Veranstaltungen Ausblick

Ob Vortragsveranstaltung, Podiumsdiskussion, Exkursion, Filmvorstellung, Round-Table- oder  Kamin-Gespräch: Hier informieren wir Sie aktuell über die kommenden Veranstaltungen zu allen Themenschwerpunkten.

in Kooperation mit

Hochschule für Politik                

und Münchner Hochschultage    

 

31. Mai 2017
20:00 Uhr
Hochschule für Politik München, Richard-Wagner-Straße 1, 80333 München, Hörsaal H.001/002, Erdgeschoss (ÖPNV Königsplatz)

Referentin: Prof. Dr. Lisa Herzog, Professur für Political Philosophy and Theory, Hochschule für Politik an der Technischen Universität München (TUM)

Unser Wirtschaftssystem beruht auf Denkmodellen, in denen die natürlichen Grenzen des Planeten keine Rolle spielen. Gleichzeitig wird die Natur des Menschen als sozialem, und auch sozial arbeitendem, Wesen kaum beachtet.

Wäre eine Arbeitswelt möglich, in der diese Dimensionen stärker berücksichtigt würden? Ja - denn die nicht-materiellen Werte von Arbeit wie die Entwicklung von Fähigkeiten, die Möglichkeit, einen sozialen Beitrag zu leisten, das Erleben von Gemeinschaft und der Erhalt sozialer Anerkennung sind durchaus mit einer weniger wachstumsorientierten Wirtschaft vereinbar.

Allerdings ist fraglich, ob diese Werte in einer strikt hierarchisch und an Märkten orientierten Wirtschaftsordnung realisiert werden können. Wahrscheinlicher dürfte dies in einer stärker demokratisch gestalteten Arbeitswelt sein. Neue Technologien bieten derzeit die Chance, demokratische Reformen und Experimente zu unternehmen, und damit auch die Umweltverträglichkeit der Wirtschaft zu verbessern.

in Kooperation mit SlowFood Deutschland e.V.        

aus der Veranstaltungsreihe „Werteorientierte Marktwirtschaft“ und „Ökologische Landwirtschaft und Ernährung“

Dienstag, 20. Juni 2017
19.00 Uhr
GLS-Bank, Bruderstr. 5a, München

Referent: Francisco Marí, Referent für Welthandel, Agrarhandel und Meerespolitik bei Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst

Der Bundesminister für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit, Gerd Müller, rechnet für dieses Jahr mit 300.000 bis 400.000 afrikanischen Bootsflüchtlingen, die in Italien ankommen. Was treibt diese Menschen dazu, die lebensgefährliche Fahrt über das Mittelmeer zu wagen? Neben der Hoffnung, Bürgerkrieg oder despotischen Regimen zu entkommen, sind es nicht selten auch wirtschaftliche Gründe. Wer ohne Perspektive ist, sich in der Heimat ein Leben aufzubauen, sucht eben nach einer neuen Heimat.

Gerade weil wir gern ein bisschen die Nase rümpfen über die sogenannten „Wirtschaftsflüchtlinge“, lohnt sich ein Blick darauf, wie die EU (also wir) unser Teil dazu beitragen, Afrikanern in ihrer Heimat die Existenzgrundlage zu entziehen.
Sowohl die Agrar- als auch die Fischereipolitik der EU sind darauf ausgerichtet, die afrikanischen Märkte zu schwächen – zum eigenen Vorteil versteht sich. Beispiel Hühnerfleisch: Nicht nur Hähnchenteile, die bei uns nicht gern gegessen werden wie Beine und Füße landen in Afrika, sondern auch ganze verarbeitete und tiefgefrorene Hühnchen. Es gibt in Ghana praktisch keine Geflügelproduktion mehr, die Züchter sind pleite gegangen. Wie ist das möglich? Weil EU-Bauern dafür subventioniert werden, dass sie möglichst viel (und nicht auf Qualität ausgerichtet) produzieren – mit den entsprechenden Umweltbelastungen wie vermehrtem Aufkommen von Gülle, die auf unsere Felder ausgebracht wird und unser Trinkwasser belastet. So kommt es, dass EU-Hühnchen billiger sind als ghanaische; auch weil die EU dort keine oder nur geringe Einfuhrzölle bezahlen muss. Das ermöglichen Wirtschaftsabkommen, die den afrikanischen Ländern auferlegen, ihre Märkte für EU-Importe zu öffnen und ihre Zölle nach und nach abzuschaffen – unter dem Deckmäntelchen, nur ein freier Markt würde Afrika wettbewerbsfähig machen. Als Kenia zögerte, ein solches Abkommen zu schließen, wurden kurzfristig die Zölle auf deren Exportprodukte in die EU wie Kaffee, Schnittblumen etc. drastisch angehoben. Mit dem gewünschten Ergebnis.

Auch in der Fischereipolitik tut die EU so, als täte sie den afrikanischen Staaten noch einen Gefallen, wenn sie deren Gewässer leer fischt. Immerhin landen etwa 80 Prozent des vor den Küsten Afrikas gefangenen Fischs auf dortigen Märkten – allerdings ebenfalls zu Dumpingpreisen, die die lokalen Fischer ruinieren.
Was muss geschehen, damit endlich faire Handelsbeziehungen geschaffen werden, die allen Beteiligten ihr wirtschaftliches Auskommen und damit eine Existenz im eigenen Heimatland sichern? Das und mehr wird uns ein ausgewiesener Experte zu dem Thema erklären.

 

Dienstag, 4. Juli 2017
19.00 Uhr
Internationale Begegnungsstätte (IBZ), Amalienstr. 38, München

Referent: Dr. Jürgen P. Rinderspacher, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Zeitpolitik (DGfZP) e.V., Institut für Ethik und angrenzende Sozialwissenschaften der Westfälischen-Wilhelms-Universität Münster

Mit dem Begriff Nachhaltigkeit können inzwischen die meisten Menschen etwas anfangen. Was aber ist Zeitpolitik? Und was haben beide miteinander zu tun?

Jedem von uns steht es offen, sein privates Leben nachhaltig(er) zu gestalten. Schließlich können wir frei entscheiden, ob wir unseren Kühlschrank mit Bioprodukten füllen, fair hergestellte Kleidung kaufen, Erledigungen lieber zu Fuß oder per Rad machen, mit Holzpellets statt Erdöl heizen. Ein nachhaltiger Lebensstil geht aber über das reine Konsumverhalten hinaus und fragt auch danach, wie wir mit unserer Zeit, unserem individuellen Lebensrhythmus und damit langfristig mit unserer Gesundheit und Zufriedenheit umgehen. Auch hier sind wir im privaten Bereich unser eigener Herr:  Ob wir unsere Freizeit mithilfe einer OrganizerApp minutiös durchplanen oder lieber unseren Zeitwohlstand genießen und einfach die Seele baumeln lassen – das haben wir selbst in der Hand.

Im öffentlichen Leben dagegen sind dem persönlichen Wunsch nach mehr Nachhaltigkeit bezüglich unserer alltäglichen Zeitstrukturen oftmals Grenzen gesetzt: So könnten in den meisten Kommunen Schulbeginn und -schluss, Arbeitszeiten, die Öffnungszeiten von Behörden und Dienstleistern und öffentlicher Nahverkehr besser aufeinander abgestimmt sein, um ihren Bürgern einen nachhaltigeren – im Sinne von mehr Wohlbefinden, Zufriedenheit, Produktivität und Gesundheit, also mehr Lebensqualität – Tagesablauf zu ermöglichen.

