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Mittwoch, 14. Mai 2014
19:00 Uhr
GLS-Bank, Bruderstr. 5a, 80538 München-Lehel (U-Bahn Odeonsplatz)
in Kooperation mit Forum Ökosoziale Marktwirtschaft (FÖS)

Referentin: PD Dr. Irmi Seidl, Eidgenössische Forschungsanstalt WSL, Leiterin Forschungseinheit Ökologische Ökonomie

Schon der Titel  „Abbau von Wachstumszwängen“ drückt den Wunsch aus, den jeder an Nachhaltigkeit Interessierte hegt. Die ungebrochene Korrelation von Wachstum und Ressourcen-Verbrauch und die damit längst eingetretene Überlastung unseres Ökosystems ist jedem bekannt. Und so war dieser Abend bestens besucht und endete mit hochkarätiger Diskussion. Mit der in St. Gallen ausgebildeten Irmi Seidl von der schweizerischen Großforschungseinrichung WSL wurden den Erwartungen mehr als erfüllt. Die Abkürzung WSL steht für den vor über 100 Jahren geschaffenen Institutsverband für „Wald, Schnee und Landschaft“,  aber von der Romantik, die in diesem Titel steckt, war im Vortrag nichts zu spüren. Es wurde ein Feuerwerk umfassender, kritischer Information zur Korrelation von Wachstum mit ökologischen, vor allem aber auch mit den sozialen und den allgemeinen Wohlstandsaspekten.

Kein Zweifel, die Wachstumsphilosophie als Allheilmittel unserer Probleme ist am Ende.  Aber der Abschied von dieser Droge fällt Politik und weiten Teilen der Gesellschaft schwer, scheint fast unmöglich. Auch wenn das Wachstum in den Industrienationen rückläufig,  ja teils verschwunden ist, so bleibt es doch hoch in der politischen Priorität.  Dies, obwohl der geringe Beitrag zur Lösung den wirklich großen Problemen immer offensichtlicher wird, ja Wachstum sogar als eine der Wurzeln erkannt ist.
Wer nun erwartete, in diesem Vortrag eine umfassende Antwort zu erhalten, der wurde enttäuscht. Denn die Antwort läge in einer besseren Beherrschung der Marktwirtschaft durch Politik und Bürger,  weit ab von unseren Gewohnheiten und politischen Sachzwängen. Und beide, Politik und Bürger unterliegen weiter den Wachstumszwängen aus Angst vor den bekannten Krisen wachstumsschwacher Volkswirtschaften,  aber auch mangels funktionierender Wohlstands- Alternativen.

So drehte sich die Diskussion zwangsläufig auch um die grundsätzliche Systemfrage bis hin zu Zinsverbot und Entbehrung. Am Ende aber blieb, dass nur die kontinuierliche Arbeit an hunderten von Einzelaspekten der Marktwirtschaft und der Volkswirtschaft erfolgversprechend ist. Denn die Patentlösung für die „große Transformation“, ein völlig anderer Lebensstil in Genügsamkeit ist weder bei uns zu vermitteln noch würde er dem Wohlstandsdruck der Armut der Entwicklungsländer standhalten. Gerade dort, wo Menschen aus ihrer Armut herausdrängen, wird man den Themen der Nachhaltigkeit kaum Priorität geben und liefert so der Trägheit der Industrienationen die Vorlage, Forderungen zu stellen und selbst wenig zu tun. So bleibt die „große Transformation“ das große Ziel, aber bis auf weiteres auch der große Traum. Es gibt kein Patentrezept, es gibt nur Kernerarbeit an vielen Einzelthemen von Bürgern, Wirtschaft, Politik und Forschung. Gemeinsam.

Präsentation PD Dr. Irmi Seidl:Klicken Sie hier

 

und aus der Veranstaltungsreihe "Mutbüger für Energiewende!"

in Kooperation mit dem Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft, München (FÖS)

18. November 2014
19:00 Uhr
Vortragssaal der GLS-Bank, Bruderstr. 5a (Eingang Unsöldstr.), 80538 München (U4 U5 Lehel)

Referenten

  • Dr. Christine Ax, Gründerin des Zukunftsrats, Büro für zukunftsfähige Entwicklung und Kommunikation, Hamburg
  • Dr. Friedrich Hinterberger, Gründer und Präsident des Sustainable Europe Research Institute (SERI), Wien; ehem. Leiter für Ökologische Ökonomie und Wirtschaftspolitik am Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie.


