Aufgrund der räumlichen Trennung ist der Zugang zur landwirtschaftlichen Erzeugung von Lebensmitteln für Kinder – v.a. aus innerstädtischen Vierteln und sozio-ökonomisch benachteiligten Familien – erschwert. Gleichzeitig ist wissenschaftlich belegt, dass im Kindesalter entstandene emotionale Beziehungen zur Natur die wichtigste Grundlage für ein späteres ökologisch-bewusstes Denken und Handeln sind.

Das von der Margarete-Ammon-Stiftung und der Sparda-Bank München finanziell geförderte Projekt „Die Bio-Hofschule: Kinder entdecken die ökologische Landwirtschaft“ vermittelt deshalb Münchner Schüler*innen im Grundschul- und Mittelschulalter außerschulisch und fächerübergreifend Wissen über ökologischen Landbau und Natur. Es zeigt Zusammenhänge auf, sensibilisiert für Biodiversität in der Landwirtschaft und schafft Einblicke in eine vielfältige Kulturlandschaft.

Die umweltpädagogisch begleiteten Exkursionen führen in die Ställe und in den Gemüsegarten des ökologischen Betriebs Gut Herrmannsdorf und der Gärtnerei Schmidt. Die ansprechbaren Lernfelder umfassen Freilandgeflügel und -schweine, Ackerbau sowie Gemüsebau.

Über das Thema Ernährung wird zum einen Wissen (z.B.: über Boden, Symbiosen, Biodiversität, Fruchtfolgen) vor Ort nachvollziehbar, altersgerecht und lebensweltnah vermittelt. Zum anderen wird der Praxis viel Raum gegeben. Die Kinder können selbst mit anpacken, Natur erleben, emotionale Erfahrungen machen und mit allen Sinnen wahrnehmen. Sie bereiten die selbst geernteten Lebensmittel unter Anleitung zu und genießen sie gemeinsam, um ökologische Landwirtschaft vom Acker bis zum Teller im wörtlichen Sinne „zu begreifen“.

Die eintägigen Exkursionen wenden sich an Schulklassen der Stufen 3-4 der Grundschulen und 5-6. der Mittel- und Realschulen. Jeder Gruppe wird die Teilnahme an einer Exkursionen und eines Workshop Tages an der Schule angeboten.

Hoftag

Die ganztägige Exkursion führt auf die Weiden, Wiesen, Beete und Ställe des Gut Herrmannsdorf im Osten Münchens. Am Vormittag und Nachmittag packen die Kinder in kleineren Gruppen im Stall oder Garten mit an. Gemeinsam geerntetes Gemüse sowie selbst gedrehte Brez’n werden als Mittagessen gemeinsam zubereitet und machen den Zusammenhang zwischen Anbau und Ernährung direkt erlebbar.

Workshop

Der Worksop erstreckt sich über eine Doppelstunde und ergänzt den Hoftag thematisch. Ein*e Referent*in ermöglicht den Schüler*Innen durch verschiedene Methoden den Zusammenhang zwischen dem am Hoftag Erlebten und ihrem eigenen Alltag zu erkennen. Die vom Hof mitgebrachten Kräuter werden im Klassenzimmer zu einer Kräuterbutter verarbeitet und als Pausen Snack verspeist.

Die Exkursionen finden unter Einhaltung der zum jeweiligen Zeitpunkt in Bayern geltenden Maßnahmen und Regeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie statt.

Das Projekt wird im Schuljahr 2021/22 durch die Margarete-Ammon-Stiftung und die Sparda-Bank München gefördert.