Veranstaltungen Ausblick

Ob Vortragsveranstaltung, Podiumsdiskussion, Exkursion, Filmvorstellung, Round-Table- oder  Kamin-Gespräch: Hier informieren wir Sie aktuell über die kommenden Veranstaltungen zu allen Themenschwerpunkten.

Donnerstag, 23. Februar 2017
19:00 Uhr
IBZ (Internationales Begegnungszentrum der Wissenschaft München e.V.)
Amalienstraße 38, 80799 München (U3/U6 Haltestelle Universität)

Referent:  Hans Josef Fell, ehemaliger Abgeordneter des Deutschen Bundestages, Autor des Entwurfs des EEG 2000

Das im Jahr 2000 im Bundestag beschlossene Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) hat eine unglaublich erfolgreiche Entwicklung für die Erneuerbaren Energien gebracht. Niemand hatte den erreichten Anteil von 35% Ökostrom für Mitte 2016 vorhergesagt. Heute sind Solar- und Windstrom die kostengünstigste Art der Energieerzeugung; entsprechend rasant breitet sich die Nutzung regenerativer Energien in aller Welt aus. Dies ist gut im Kampf gegen Erderwärmung und Luftverschmutzung. Mit der Nutzung heimischer Energien ist die Energieversorgung absicherbar, Kriege etwa um Erdöl werden unwahrscheinlicher.

China, USA, Südamerika und Indien gehören zu den aufstrebenden Weltregionen, auch im Bereich Erneuerbarer Energien. Doch in Deutschland sind die Investitionen in Erneuerbare Energien in den letzten Jahren eingebrochen; z.B. in der Photovoltaik haben wir – mal wieder – unsere Wissens-Führungsrolle leichtfertig anderen Ländern überlassen. Schuld daran ist eine interessengeleitete, öffentliche Agitation gegen regenerative Energien als angebliche „Preistreiber“. Dies führte zu massiven Behinderungen der weiteren Entwicklung zu mehr „sauberer Energie“; auch durch Lobbyismus einschlägiger Kreise in Gesetzgebungsverfahren (z.B. „Ausschreibungsverfahren“ im aktuellen EEG).

Hans Josef Fell, „Erfinder“ des EEG, wird in seinem Vortrag die Hintergründe dieser Entwicklung erläutern und diskutieren, was wirklich zu tun ist, um wirksamen Klimaschutz zu erreichen.


 

 

Eine Veranstaltung des Münchner Forum Nachhaltigkeit

Montag, 6. März 2017
19.00 Uhr
orange bar (Green City Energy AG), Zirkus-Krone-Straße 10, 80335 München
S-Bahn (sämtliche Linien): Haltestelle „Hackerbrücke“, von dort rund 400 Meter zu Fuß
Tram (Linie 16 und 17): Haltestelle „Hackerbrücke“

Referent? Prof. Dr. Markus Vogt
Prof. Dr. Markus Vogt ist Theologe und Philosoph, Inhaber des Lehrstuhls für Christliche
Sozialethik der Ludwig-Maximilians-Universität München und derzeit Dekan der
dortigen Katholischen Fakultät.

Moderation? Dr. Manuel Schneider

Die Umweltkrise ist auch eine spirituelle Krise hinsichtlich der Leitwerte und geistigen Orientierungen, die unser Leben prägen. So richtet sich der Blick auf die Religionen, die vergessene Schätze der Schöpfungsspiritualität und Ethik wiederentdecken.

Die Widerstände gegen solche „Rückerinnerungen an die Zukunft“ sind groß. Mit der Enzyklika Laudato si hat sich Papst Franziskus jedoch unüberhörbar in die globale Umweltdebatte eingemischt. Er greift franziskanische, befreiungstheologische, indigene und interreligiöse Aspekte auf.

Ausgehend von der Umweltenzyklika des Papstes fragt der Vortrag, worin genau die spezifische Kompetenz der Religionen im Umwelt- und Entwicklungsdiskurs liegt. Er skizziert „ökotheologisch“, wie sich im Kontext des Klimawandels auch die Gottesfrage selbst neu stellt und was das für eine „Politik der Lebensstile“ praktisch bedeuten könnte.

Ist in Zeiten des Klimawandels und der allgemeinen Umweltkrise die Zeit reif für eine Religionen übergreifende Allianz zur Rettung der Welt? Für einen achtsameren Umgang mit der Erde und ihren Bewohner/-innen, dem auch Atheistinnen und Agnostiker etwas abgewinnen können?

Bitte melden Sie sich nicht bei der Umwelt-Akademie an, sondern: 

Anmeldung bis 5. März 2017!:
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
oder Fax 09 11 / 30844-81779

 

in Kooperation mit dem Museum Mensch und Natur

16. März 2017
19.00 Uhr
Museum Mensch und Natur, Schloss Nymphenburg

Referent: Dr. Maximilian Hempel, Deutsche Bundesstiftung Umwelt
Maximilian Hempel studierte Geologie und promovierte 1993 an der TU Hamburg-Harburg zum Thema Quecksilber in der Umwelt. Er leitet seit 2002 das Referat Umweltchemie, seit 2016 die Projektgruppe „Ressourceneffizienz“ der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Die DBU ist eine der größten Stiftungen Europas. Sie fördert innovative, modellhafte und lösungsorientierte Vorhaben zum Schutz der Umwelt unter besonderer Berücksichtigung der mittelständischen Wirtschaft.

Woran kann man erkennen, ob unser Planet Erde belastet oder schon überlastet ist und wie könnte man eine Belastbarkeit unseres Planeten bemessen? Dieser Frage haben sich Wissenschaftler verschiedener Disziplinen um Johan Rockström, Direktor des Stockholmer Resilienz-Zentrums und Träger des Deutschen Umweltpreises 2015,  angenommen und in ihrem Konzept neun Bereiche identifiziert, die die Grenzen der Belastbarkeit unserer Erde bestimmen. Diese Bereiche werden als „planetare Grenzen“ bezeichnet. Ein Überschreiten dieser Grenzen kann Veränderungen der ökologischen Rahmenbedingungen verursachen, die sich zu einem Risiko für zukünftige Generationen entwickeln können. Für die Bereiche Stickstoffeintrag und Phosphoreintrag in die Biosphäre  attestiert die Forschergruppe, dass die planetaren Grenzen bereits überschritten sind. Hier sind die natürlichen biogeochemischen Kreisläufe gestört.
Phosphor ist für die Ernährungssicherheit einer wachsenden Weltbevölkerung unverzichtbar. Stickstoff ist als zentraler Baustein tierischer und pflanzlicher Eiweiße der Motor allen biologischen Wachstums. Beide Nährstoffe werden von Tieren und Menschen aufgenommen und ausgeschieden, sodass sie auch in Wirtschaftsdüngern wie Stallmist, Gülle aber auch Klärschlamm enthalten sind. Die natürlichen Phosphor- und Stickstoffkreisläufe werden durch den Menschen stark beeinflusst. An vielen Standorten kann das Überangebot von Stickstoff und Phosphor von den Pflanzen nicht genutzt werden. Sie gelangen in die Umwelt und richten dort Schaden an, wie z.B. Grundwasserbelastung, Eutrophierung in Fließgewässern oder die Bildung des klimaschädlichen Lachgases.
Ausgehend von dem Konzept der planetaren Grenzen wird in dem Vortrag auf die Ursachen der gestörten Kreisläufe eingegangen. Im zweiten Teil werden Lösungsansätze vorgestellt und anhand von Praxisbeispielen aus DBU-geförderten Projekten erläutert.

in Kooperation mit Green City Energy AG

23. März 2017
19:00h
Orange Bar, Green City Energy, Zirkus-Krone-Str. 10, 80335 München
S-Bahn (sämtliche Linien): Haltestelle „Hackerbrücke“, von dort rund 400 Meter zu Fuß
Tram (Linie 16 und 17): Haltestelle „Hackerbrücke“

Referent: Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Friedrich Wagner, ehem. Max-Planck-Institut für Plasmaphysik, Greifswald

Diesmal wird es „technischer“ (aber trotzdem verständlich):

Welche Bedeutung hat die Versorgung mit Energie für den Einzelnen, aber auch für unsere Gesellschaft in Europa / in Deutschland heute? Was ist die Zukunftsaufgabe im Rahmen der generellen Entkarbonisierung? Nichts weniger als einen „Rollentausch“ von Strom als Sekundärenergieform hin zur Primärenergie-Quelle; eine Herkulesaufgabe, über die (fast) noch niemand spricht. Wir tun es.

Die Produktion von Strom mit erneuerbaren Energien in großem Maßstab ist nur mit Wind und Photovoltaik möglich. Was aber sind die Eigenschaften einer intermittierenden Stromversorgung? Die Ergebnisse folgern aus diversen Berechnungen, deren Ergebnisse in einschlägigen Wissenschaftsjournalen publiziert sind; im Vortrag werden diese vorgestellt.

Welcher Ausbau ist notwendig, wieviel back-up-Leistung erforderlich? Welche Dynamik wird in das neue System eingeführt; ist sie beherrschbar? Was sind die Randbedingungen für Konzepte wie Lastverlagerung - demand-side-management? Welche Betriebsbedingungen ergeben sich für Speicher? Wie wird die CO2-Emissionsentwicklung sein? Wie stellt sich die Entwicklung dar, wenn man über den derzeitigen Strombedarf hinausgehen und die Versorgung mit Wärme und Mobilität via erneuerbarem Strom einbeziehen will (Sektorenverknüpfung)?

Und im Detail: Wie kann die Kernenergie in Schweden durch Wind ersetzt werden? Wie sind die Erfahrungen mit hohen Windanteilen in Dänemark? Die Erfahrungen mit Netzschwankungen in Irland? Gibt es Beschränkungen in der Nutzung von intermittierenden Stromquellen? Was kann getan werden, wenn eine Vollversorgung nicht möglich wäre; oder weht der Wind irgendwo in Europa immer und immer ausreichend?

 

Donnerstag, 11. Mai 2017
19.00 Uhr
GLS-Bank, Bruderstr. 5a, München
U3/U6 oder U4/U5 bis Haltestelle Odeonsplatz, vom Odeonsplatz zu Fuß in den Hofgarten der Residenz (rechts haltend) und die Hofgartenstraße, über den Scharnagelring, geradeaus in die Christophstraße, dann links in die Bruderstraße

Referentin: Mag. Hanni Rützler, Foodtrendforscherin und Pionierin der Ernährungswissenschaft, Autorin u.a. des jährlichen „Food Report 2017“, Inhaberin des futurefoodstudio, Wien

Eine stetig wachsende Weltbevölkerung, nach wie vor wenig ressourcenschonende Lebensmittel-Anbau- und Produktionsmethoden, abnehmende Anbauflächen, Umweltverschmutzung und Artenschwund werfen die Frage auf: Was können wir in Zukunft (noch) essen? Gleichzeitig wächst das Bewusstsein der Menschen für ihre Gesundheit und damit auch für ihre Ernährung. Zudem wird Essen zunehmend Ausdruck der Individualität oder Gruppenzugehörigkeit. Stichwort: Veganer oder Flexitarier. Außerdem wächst in einer zunehmend entstrukturierten Gesellschaft der Bedarf an „flexiblem“ Essen, das jederzeit und überall verfügbar ist.

Der Nestlé Zukunftsstudie „Wie is(s)t Deutschland 2030“ zufolge sind 80 Prozent der Deutschen der Zukunft gegenüber aufgeschlossen. Die Hälfte identifiziert sich mit Szenarien wie „Ressourcenschonende Ernährung in einer werteorientierten Gesellschaft“ und „Gemeinschaftliches Essen als Erlebnis in einer entstrukturierten Gesellschaft“.

Wie genau könnte das aussehen? Werden wir Fisch nur noch aus Aquakultur bekommen? Müssen wir uns mit Insekten und Algen auf dem Teller anfreunden, um unseren Proteinbedarf zu decken? Oder lieber die vegane Variante mit Kunstfleisch und sonstigen Erfindungen aus dem Lebensmittellabor? Wird „Essen to go“, also Konsum bei geringstem Zeitaufwand, die Ernährungsweise der Zukunft oder eher das gemeinsame Kochen und Genießen, mit Familie, Freunden oder in einer Hausgemeinschaft? Oder wird eine App über unsere Ernährung wachen, uns personalisierte Essensvorschläge unterbreiten und gleich online die entsprechenden Zutaten (oder den Pizzaboten) bestellen?

Welche Trends kommen auf uns zu und wie können wir auch in Zukunft unsere Ernährung nach unseren individuellen Bedürfnissen gestalten? Diese und andere Fragen beantwortet uns:




 

 

in Kooperation mit der Hochschule für Politik          

31. Mai 2017
20:00 Uhr
Hochschule für Politik München, Richard-Wagner-Straße 1, 80333 München, Hörsaal H.001/002, Erdgeschoss (ÖPNV Königsplatz)

Referentin: Prof. Dr. Lisa Herzog, Professur für Political Philosophy and Theory, Hochschule für Politik an der Technischen Universität München (TUM)

Unser Wirtschaftssystem beruht auf Denkmodellen, in denen die natürlichen Grenzen des Planeten keine Rolle spielen. Gleichzeitig wird die Natur des Menschen als sozialem, und auch sozial arbeitendem, Wesen kaum beachtet.

Wäre eine Arbeitswelt möglich, in der diese Dimensionen stärker berücksichtigt würden? Ja - denn die nicht-materiellen Werte von Arbeit wie die Entwicklung von Fähigkeiten, die Möglichkeit, einen sozialen Beitrag zu leisten, das Erleben von Gemeinschaft und der Erhalt sozialer Anerkennung sind durchaus mit einer weniger wachstumsorientierten Wirtschaft vereinbar.

Allerdings ist fraglich, ob diese Werte in einer strikt hierarchisch und an Märkten orientierten Wirtschaftsordnung realisiert werden können. Wahrscheinlicher dürfte dies in einer stärker demokratisch gestalteten Arbeitswelt sein. Neue Technologien bieten derzeit die Chance, demokratische Reformen und Experimente zu unternehmen, und damit auch die Umweltverträglichkeit der Wirtschaft zu verbessern.

Auszeichnungen

Bayerische Klima-Allianz PHINEO Wirkt Siegel http://www.un-dekade-biologische-vielfalt.de/ Umweltbildung Bayern UN_Dekade_Offizielles Projekt_2014 BNE-Auszeichnung www.landesstiftung.bayern.de

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