Und hier kommt die Zeitpolitik ins Spiel. Ihre Aufgabe ist es, nachhaltige Lebensstile zu unterstützen, indem sie die politischen Rahmenbedingungen entsprechend setzt und damit einem gesellschaftlichen Wandel hin zu mehr Lebensqualität in allen Bereichen den Weg bereitet. Aber was genau kann die Politik, die Gesellschaft bzw. der Einzelne tun, um die Alltagszeitstrukturen zu verbessern und damit eine zukunftsfähige, gesunde und nachhaltige Lebensweise zu fördern? Welche Modelle gibt es bereits – und mit welchen Ergebnissen?

Diese Fragen wird uns Dr. Jürgen P. Rinderspacher, Experte auf dem Gebiet der Zeitpolitik, beantworten.


in Kooperation mit „Geld mit Sinn e.V.“

Donnerstag, 20. Juli  2017
19:00 Uhr
im Münchner Zukunftssalon, Waltherstr. 29, Rückgebäude, 2. Stock
U-Bahnen U3/U6, Haltestelle „Goetheplatz

Referentin: Dr. Mari-Luise Meinhold, Gründerin der „nachhaltigen Versicherung“ ver.de

Nachhaltige Versicherungen wollen aktiv einen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung leisten, indem sie nachhaltigen Versicherungsschutz anbieten. Das bedeutet: Das Produkt oder die Dienstleistung "Versicherungsschutz" steht im Zeichen des Ziels, gesellschaftlichen Mehrwert in ökologischer und sozialer Hinsicht zu schaffen.

Das Geschäftsmodell von Versicherungen ist im Kern eine „Geldsammelstelle“; denn die Versicherungsbeiträge vieler Kunden werden zunächst eingesammelt und angelegt, um später dem einzelnen Versicherungsnehmer ausbezahlt zu werden. Daher ist es ein guter Hebel, um zu nachhaltiger Entwicklung beizutragen; mit der Bewegung des Geldes ist jedesmal eine Wirkung verbunden.
Das bedeutet konkret, dass gerade die Geldanlage positiv wirkt, wenn dabei auf ökologische Aspekte wie CO2-Emissionen oder auch der Einfluß auf die Biodiversität beachtet wird. Bei zwei Kapitalanlagemöglichkeiten, die gleichermaßen nach den Vorgaben der Aufsichtsbehörden geeignet sind, wird dann nicht die ausgewählt, die die höchste Wirtschaftlichkeit ausweist, sondern die, die bei einer Abwägung der Wirtschaftlichkeit, der ökologischen und der sozialen Aspekten den meisten "Sinn" macht. Das kann auch bedeuten, dass sie den geringstmöglichen Schaden erzeugt.

Nachhaltig interessierte Personen wollen Gegenstände, die noch funktionieren, so lange wie möglich nutzen, weil die Herstellung eines neuen Gegenstandes oftmals auch einen großen ökologischen Fußabdruck mit sich bringt. Doch wenn etwas zerstört wurde, ersetzt eine „nachhaltige Versicherung“ Dinge, die zerstört wurden, nicht einfach "nach gleicher Art und Güte", wie es üblich ist, sondern berücksichtigt, bewertet und fördert darüber hinaus, dass das „neue Ding“ beispielsweise energieeffizienter, fairer hergestellt und gesünder ist, als das „zerstörte Ding“.

All diese Wirkungen können erfasst und gemessen werden; und darüber kann in einer Gemeinwohlökonomie-Bilanz berichtet werden.
Eine „nachhaltige Versicherung“ kann auch nachhaltiges Verhalten „belohnen“, indem und wie sie die Prämien gestaltet. Dadurch entsteht auch für Interessenten ein Anreiz, noch einmal zu prüfen, an welcher Stelle eine Investition beispielsweise in erneuerbare Energien zur Eigennutzung oder eine Verhaltensänderung wie beispielsweise der Wechsel zu einem nachhaltigen Stromanbieter jetzt mal konkret umgesetzt wird. Oftmals wollte man ja "immer schon" solche Entscheidungen umsetzen; hier ist es gut, wenn zur intrinsischen Motivation noch ein finanzieller Anreiz winkt.

Weil Versicherungen nicht nur große Summen an Geld bewegen, sondern auch alle gesellschaftlichen Schichten und alle Wirtschaftsbereiche erreichen, kann dieses Geschäftsmodell gut zu einer Transformation der Gesellschaft beitragen. Allerdings fehlt bisher der Beweis, dass das tatsächlich geht, und daher bewegen sich die etablierten Versicherungs-Gesellschaften kaum. Ver-de, eine neue „nachhaltige Versicherungsgesellschaft“ – eine Genossenschaft – will das ändern. Es soll damit ein positives Beispiel gesetzt werden, wie es die Energiewerke Schönau oder die GLS-Bank in ihren Märkten getan haben. Um zu zeigen, dass es geht, und auch wie.

Darüber wollen wir uns informieren lassen.


Eine Veranstaltung des Münchner Forum Nachhaltigkeit

Im Rahmen der „Nacht der Umwelt“

Freitag, 15. September 2017
18.00 Uhr
münchner zukunftssalon, Waltherstr. 29 Rgb, 80337 München 

Referent: Günter Friedmann (Imkermeister)

In den letzten Jahren verging kaum ein Tag, an dem nicht in den Medien über das „Bienensterben“ und die zunehmende Not der Bienen berichtet wurde. Fristete die Imkerei zuvor eine kaum wahrgenommene Randexistenz, rückte die Honigbiene plötzlich in den Fokus des öffentlichen Interesses.

Die Honigbiene wird zum „politischen Tier“: Imker können an der Gesundheit und Konstitution ihrer Bienenvölker – aber auch am gesammelten Honig und am Pollen – ablesen, wie es um die Blütenvielfalt und Biodiversität unserer Wiesen und Felder bestellt ist. 

Ein Pionier der ökologischen und bienengemäßen Imkerei berichtet aus seiner Arbeit.

Anmeldung ausschließlich bitte an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!



 

 

Donnerstag, 26. Oktober 2017
19.00 Uhr
Green City Energy AG, Zirkus-Krone-Str. 10 (Eingang Georg-Schätzel-Straße), 80335 München, 6.OG, „Orange Bar“ (siehe auch http://www.muenchen.de/stadtplan.html).

Referent: Professor Dr. Meinhard Miegel

Noch nie waren so viele Menschen weltweit so wohlhabend und zugleich so existentiell bedroht wie heute – Segen und Fluch ihres entfesselten Wissens und Könnens. Denn diese Entfesselung hat nicht nur ungeheure produktive, sondern auch destruktive Kräfte freigesetzt.

Während langer historischer Perioden war den Menschen diese Ambivalenz ihrer Fähigkeiten wohl bewusst. Sie bemühten sich daher, sie zu steuern und einzuhegen. Maß zu halten galt ihnen als große Tugend.
Der Mensch sollte sich bewusst sein, dass es Unveräußerliches gibt, das größer ist als er selbst. Sein Wissen und Können sollten sublimiert sein durch Kunst und Ästhetik. Wissen, Kunst und Religion bildeten einen harmonischen Dreiklang – Grundlage aller nachhaltigen Kultur.

Seit Anbruch der Moderne ist dieser Dreiklang gestört. Die Folgen sind dramatisch. Die Harmonie wiederherzustellen ist das Ziel kultureller Erneuerung.

Auszeichnungen

Bayerische Klima-Allianz PHINEO Wirkt Siegel http://www.un-dekade-biologische-vielfalt.de/ Umweltbildung Bayern UN_Dekade_Offizielles Projekt_2014 BNE-Auszeichnung www.landesstiftung.bayern.de

↑ nach oben

Copyright © 2013 www.die-umwelt-akademie.de. Alle Rechte vorbehalten.
Initiative Transparente Zivilgesellschaft