In Europa herrscht immer wieder Alarmstimmung, auf eine Krise folgt die nächste und die Antwort der Politik ist immer die gleiche: „Mehr Wachstum“. Gemeint ist der prozentuale Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts (BIP), die Summe aller produzierten Güter und Dienste – gemeint ist aber nicht ein Wachstum an Lebensqualität.

Man kann mit guten Argumenten bezweifeln – und wir haben dies in diversen Veranstaltungen getan –, dass heute mehr Wirtschaftswachstum zu mehr Wohlfahrt führe. Aufzuarbeiten galt, woher der „Wachstumswahn“ kommt; warum der Versuch, Wachstum zu erzwingen, uns nur tiefer in die Kreise führt.

Doch die Analyse begann mit der klaren Feststellung: Wir haben in Europa, in Deutschland, seit Jahren keine großen prozentualen Wachstums-Zuwächse mehr, das Wachstum des BIP vergangener Zeiten kommt nicht wieder. Und die Analyse zeigte ebenso klar, dass die bisherigen „Wachstumszwänge“ zu immer größeren Problemen geführt haben: Staatsschulden, (fast) Zusammenbruch des Welt-Finanzsystems, ungerechte Einkommens- und Vermögensverteilungen, unsichere Sozialversicherungssysteme, explosionsartig steigender Ressourcenverbrauch, Umweltprobleme aller Art, Erderwärmung und Klimawandel.

Zu klären ist, ob es ohne Wachstum überhaupt ginge? Ob wir einer Ideologie von Politik und Wirtschaft aufsitzen oder uns tatsächlich aus Wachstumszwängen lösen könnten. Wie das gehen soll, was wir dafür brauchen – und wie lange das dauern würde.

Die Referenten zeigten sich jedenfalls der Überzeugung, dass es möglich ist, unsere Wirtschaft und die Gesellschaft insbesondere vor dem Hintergrund des demografischen Wandels so umzubauen, dass es uns allen auch ohne Wachstum gut geht: Wir werden auch in Zukunft (weniger) Arbeit haben, gut leben und tun dürfen, was wir lieben.

Viele, aber nicht alle der 85 Teilnehmer_innen waren gleicher Meinung, die Diskussion war teils hochemotional, die Verunsicherung und Ängste sind groß.

Vortrag Dr. Friedrich Hinterberger: Klicken Sie hier

 

 

Dienstag, 11. März 2014
19:00 Uhr
Vortragssaal GLS-Bank, Bruderstr. 5a, 80538 München (U-Bahn Odeonsplatz)
in Kooperation mit Forum Ökosoziale Marktwirtschaft (FÖS)

Referent/in:

  • Dr. Sabine Ferenschild, SÜDWIND-Institut für Ökonomie und Ökumene, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Kampagne Saubere Kleidung
  • Dirk Sander, Managerfragen.Org e.V., Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft e.V., CSR-Forum im Senat der Wirtschaft e.V.

 

Vom fehlenden Nutzen der Freiwilligkeit: Arbeitsbedingungen in der globalen Textilindustrie und Ansätze zu ihrer Humanisierung

Die Bekleidungsindustrie gilt als Vorreiterin der Globalisierung. Seit den 1970er Jahren ist sie nahezu flächendeckend aus den klassischen Industrieländern in die sog. Entwicklungsländer abgewandert. Seit den frühen 1990er Jahren überschlagen sich die Berichte aus vielen Produzentenländern zu katastrophalen Arbeitsbedingungen: Niedriglöhne, überlange Arbeitszeiten, fehlende Sicherheit bzw. Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz, Kinderarbeit, Verhinderung betrieblicher Interessenvertretung sind an der Tagesordnung.

Die großen Bekleidungshändler wie u.a. C&A, H&M oder Otto sind die Auftraggeber der Bekleidungsfabrikanten in den südlichen Ländern. Sie haben seit Mitte der 1990er Jahre eine Politik der freiwilligen sozialen Unternehmensverantwortung (Corporate Social Responsibility – CSR) entfaltet, die aber in der Kritik steht wegen mangelnder positiver Auswirkungen für die Beschäftigten. Die Argumentation der Unternehmen, die Kritik der Kampagne für Saubere Kleidung an den Unternehmen und auch die politischen Regulierungsansätze wurden im ersten Vortrag dargestellt.

Präsentation Dr. