaden mit Wildpflanzen gewinnt in der Vertikalen wertvolle Grünfläche zurück und kann so im urbanen Raum einen Beitrag zur Förderung der Insekten leisten, das städtische überhitzte Klima erträglich machen und die Luft reinigen und erfrischen.

 

3) Essbare Stadt nach  dem erfolgreichen Vorbild von Andernach

Städte können theoretisch ihre Früchte und ihr Frischgemüse außer im Winter und Frühling weitgehend selbst erzeugen.

Kostenmäßig ist nicht viel um zu Ziergehölzen  und Blumenrabatten. Je nach Kultur sind diese „Kunstflächen“ mit Wechselgrün, die in unseren Städten allgegenwärtig  sind, sogar günstiger.

Zudem haben die essbaren Städte  eine soziale Komponente , die ebenso bedeutend ist wie die ökologische und die nährende.  Und sobald es sich herumgesprochen hat, erntet jeder gerne beim Abendspaziergang. Andernach stellt auf diese Weise auf öffentlichen Grünflächen etwas mehr als ein Prozent von dem Obst und  Gemüses her, das in der Stadt gegessen wird. Und jedes Jahr kommt ein neues Segment dazu.   Und zusammen macht das ca. 5 000 000kg Obst und Gemüse in Andernach pro Jahr(163 kg Konsum / Kopf und Jahr , 30 000 Einwohner).

 

4) Pädagogik, Naturbeobachtung aus nächster Nähe

Mitarbeiter, Bewohner, Studenten, Schüler, Besucher erleben Biologie aus nächster Nähe. Beispiel Lebenszyklus Pflanzen: Das Wachsen, Blühen, die Bestäubung, Frucht- und Samenbildung von Pflanzen. Beispiel Bestäuberinsekten: Bienen, die Nektar trinken und Pollen sammeln. Zahlreiche Schulprojekte im Fach Biologie, die direkt an das Leben auf der Fensterbank anknüpfen, sind denkbar, ebenso Pflanzaktionen oder Balkonkastenpatenschaften von Schulklassen.

 

5) Bewusstseinsbildung | Wertschätzung
Durch die Naturbeobachtung entsteht eine Wertschätzung der Schöpfung und der Wunsch diese zu erhalten und nicht weiter zu zerstören.

 Katherina Heuberger

 



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