Aktuell
Neue webbasierte Kompetenzplattform zu Nachhaltigkeit und Nachhaltigkeitsratings ARGUS PDF Drucken E-Mail

Neue webbasierte Kompetenzplattform zu Nachhaltigkeit und Nachhaltigkeitsratings ARGUS


Nachhaltige Unternehmensführung ist kein Modewort, sondern etabliert sich immer mehr zu einer Schlüsselkompetenz von Unternehmen. Wie eine aktuelle ARGUS-Studie zum gesellschaftlichen Engagement deutscher Unternehmen zeigt, werden Informationen über die Nachhaltigkeitsleistung von Unternehmen nicht nur von internen Stakeholdern wie dem Management sondern auch von externen Stakeholdern wie Anlegern, Geschäftspartnern oder Kunden vermehrt nachgefragt.

Nachhaltigkeitsratings stellen in diesem Zusammenhang ein nützliches Instrument zur Bewertung der Nachhaltigkeitsleistung von Unternehmen dar. In den letzten Jahren hat sich ein spezifischer Markt für Nachhaltigkeitsratings entwickelt. Wie bei allen Rating-Dienstleistungen so gilt auch für Nachhaltigkeitsratings, dass sie aus ökonomischer Sicht für die Nutzer der Ratings mit Unwägbarkeiten versehen sind. Folgen hiervon sind vor allem von bewerteten Unternehmen beklagte Intransparenzen bezüglich der Funktions- und Herangehensweise individueller Rating-Organisationen und Unsicherheiten gegenüber Modell und Output des Rating-Prozesses. Gleichzeitig benötigen unterschiedliche Interessengruppen wie geratete Unternehmen, Kapitalgeber oder auch die interessierte Öffentlichkeit unterschiedliche Informationen.

Das Forschungsprojekt ARGUS (Architecture of Ratings in Company Related Global CSR/CS for Users and Stakeholders), der Lehrstühle für Finanzwirtschaft und Wirtschaftsinformatik I der Universität Stuttgart sowie der Bundesstiftung Umwelt entwickelte vor diesem Hintergrund die gleichnamige Kompetenzplattform ARGUS. Die Plattform ist in ihrer Art und Ausrichtung völlig neuartig und soll die Kommunikation und Transparenz zwischen den Akteuren des Marktes für Nachhaltigkeitsratings verbessern. Die Kompetenzplattform ARGUS stellt dabei Informationen über die Nachhaltigkeitsbewertung von Unternehmen sowie verwandte Ansätze und Begriffe, wie z. B. Corporate Sustainability, Corporate Social Responsibility, Corporate Citizenship, nachhaltige Geldanlagen etc. bereit. Dabei werden gezielt die Rating-Anbieter mit ihren Kompetenzen, Schwerpunkten und Rating-Systemen für Nachhaltigkeitsratings von Unternehmen vorgestellt.

ARGUS dient in erster Linie als Integrator,  Moderator und Promotor für Fragestellungen nachhaltigen bzw. sozial verantwortlichen Wirtschaftens. Der Fokus liegt dabei auf der Schnittstelle zwischen Unternehmen, Investoren und Intermediären. Ziel von ARGUS ist es, die Kommunikation und Kooperation unter den Akteuren zu verbessern, sowie Potenziale für Einsatzmöglichkeiten und Verwendungen von CS/CSR-Ratings aufzuzeigen.

Um die Ergebnisse des Forschungsprojekts der breiten Öffentlichkeit vorzustellen, findet am Freitag, den 25. 06. 2010 die Konferenz „Management von Nachhaltigkeitsratings und Nachhaltigkeitsdaten – Aktuelle Forschungsergebnisse und innovative Praxisansätze“ statt. Ziel der Veranstaltung ist es, neben der Vorstellung der Kompetenzplattform ARGUS aktuelle Trends der Nachhaltigkeitsbewertung von Unternehmen und innovative Praxisansätze zur Unterstützung des Managements unternehmerischer Nachhaltigkeit durch Business Intelligence Lösungen aufzuzeigen.

Neben renommierten Referenten aus Wissenschaft und Praxis werden im Rahmen der Konferenz aktuelle Forschungsergebnisse zum gesellschaftlichen Engagement deutscher Unternehmen vorgestellt.

Einen Link zum Programm und zur Onlineanmeldung finden Sie unter www.argus-responsibility.de.

 
Pressenotiz PDF Drucken E-Mail

Zurück zu alten Werten
Wie wir in der Wirtschaft mehr Nachhaltigkeit erreichen

von Dr. Peter Grassmann

Nur wenige Monate nach dem Schock über eine weltweit kollabierende Wirtschaft geht die Jagd nach maßlosem Gewinn, unbegrenztem Wachstum und ungehemmten Bonuszahlungen nahezu ungehindert weiter. Vergessen scheinen bereits alle Vorsätze, gleich ob für Klimaschutz oder Disziplin im Finanzsystem. Letztendlich lautet die ernüchternde Diagnose: Wenn wir weiterhin dem Spiel der Märkte zu freien Lauf lassen, ist der nächste Kollaps vorprogrammiert. Die Kritik an der Marktwirtschaft ist groß, aber die Zahl der Gutwilligen in der Wirtschaft ebenso. Denn es gibt ihn  noch, den ehrbaren Kaufmann. Es wird nur Zeit, dass wir ihn unterstützen, dass wir diese Gemeinschaftsorientierung generell einfordern. Peter Grassmann wird über das neue Projekt der Umwelt-Akademie München „Werteorientierte Wirtschaft“ sprechen und Wege aufzeigen, wie wir in der Wirtschaft mehr Nachhaltigkeit erreichen können. Grundlage dazu liefert sein Buch „Burn out. Wie wir eine aus den Fugen geratene Wirtschaft wieder ins Lot bringen“, das der Autor auf der 6. CSR-Tagung in Stuttgart vorstellte.  Er wendet darin die Systemkritik zu einer positiven Antwort, um mit einem verpflichtenden Wertekodex und branchenspezifischen Dialogen die Märkte wieder in Balance zu bringen.


 
CSR-Koordination von Wirtschaftssektoren PDF Drucken E-Mail

Vortrag in der Evangelischen Akademie Tutzing
Tagung 2010 der Reihe Normative und institutionelle Grundfragen der Ökonomik
Ökonomik in der Krise?
Herausforderungen für die Theoriebildung und Politikberatung
von Peter H. Grassmann


Marktversagen - ein häufiges Wort in den letzten Monaten, ein Wort, in dem ein grundsätzlicher Zweifel an unserem marktwirtschaftlichen System steckt. Denn es ist eindeutig: die Finanzkrise ist eine dramatische Entgleisung marktwirtschaftlicher Entwicklungen mit ebenso dramatischen sozialen Folgen. Einfach ignorieren und wieder zur Tagesordnung übergehen, kann man da nicht. Und dieser kritische Blick kombiniert sich mit der Erinnerung an den zentralen Satz von Nicholas Stern in seinem in 2007 veröffentlichten Report über die ökonomischen Gefahren des Klimawandels:

„Der Klimawandel ist das größte Versagen des Marktes…“.

Die Frage nach der Rolle der Ökonomik, die ja die Instrumente anbieten soll, um solche Fehlentwicklungen zu verhindern, ist also berechtigt. Es mag dabei offen bleiben, ob man von Krise, Herausforderung oder Chance sprechen soll. Eines jedenfalls ist klar: die Ökonomik hat noch keine eindeutigen und weltweit akzeptierten Antworten zur Vermeidung dieser beiden dramatischen Fehlentwicklungen durchsetzen können. Wie oft nach einer Hypephase , die mit einem Kollaps endet, versucht man vielmehr, danach so weiterzumachen wie vorher. Als Mediziner würden wir diese Verweigerungshaltung nach dem Kollaps als Burnout-Syndrom bezeichnen und eine umfangreiche Therapie empfehlen. Die Therapievorschläge aber müssen von der Ökonomie, die Therapie selbst von der Politik und von einem veränderten Verhalten der Akteure kommen.

Warum nun greifen frühere Stabilisierungsprogramme nicht mehr, was ist anders und welche neuen Instrumentarien sind möglich? Zu diesem Denkprozess einen Beitrag zu bringen,
darum geht es.

Lesen Sie weiter:
Klicken Sie hier

 
Die werteregulierte Marktwirtschaft PDF Drucken E-Mail

Die zwölf Thesen von Burn Out
von Peter H. Grassmann

These 1 Erstmals gilt es, globale Gemeinschaftsgüter zu verwalten.

Erstmals in der Geschichte der Menschheit sind globale Probleme der Marktwirtschaft entstanden. Technologischer Fortschritt und explodierendes Bevölkerungswachstum wurden zu einer das Überleben gefährdenden Belastung der globalen Gemeinschaftsgüter Luft und Wasser.

These 2 Nationale Strukturen können nicht weltweit ordnen

Freie Marktwirtschaft benötigt einen funktionierenden Ordnungsrahmen, eine der zentralen staatlichen Aufgaben. Der Nationalstaat aber kann keine grenzübergreifende gesetzliche Regelung bieten. Die mangelnde Übereinstimmung von politischen Grenzen und wirtschaftlichem Handlungsraum ist ein zentrales Systemdefizit globaler Märkte, Ursache für Überhitzungen, Exzesse und sich wiederholendem Kollaps. Schon Adam Smith hat betont, dass Marktwirtschaft eine ethische Grundhaltung und einen staatlichen Ordnungsrahmen benötigt.

These 3 Die Online-Vernetzung hat neue globale Freiheit geschaffen

Zugleich hat die Online-Vernetzung von Wirtschaft und Gesellschaft eine epochale Veränderung der globalen Kommunikationsmöglichkeiten geschaffen. Mit ihr können Kapital, Know-how und Wertschöpfung weltweit zügig verschoben werden an den jeweils ökonomisch günstigsten Ort. Soziale und ökologische Ziele werden in den Hintergrund gedrängt, denn sie werden von einer ökonomisch denkenden Marktwirtschaft als zweitrangig erachtet.

These 4 Internationale Kooperation der Nationalstaaten genügt nicht
Der aus internationaler Zusammenarbeit der Nationalstaaten entstehende Ordnungsrahmen ist schwach und unzureichend wegen der enormen kulturellen, sozialen und politischen Unterschiede der Nationen. Eine Weltregierung ist in vorhersehbarer Zukunft nicht zu erwarten

These 5 Mehr Selbstorganisation der Wirtschaftsbranchen ist erforderlich
Die Menschheit ist also aufgerufen, ihre globalen Gemeinschaftsgüter und global wichtige Werte zu verteidigen, ohne einen funktionierenden weltweiten Ordnungsrahmen zur Begrenzung gemeinschaftsfeindlichen Handelns zur Verfügung zu haben. Nachhaltiges Handeln und ethische Verantwortung haben eine neue Dimension bei Sicherung globaler Gemeinschaftsgüter und weltweiter sozialer Fairness.

These 6 Erfolgreiche Selbstverwaltung von Gemeinschaftsgütern ist möglich
Gemeinschaftsgüter können auch ohne staatlichen Ordnungsrahmen erfolgreich und ökonomisch sinnvoll verwaltet werden, wie gerade durch den Wirtschafts-Nobelpreis 2010 betont wurde. Es gilt also, dieses Denken in gemeinsamem Nutzungswillen und gemeinsamer Verantwortung in allen Wirtschaftssektoren anzustoßen und entsprechend der regionalen oder auch globalen Situation zu gestalten.

These 7 Kooperationen und Verbände der Wirtschaft sind gefordert

Diese Aufgabe ist für die einzelnen Wirtschaftssektoren sehr unterschiedlich. Neue Kooperationsgemeinschaften werden notwendig, aber die Nutzung der vorhandenen branchenspezifischen Kooperationsformen in Wirtschaftsverbänden, Handelskammern und Kooperativen sind mit aufgefordert, sich dieser Herausforderung zu nachhaltig ökosozialem Verhalten konsequenter zu stellen. Das übliche Instrument der Wertedefinition einer Gemeinschaft ist der Wertekodex, Jahrhunderte lang der Stolz vieler Stände, Zünfte, Zweckgemeinschaften und auch regionaler Stämme. Es ist an der Zeit, die Kraft des Wertekodex wieder zu entdecken.

These 8 Der mitbestimmte Wertekodex wird zum zentralen Instrument
Durch Mitbestimmung der Zivilgesellschaft in der Wirtschaft kann ein neuer Ordnungsrahmen der Wirtschaft entstehen: mit branchenspezifischen Aktionsprogrammen, Sanktionsregeln und einem verbindlichen Wertekodex.
Diese Mitbestimmung kompensiert das bisher überwiegende Versagen der Marktwirtschaft bei der Definition und Durchsetzung wirksamer Wertekodices durch ein neues Gleichgewicht der Kräfte. Dieses Modell kann Anleihen nehmen an den Erfolgen der betrieblichen Mitbestimmung, die soziale Werte im unternehmerischen Alltag sichert. In Analogie entsteht der mitbestimmte Branchenkodex als ein Steuerungselement ökosozialen Handelns der marktwirtschaftlichen Kooperation. Die Mitsprache einer organisierten Bürgerschaft ist die themenbezogene Stimme des Bürgers in diesem Gestaltungsprozess.

These 9 Der branchenspezifische Wertekodex ist ein universelles Instrument
Oft als Feigenblatt missbraucht, ist der Wertekodex dennoch das Instrument, mit dem Gemeinschaften ihre Werteregeln definieren und durchsetzen können. Er definiert die Ziele nachhaltigen Handelns, regelt Anreizsysteme und Motivation, begrenzt die Gemeinschaftsgüter gefährdenden Produktgebiete und Marketingformen und schafft den Stolz einer starken Gemeinschaft, flexibel umgehend mit politischen und geografischen Grenzen.

These 10 Der begleitende gesetzliche Rahmen von EU und der Nationalstaaten sichert die Durchsetzungskraft
Der Staat tritt zwar etwas in den Hintergrund, muss aber in seinem nationalen Grenzen den gesetzlichen Ordnungsrahmen für die Wirksamkeit von Gruppenvereinbarungen schaffen. Der Ordnungsrahmen der nach den Lissabon- Verträgen handlungsfähigen Europäischen Union hat aufgrund ihrer Marktgröße globale Auswirkungen auf Handelsströme und Wertschöpfung. Die anderen großen Wirtschaftsräume USA, China, Indien und Japan entwickeln ebenfalls eine Nachhaltigkeitsorientierung, die durch das Vorbild Europa wesentlich befruchtet werden kann.

These 11 Ein Kulturwandel der Wirtschaftsverbände wäre die schnellste Form veränderter Steuerung der Märkte
Der schnellste Hebel dieser Umsteuerung wäre ein Richtungswechsel der existierenden Kooperationen und Wirtschaftsverbände weg vom rein egoistischen Branchenvertreter hin zum Koordinator und Wächter nachhaltigen ökologischen Handelns. Diese Neuorientierung wäre die schnellste Form eines Kulturwandels, da sie auf bestehende Strukturen aufbaut und nur punktuell neue Strukturen schaffen muss. Die weltweite Struktur der Wirtschaftsverbände und Handelskammern hat den Schlüssel in der Hand, um trotz der Grenzen nationalstaatlicher Ordnung global einen neuen Umgang mit globalen Gemeinschaftsgütern und den ethischen Herausforderungen einer global vernetzten Weltgemeinschaft zu schaffen.

These 12 Die staatliche Aufgabe wird reduziert, werteorientierte Kooperation wird zur ergänzenden Leitlinie des freien Spiels der Marktkräfte
Das Wirtschaftsleben ist zu komplex geworden, um mit staatlichen Regelungen allein gemeinschaftsfreundlich zu bleiben. Der verpflichtende und mitbestimmte Branchenkodex schafft selbst organisierte Ordnungsrahmen, die den Staat entlasten. Aufbauend auf eine Empfehlung des Global Compact, können sie zum weltweiten Standard-Instrumentarium brancheninterner Kooperation und Sicherung der ökosozialen Verantwortung werden. Die Corporate Social Responsibilty (CSR) des Unternehmers ordnet sich ein in eine ökosozial wahrgenommene Verantwortung der Gesamtwirtschaft, der eigentlichen Forderung gesellschaftlichen Gemeinsinns.

Eine vertiefte Darstellung und Begründung dieser Thesen findet sich in
Peter H. Grassmann, Burn Out, Oekom-Verlag, 2010

 
Fusionsreaktoren - Der Zukunftsentwurf oder die Illusion? PDF Drucken E-Mail

Stichpunkte und Präsentation zu einem Vortrag (am 22.01.10) von Günther Hasinger, Direktor am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching bei München.

PDF-Datei zum Download

Klicken Sie hier

PDF-Datei zum Download

Klicken Sie hier



 
«StartZurück12345WeiterEnde»

Seite 1 von 5
 

„Die ganzheitliche Betrachtungsweise der Dinge ist für mich der Schlüssel zum Erfolg eines Unternehmens. Denkprozesse hierfür müssen nachhaltig und langfristig angelegt sein. Die Mitarbeit in der Umwelt-Akademie hilft mir, diese Denkweise umzusetzen und andere Menschen anzuregen, Gleiches zu tun.“

Paul Greineder, Vorstandsmitglied