Veranstaltungen Ausblick

Ob Vortragsveranstaltung, Podiumsdiskussion, Exkursion, Filmvorstellung, Round-Table- oder  Kamin-Gespräch: Hier informieren wir Sie aktuell über die kommenden Veranstaltungen zu allen Themenschwerpunkten.

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12. Juni 2018
19:00 Uhr
Münchner Zukunftssalon, Waltherstr. 29, Rückgebäude, 2. Stock, U-Bahn U3/U6 Haltestelle „Goetheplatz“.  


Referent: Prof. Dr. Günther Bachmann, Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE), Generalsekretär

Mit der Neuauflage der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie am 11. Jan. 2017 hat die Bundesregierung die Nachhaltigkeitspolitik aus dem Jahr 2002 konsequent weiterentwickelt und „eine Nachhaltigkeitsarchitektur geschaffen, die uns als solide Grundlage für die nationale Umsetzung der Agenda 2030 dient“. Tatsächlich hat die „Agenda 2030“ die bisher eher abstrakten und theoretischen Vorstellungen über nachhaltige Entwicklung erstmals in 17 Ziele konkretisiert und damit einen globalen Orientierungsrahmen geschaffen. Die deutsche Bundesregierung hat sich zur ambitionierten Umsetzung der „Agenda 2030“ verpflichtet, sie entstammen dem Beschluss der Vollversammlung der Vereinten Nationen zu den „Sustainable Development Goals (SDG)“ vom September 2015.

Mit der nationalen Strategie soll aufgezeigt werden,
• wie die Chancen auf ein Leben in Wohlstand weltweit heute und zukünftig erhöht werden können,
• wie die natürlichen Lebensgrundlagen bewahrt werden können und wie ein Leben in Würde für alle Menschen auf der Welt ermöglicht werden kann.

Deutschland weist in vielen Bereichen bereits hohe Standards auf. Gleichwohl sind wir in vielen Bereichen noch sehr weit von einem nachhaltigen Leben, nachhaltigem Wirtschaften und einem nachhaltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen entfernt. Wertet man die Indikatoren, die zum Monitoring der Nachhaltigkeitsentwicklung verwendet werden, aus, ergibt sich ein negativer Trend.

Drohen wir zu scheitern, wie es das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung (berlin-institut.org) in der Streitschrift „VIELE ZIELE, WENIG PLAN - warum Kommunen und die deutsche Nachhaltigkeitsstrategie nicht zusammenfinden (September 2017)“ kritisiert hat? Brauchen wir nicht endlich mehr Verbindlichkeit insbesondere bzgl. Chancengerechtigkeit auch in Deutschland sowie verstärkte, messbare Maßnahmen bei Klima- und Ressourcenschonung? Steht der von maßgebenden Politikern geforderte Freihandel nicht diametral den 17 Nachhaltigkeitszielen der UN entgegen? Droht ein Scheitern a là „Klimaziele 2020“ – Sind diese nicht mehr erreichbar und geht es weiter wie gehabt?!
Pof. Dr. Bachmann wird berichten, wie der Transformationsauftrag für Deutschland gelingen kann. Der RNE berät die Bundesregierung seit 2001 in allen Fragen der Nachhaltigkeit. Seine 15 Mitglieder werden jeweils für die Dauer von drei Jahren von der Bundeskanzlerin berufen und stehen je nach ihrem fachlichen Hintergrund für die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit in der Definition des Deutschen Bundestages: Ökologie, Ökonomie, Soziales.
Zum Weiterlesen: Klicken Sie bitte hier.

 

28. Juni 2018
19:00 Uhr
Münchner Zukunftssalon, Waltherstr. 29, Rückgebäude, 2. Stock (ÖPNV „Goethplatz“)

Referent: Hans-Josef Fell; Präsident der Energy Watch Group, Berlin; Sprecher für Energiepolitik der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen 2005 – 2013, Autor des Entwurfs des EEG 2000

Deutschland versorgt sich zu 100% mit Erneuerbaren Energien. Und keiner hat’s gemerkt.


Am 01.01.2018, 06:00 Uhr, liegt die Stromnachfrage in Deutschland bei knapp 41.000 MWh; sie wird gedeckt zu 85% durch Windkraft; Wasserkraft und Biomasse besorgen den Rest von 15%; die Sonne ist noch gar nicht aufgegangen. Im bundesdeutschen Schnitt deckten die Erneuerbaren die Strom-Nachfrage in den Monaten Januar bis März 2018 zu 40,1%, im Januar zu 52,9%. Unglaublich? Aber wahr. Geht doch: Die „Erneuerbaren“ sind definitiv aus der Nische raus.


„100% EE weltweit geht aber nicht!“. Das hörten wir vor 20 Jahren in Deutschland auch, als die großen Versorger in Werbeanzeigen behaupteten, Erneuerbare könnten über 4% des Stromdargebots niemals hinauskommen.


Doch die globale 100%-EE-Wende ist nicht länger eine Frage technischer Möglichkeiten und wirtschaftlicher Rentabilitäten, sondern eine des politischen Willens: Eine neue Studie der Lappeeranta University of Technology (LUT), Finnland, und der Energy Watch Group (EWG), Berlin, aus November 2017 hat gezeigt, dass eine Wende zu 100% erneuerbarem Strom machbar ist, zu jeder Stunde und über das ganze Jahr – schon früher als 2050. Prognostiziert ist dabei ein Bevölkerungswachstum auf dem Globus von 7,3 auf 9,7 Milliarden Menschen in 2050; das korreliert mit einer Verdopplung des weltweiten Energiebedarfs von 24.300 TWh (2015) auf 48.800 TWh (2050). Und das System wird kostengünstiger als das bisherige, das überwiegend auf Kernkraftenergie und solcher aus der Verbrennung fossiler Ressourcen setzt: Liegen die durchschnittlichen Stromkosten heute bei 70€/MWh (2015), so sind es dann 52€/MWh (2050).


Dies aufgrund deutlich fallender Gestehungskosten aus Wind, insbesondere jedoch aus Photovoltaik und Speichertechnologien. Energieverluste: Drastisch unter der Hälfte des heutigen Systems. Arbeitsplätze: +17 Millionen im Bereich EE gegenüber 2015. Globale Treibhausgasemissionen aus der Stromerzeugung: Nahe Null.


Geht nicht? Geht doch. Erläutert uns Hans-Josef Fell, Präsident der Energy Watch Group und ehemaliger MdB, GRÜNE, 1998-2013, Autor des Erneuerbare-Energien-Gesetz 2000.


Foto-Quelle

Zum Weiterlesen:
Die Umwelt-Akademie e.V., Rückblick der Veranstaltung mit Hans-Josef Fell „Was brauchen wir für eine wirksame Energiewende und wie kommen wir dahin?“, 15.02.2017: Klicken Sie bitte hier. 
Und die Studie von LUT und EWG: „Global Energy System Based On 100% Renewable Energy Power Sector“, November 2017: Klicken Sie bitte hier.

 

 

in Kooperation mit    

 

Dienstag, 03. Juli 2018
19:00 Uhr
Münchner Zukunftssalon, Waltherstr. 29, Rückgebäude, 2. Stock, (ÖPNV „Goetheplatz“)

Referent: Prof. Dr. Dieter Gerten; Koordinator Erdsystemmodellierung und Leiter Projekt “Planetary Opportunities and Planetary Boundaries“ am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK); Professor für „Klimasystem und Wasserhaushalt im Globalen Wandel“ an der Humboldt-Universität zu Berlin 


Augenscheinlich befinden wir uns bereits im Anthropozän, dem „Zeitalter der Menschheit“, in dem homo sapiens das Erdsystem verändert hat und weiter verändert: Klimawandel, Biosphären-Integrität, Stratosphärischer Ozonabbau, Ozeanversauerung, Biogeochemische Flüsse,  Landnutzungswandel, Süßwassernutzung, Aerosolgehalt der Luft, Einführung neuer Substanzen – überall zeigen die Indikatoren nach oben, ins Schlechtere. Gemäß dem normativen Vorsorgeprinzip verweisen diese „Planetary Boundaries“ – planetare Grenzen – auf die mit einem Verlassen eines sicheren Handlungsraums verbundenen Risiken.

 
Steffen et.al., 2015; Science; Planetary boundaries – guiding human development on a changing planet

Zu den ökologischen Grenzen kommen soziale: Angesichts heute 850 Millionen hungernder und einem zu erwartenden globalen Bevölkerungszuwachs um 2 bis 3 Milliarden Menschen stellen sich Anforderungen an Nahrung, Wasser, Gesundheit, Bildung, auskömmlichem Einkommen… ganz neu.
Welche Grenzen sind dem Wohl unseres Planeten und der Menschheit gesetzt? Wo sind sie bereits überschritten – und ließe sich das rückgängig machen oder kompensieren? Wie können wir auf politischer, wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Ebene dafür sorgen, die globalen Ressourcen dauerhaft zu sichern und sie in Zukunft auch gerecht zu verteilen?
Künftig ist eine integrierte Perspektive auf planetare ökologische und gesellschaftliche Belastungsgrenzen (Planetary Boundaries, Hungerbekämpfung, Nachhaltige Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (SDGs), globale Gerechtigkeit…) unabdingbar. Ökologische und soziale Grenzen werden in Wissenschaft, Gesellschaft und Politik zunehmend wahrgenommen als Basis und Kommunikationswerkzeug für sektoren- und skalen- übergreifende Ko-Transformationen – so jedenfalls die Hoffnung.

 

Foto Quelle: I. Dutz

Zum Weiterlesen:
Den Artikel im PIK Research Portal von Herrn Prof. Dr. Dieter Gerten finden Sie hier.

 

Podiumsdiskussion

12. Juli 2018
19:00 Uhr

Ort noch offen

Podiumsteilnehmer:

bisher zugesagt hat: Sabine Wiest, Bundespartei Bedingungsloses Grundeinkommen, Vorsitzende

Weitere Informationen folgen in Kürze. Danke für Ihre Geduld!


Dienstag, 17. Juli 2018
19:00 Uhr
Münchner Zukunftssalon, Waltherstr. 29, Rückgebäude, 2. Stock, U-Bahn U3/U6 Haltestelle „Goetheplatz“.

Referent: Dr. phil. habil. Weert Canzler, Forschungsgruppe Wissenschaftspolitik im Wissenschaftszentrum Berlin (WZB)

Weitere Informationen folgen in Kürze. Danke für Ihre Geduld!

 

in Kooperation mit:  

Donnerstag, 26. Juli 2018
19:00 Uhr
Internationales Begegnungszentrum (IBZ), Amalienstrasse 38, 80799 München  (ÖPNV "Univerität")

Referenten: Dr. Anne von Streit, Lehr- und Forschungseinheit Mensch-Umwelt-Beziehungen, Department für Geographie an der LMU München 
Stefan Drexlmeier, Leiter der Geschäftsstelle der Bürgerstiftung Energiewende Oberland und Vorstandsvorsitzender des Energiewende Oberland - Kompetenzzentrum Energie EKO e.V. 

Zahlreiche Initiativen in Deutschland und in Bayern haben auf regionaler Ebene die Energiewende von unten angeschoben und innovative Potentiale für die gesamtdeutsche Energiewende geliefert. Vielfach sind diese Initiativen auf zivilgesellschaftliches Engagement gegründet und haben sich zum Teil über die Jahre zunehmend professionalisiert. So sind zahlreiche Erneuerbare-Energie-Regionen entstanden, die sich das Ziel der vollständigen dezentralen Energieversorgung aus erneuerbaren Energien und damit ambitioniertere Ausbauziele als die der Bundes- oder Landesregierungen gesetzt haben. Motive solcher Initiativen sind nicht nur Chancen durch die Realisierung regionaler Wertschöpfung, sondern auch Hoffnungen auf eine Demokratisierung der Energieerzeugung und -nutzung durch kleinteiligere technische und soziale Strukturen im Energiesystem:

Im Zusammenspiel mit diesen lokalen Basisinitiativen bildete das EEG seit 2000 über finanzielle Anreize die Geschäftsgrundlage für den dezentralen Ausbau erneuerbarer Energien. Die garantierte Einspeisevergütung und die relativ leichte Umsetzbarkeit machten Investitionen in erneuerbare Energien ab 2000 auch für Akteure wie Einzelpersonen, Energiegenossenschaften, kleine und mittlere Stadtwerke attraktiv, während die großen Energieversorger nur wenig in Erneuerbare Energien investierten. 2016 waren 42 Prozent der Erneuerbarer-Energien-Anlagen in Deutschland in der Hand von Privatleuten (inkl. Energiegenossenschaften) und Landwirten (Trend: research 2017).

Derzeit sehen sich jedoch viele Initiativen mit zahlreichen Hemmnissen konfrontiert, die den Ausbau erneuerbarer Energien auf regionaler Ebene erschweren: Die Novellierungen des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) ab 2012 und dessen Umstellung auf das Ausschreibungsverfahren 2016 haben zu einem Einbruch des dezentralen Ausbau erneuerbarer Energien – insbesondere bei PV- und Biogasanlagen – geführt. So verfehlte Deutschland 2017 das im EEG festgelegte jährliche Zubauziel beim PV-Ausbau deutlich; bei Biogas ist der Ausbau fast zum Erliegen gekommen und aufgrund des bayerischen Abstandsgesetzes 10H herrscht „Stillstand bei der Windkraft“ (SZ vom 25.01.2018). Damit wurde die „Bürgerenergiewende“ deutlich geschwächt; das zeigt sich auch an den seit mehreren Jahren rückläufigen Gründungszahlen von Energiegenossenschaften. Gleichzeitig wurden mit dem verstärkten Ausbau erneuerbarer Energien auch die lokalen Konflikte um den Bau von Anlagen zahlreicher: Lokale Natur- und Umweltschutzgruppen, betroffene Anwohner und Tourismusvertreter versuchen häufig den Bau von größeren Erneuerbaren-Energie-Anlagen zu verhindern.

Wie gehen regionale Energiewende-Initiativen mit diesen Herausforderungen um und welche Aktivitäten unternehmen sie, um die regionale Energiewende zu stärken? Und: Wie spielen die veränderten äußeren Rahmenbedingungen mit den Konflikten auf regionaler Ebene zusammen? Letztendlich: Was muss passieren, dass die Energiewende wieder eine Bürgerenergiewende wird?



Dr. Anne von Streit, Foto eigen

Die Referentin beschäftigt sich in ihrer Forschung mit Fragen von Nachhaltigkeitstransitionen und leitet das Wissenschafts-Praxis-Projekt INOLA (Innovationen für ein nachhaltiges Land‐ und Energiemanagement auf regionaler Ebene). Unter anderem hat sie über Energieinitiativen in ganz Bayern, insbesondere im Oberland, geforscht. Mehr Informationen: www.inola-region.de.
Für die an den Vortrag anschließende Diskussion werden auch andere Vertreter*Innen von Energieagenturen, Energieinitiativen… in Bayern zugegen sein und sich – unter anderem an Infotischen – bekannt machen:

Energie-Genossenschaft
Zukunftswerk eG, Starnberg
Energieagentur Südostbayern
Fünfseenland eG
Energiewende Landkreis        
Starnberg e.V  

 

 

Auszeichnungen

Bayerische Klima-Allianz PHINEO Wirkt Siegel http://www.un-dekade-biologische-vielfalt.de/ Umweltbildung Bayern UN_Dekade_Offizielles Projekt_2014BNE-Auszeichnung www.landesstiftung.bayern.de

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