Veranstaltungen Ausblick

Ob Vortragsveranstaltung, Podiumsdiskussion, Exkursion, Filmvorstellung, Round-Table- oder  Kamin-Gespräch: Hier informieren wir Sie aktuell über die kommenden Veranstaltungen zu allen Themenschwerpunkten.

Gespräch und Diskussion

Elektromobilität sei der Schlüssel zur Energiewende im Verkehr, heißt es. Nach einem sehr verzögerten Anlauf - man erinnert sich an Merkels Versprechen von 2009 für 1 Million Elektro-Autos - scheinen Politik und Industrie nun ernst machen zu wollen. Mit Kaufprämien von Staat und Herstellern, Ausbau der Ladeinfrastruktur und Bevorzugung im Stadtverkehr soll der Turn-Around eingeleitet werden. Aber sind batteriegetriebene Autos wirklich die Lösung unserer Verkehrsprobleme, die Antwort auf die Klimakrise? Oder führen sie in eine Sackgasse, beschleunigen sogar den Klimawandel? Wir wollen das Thema Elektromobilität mit Vertretern zweier unterschiedlicher Positionen diskutieren.

Mit dem Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität hatte die Bundesregierung vor 11 (!) Jahren versprochen, einen Paradigmenwechsel im Verkehrs- und Energiebereich einzuläuten: die "Elektrifizierung der Antriebe sei eine ganz wesentliche Stellschraube für eine zukunftsfähige Mobilität" hieß es. Als erstes Etappenziel sollten 1 Million Elektro-Autos auf die Straße gebracht werden - bis 2020. Dieses Ziel werden Politik und Industrie verfehlen: Aktuell fahren in Deutschland rund 400.000 E-Autos, davon aber nur 83.000 reine E-Autos, 341.000 sind Hybrid-Fahrzeuge - bei einem Gesamtbestand von 47.100.000  Pkw.

Seit dem vergangenen Jahr scheint es so, als wollten Politik und Industrie mit der Förderung der Elektromobilität für den Verkehrs- und Energiebereich nun endlich einen Paradigmenwechsel einleiten: im Klimaschutzprogramm der Bundesregierung vom Oktober 2019 wird eine Verlängerung der staatlichen Kaufprämie für Elektrofahrzeuge, eine stärkere Förderung kleiner Fahrzeuge, eine Senkung der Dienstwagensteuer für die Nutzung von batterieelektrischen Fahrzeugen und ein Ausbau der Ladeinfrastruktur angekündigt. Die ab 2021 geltende neue CO2-Bepreisung im Verkehr soll den Umstieg auf Elektorautos attraktiver machen. Auch von Seiten der deutschen Autoindustrie sind neue strategische Ziele zu vernehmen. VW-Chef Diess kündigte an, sein Konzern wolle mit seiner E-Offensive und einem milliardenschweren Infestitionsprogramm den Output an E-Autos signifikant steigern und damit die ab 2021 geltdenden sehr viel strengeren CO2-Grenzwerte einhalten. BMW verfolgt ein umfassendes Konzept für nachhaltige und zukunftsweisende Mobilität, das auf visionäre Elektrofahrzeuge und Mobilitätsdienstleistungen und inspirierendes Design setzt.

Die Kritiker der Elektromobilität dagegen sagen, batteriegetriebene Autos seien ähnlich problematisch und das Klima schädigend wie herkömmliche Pkw. Die reine CO2-Bilanz eines E-Pkw sei im Vergleich zu einem Benzin- oder Diesel-Pkw maximal um ein Viertel günstiger – wenn der gesamte Lebenszyklus des Autos betrachtet wird. E-Autos seien zudem zum großen Teil Stadtautos und Zweit- und Drittwagen. Technische Aspekte wie Reichweite, Ladedauer und Ladestrukturen sprechen für diese Verwendung. E-Autos seien daher auf absehbare Zeit Mobilitätsmittel für den gehobenen Mittelstand, für Leute, in deren Haushalt es einen Zweit- und Dritt-Pkw gibt und die über eine Garage oder Carport mit Wallbox verfügen. Damit seien E-Pkw ein neuer Beitrag, um die Pkw-Dichte weiter zu erhöhen und dies ausgerechnet dort, wo Pkw besonders schädlich sind: in den Städten.

 

Referenten:
Dr. Carl-Friedrich Eckhardt, München, Mitarbeiter der Strategie Urbane Mobilität der BMW Group
Dr. Winfried Maria Wolf, Berlin, Autor mehrerer Bücher zum Verkehr, zuletzt "Mit dem Elektroauto in die Sackgasse", Promedia 2019

Moderation: Frank Sprenger, München, Geschäftsführer von fors - Strategieberatung für Nachhaltigkeit

 

Termin: 21.9.2020, ab 19 Uhr
Format: Online-Veranstaltung 
Anmeldung: www.mvhs.de/programm/online-programm.19583/K110318

  

Eine Veranstaltung in Kooperation mit:

   

 

 

Vortrag und Diskussion

Mit einer Recyclingquote von 67 % loben wir uns gerne als Umwelt-Weltmeister. Tatsächlich werden jedoch durch die Kreislaufwirtschaft nur 16 % des Rohstoffbedarfs durch Sekundärrohstoffe gedeckt. Das zeigt, dass wir von einer echten Kreislaufwirtschaft noch meilenweit entfernt sind. Im Hinblick auf die künftige Entwicklung der Rohstoffnachfrage und ihrer Auswirkungen auf die Umwelt wird sichtbar, dass ein „weiter so“ nicht länger vertretbar ist.

