Veranstaltungen Ausblick

Ob Vortragsveranstaltung, Podiumsdiskussion, Exkursion, Filmvorstellung, Round-Table- oder  Kamin-Gespräch: Hier informieren wir Sie aktuell über die kommenden Veranstaltungen zu allen Themenschwerpunkten.

in Kooperation mit  

 

13. Dezember 2018
19:00 Uhr

Münchner Zukunftssalon, Waltherstr. 29, Rückgebäude, 2. Stock, ÖPNV „Goetheplatz“

Referent: Prof. Dr. Ortwin Renn, Direktor des Zentrums für Interdisziplinäre Risiko- und Innovationsforschung, Universität Stuttgart Wissenschaftlicher Direktor des Institute for Advanced Sustainable Studies (IASS), Potsdam 

 

KLIMAWANDEL: RISIKO UND RESILIENZ

Warum wir uns vor den falschen Risiken fürchten         

In einer Welt, die an Komplexität zunimmt, sind Risiken immer schwerer prognostizierbar. Dabei haben „systemische“ Risiken mehrere Eigenschaften, die sie von „herkömmlichen“ unterscheiden: Sie sind hochkomplex, eng vernetzt mit anderen Risiken, strahlen auf unterschiedliche Wirtschafts- und Lebensbereich aus, werden z.B. in Medien und Politik zu wenig beachtet, wegen ihrer Nicht-Linearität unterschätzt und sind schwer zu begrenzen. Zudem überschreiten sie nicht nur nationale Grenzen, sondern auch systemische: solche zwischen wissenschaftlichen, technischen, wirtschaftlichen, politischen, gesellschaftlichen… Systemen also.

Das gilt – neben den Komplexen der mangelhaften Steuerung in Wirtschaft und Politik (Kapitalmärkte, Korruption …) und negativen Begleiterscheinungen der Globalisierung ( Ungleichheiten, gewaltbasierte Konfliktauseinandersetzungen, Identitätsverluste …) – auch für menschliche Eingriffe in die Natur, beispielsweise die Emission von Schadstoffen, die Ressourcen-, Gewässer- und Flächenübernutzung und in besonderem Maße den anthropozän induzierten globalen Klimawandel:

Der Klimawandel kommt „schleichend“ daher. Sein hohes Bedrohungspotenzial wird deutlich unterschätzt, weil er uns – ausser einem zu heißen Sommer 2018 – nicht täglich und nicht mit plötzlichen Katastrophen trifft. Weil klimabedingte Ereignisse örtlich und zeitlich weit entfernt voneinander stattfinden, nehmen wir die dahinterstehenden Risiken mit ihren physikalischen Ursache-Wirkungs-Ketten nicht wahr. Das resultiert auch aus der marginalen Berichterstattung von sog. „Klimaereignissen“ in den Medien und daraus resultierender Einzelkonflikte etwa in der Politik – ohne systematische Darstellung und Erläuterung des systemischen Risikos nicht nur für „die da im Süden“, sondern auch für uns, als Betroffene, aber auch als Hauptverursacher. Verdränger, Verharmloser und Verleugner tun das ihrige. Und bislang ungelöst ist das „free-rider-Problem“: Warum soll ich in Politik, Wirtschaft oder Alltagshandeln Nachteile in Kauf nehmen (nicht mehr gewählt zu werden, Marktanteile zu verlieren, auf meinen SUV verzichten…), wenn mein Einzelbeitrag gering ist und ein unbekannt anderer profitiert?! 

Es geht um globale und nationale Risiken; aber auch Resilienzen, also die Widerstandsfähigkeit, globale ökologische und gesellschaftliche Krisen zu bewältigen und sie durch Rückgriff auf persönliche und gesellschaftlich vermittelte Ressourcen für künftige Entwicklungen zu nutzen. Wie aber können Zukünfte aussehen? Und: Wie kann Zukunft so vergegenwärtigt werden, dass die Berücksichtigung von Langfristfolgen stärker Einklang in die – globale – politische und gesellschaftliche Praxis findet?

Das wollen wir wissen von dem renommierten Risiko- und Resilienzforscher Deutschlands.   

Foto: IASS

Zum Weiterforschen: Vortrag Prof. Renn zu Nachhaltigkeit und Risiken, warum wir uns vor den falschen Risiken fürchten, was Resilienz wirklich bedeutet…

https://www.youtube.com/watch?v=Dj-rh004gbA    und    https://www.iass-potsdam.de/de/forschung/thema/systemische-risiken

 

 

Dienstag, den 18. Dezember 2018

Einladung zu einer Exkursion
in Kooperation mit „Münchner Ernährungsrat e.V.“                                  


„(Wie?) Kann man Brot CO2-neutral backen?“


Es geht nicht um Weihnachtsplätzchen, sondern um Brot: Seit mehr als 30 Jahren verfolgt die Ludwig Stocker Hofpfisterei GmbH die Strategie einer nachhaltigen Unternehmensführung. Neben der Verwendung von Rohstoffen aus anerkannt ökologischer Landwirtschaft liegt der Schwerpunkt des Umweltmanagementsystems EMAS insbesondere auf der Ressourcenschonung und dem Klimaschutz. 2017 wurde die CO2e-neutrale Produktion des Unternehmensverbundes zertifiziert.

Trotz ökologischer Wirtschaftsweise entstehen auch in der Hofpfisterei, der Meyermühle, Stocker’s Backstube und der Metzgerei Landfrau  noch verbleibende CO2e-Emissionen, wenn bei der Herstellung und dem Vertrieb der Öko-Lebensmittel fossile Energien verbrannt oder Kältemittel verbraucht werden. Backöfen, Gebäudeheizung und Warmwasser-Erwärmung sowie Transporte benötigen Heizöl, Gas oder Diesel, hinzu kommt der Stromverbrauch, in Kühl- und Klimaanlagen auch Kältemittel.
Das alles kann man stark reduzieren, Ressourcen, Energie und Strom sparen – wie es die Hofpfisterei schon lange tut. Und: Erneuerbare Energien oder auch natürliche Kältemittel nutzen, Abfälle vermeiden, reduzieren und ökologisch/energetisch sinnvoll wiederverwenden/-verwerten. Eine gute Partnerschaft und ein gemeinsamer Erfahrungsaustausch mit allen Lieferanten und Dienstleistern sowie eine intensive Schulung und Motivation der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen unterstützen den ökologischen Weg.

Das wollen wir uns anschauen und vor Ort erklären lassen, quasi in der Backstube. Und der Frage nachgehen, wo bei der CO2-Zertifizierung „Klima-neutral“ die Bilanzgrenzen von Input und Output gezogen wurden; wo noch Verbesserungspotenziale gehoben werden sollen; wo und wie (hinreichend wirksam und nachgewiesen) nicht vermeidbare CO2e-Emissionen kompensiert werden.  
 

Wann?                    Dienstag, 18.12.2018, 17:00 – 19:00 Uhr
Wer?                       Vertreter*Innen der Ludwig Stocker Hofpfisterei GmbH
Wo?                        München, der Treffpunkt wird den angemeldeten Teilnehmer*innen mitgeteilt
Anmeldung:         wegen begrenzter Teilnehmerzahl unbedingt erforderlich unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Kosten:                  10€ pro Person; wird zu Beginn beim Treffpunkt eingesammelt; für weitere Spenden sind wir dankbar