Im Gegensatz zur kreislauforientierten Abfallwirtschaft von Deutschland bezieht die Circular-Economy-Strategie der EU die Produktions- und Konsumphase mit ein. Denn bereits bei der Produktentwicklung müssen Aspekte wie Langlebigkeit, Reparierbarkeit und Recyclingfähigkeit mit bedacht werden. Der notwendige Systemwandel geht damit weit über die bisher praktizierte Abfallwirtschaft hinaus.

Die Referenten werden in ihrem Vortrag darlegen, wie ein zirkulärer Systemwandel gelingen kann. Maßgeblich wird dabei u.a. sein, eine ökologische Kostenwahrheit durchzusetzen. Dazu müssen die externen Kosten internalisiert werden, um Marktunvollkommenheiten auszugleichen. Zum Beispiel wird mit dem GPI (Genuine Progress Indicator) eine Alternative zum BIP als Indikator für wirtschaftliches Wachstum vorstellen.

Einen Schwerpunkt werden die Referenten auf aktuelle Ineffizienzen in der Ressourcenwirtschaft legen und ein umfangreiches Modell zur Kreislaufwirtschaft vorstellen. Zudem wird auf die Circular Economy als mögliches wirtschaftlichspolitisches Leitbild und Regulierungsstandard in der EU eingegangen. Mit dem Rückenwind durch der European Green Deal und dem Circular Action Plan der EU kann es auch in Deutschland gelingen, eine echte Circular Economy durchzusetzen.

In der anschließenden Diskussion besteht noch die Möglichkeit, einzelne Punkte weiter zu vertiefen. Die Moderation der Diskussion übernimmt Helmut Schmidt, Vorstand der DUA für den Bereich Ressourcen und Circular Economy.

 

Referenten:

Dr. Manuel Braun arbeitet an vielseitigen Praxis- und Forschungsprojekten im Bereich Nachhaltigkeitsökonmie und Kreislaufwirtschaft. Zusammen mit seinen Kollegen bei SYSTEMIQ schafft er neue Koalitionen für einen nachhaltigen Systemwandel in den Bereichen Energie – Materialwirtschaft – Landnutzung, gestaltet neue Geschäftsstrategien mit Pionieren, oder investiert Wachstumskapital in junge Unternehmen mit innovativen Lösungen.

Dr. Bertram Kloss arbeitet bei SYSTEMIQ an zwei wesentlichen Ansatzpunkten für den Systemwandel hin zu einer nachhaltigen Materialwirtschaft. Zum einen unterstützt er Unternehmen und Wirtschaftsinstitutionen dabei, nachhaltige und profitable Geschäftsmodelle für eine Kreislaufwirtschaft zu entwickeln und zu implementieren. Zum anderen arbeitet er mit Wissenschaftlern, nationalen Regierungen und der Europäischen Kommission daran, die notwendigen gesetzlichen Rahmenbedingungen und Anreize für eine Kreislaufwirtschat zu schaffen. 

 

Termin: 17.11.2020, voraussichtl. 19 Uhr
Ort: Waltherstr. 29, 2.OG

 

 

Naturkundliche Exkursion zwischen Ammersee und Andechs für Unternehmensvertreter*innen jeglicher Couleur und andere interessierte Menschen

Was bedeutet Nachhaltigkeit überhaupt? Warum ist eine nachhaltige Entwicklung für uns alle nicht nur Notwendigkeit, sondern auch Bereicherung? Dies wollen wir außerhalb geschlossener Räume gemeinsam in der Natur verstehen, erleben und diskutieren.

Gemeinsam erkunden wir die Ökologie des Ammersees, lernen wichtige Baumarten, Sträucher und Kräuter unserer Heimat kennen, beobachten Tiere, wenn sie entdeckt werden wollen, sehen uns Fließgewässer an, erleben, wie die Gletscher der letzten Kaltzeit unsere Landschaft geformt haben und diskutieren von der Menschwerdung bis zum Anthropozän, wie der Mensch mit und von der Natur lebt, wie er sie gestaltet und wo unsere Reise hingeht.

Wir lernen dabei nicht nur vom Exkursionsleiter, sondern auch voneinander. Die Wanderung ist für jeden machbar. Der Weg weist kaum Steigungen auf und wir lassen uns dabei Zeit, um immer wieder inne zu halten und die Natur um uns herum zu erleben. Am Kloster Andechs angekommen, können wir uns nachmittags in der Klosterschenke stärken, bevor wir uns in einem Rundweg auf den Rückweg machen.

 

Exkursionsleitung: Dr. Alexis Katechakis, Biologe, Nachhaltigkeitsexperte, Jäger, Imker und Falkner

Termine: jeweils 10:00 bis ca. 18:00 Uhr
31. Juli 2020
28. August 2020
25. September 2020
23. Oktober 2020

Treffpunkt: S-Bahnhof Herrsching am Gleisende

Anmeldung & Preis:
First-come, first-served. Anmeldungen sind bis spätestens 2 Wochen vor den gewünschten Terminen an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! möglich. Die Exkursion ist für alle Teilnehmenden kostenlos.

Aufgrund der aktuellen Situation: Begrenzte Teilnehmenden-Zahl!
Für Teilnehmende ab 14 Jahre. Für jüngere Menschen bieten wir einen eigenen Ausflug an.

Mehr Information: Hier

Ihre Ansprechpartnerin:
Inka Dollinger
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
089/20 20 56-63
 

 

In Kooperation mit: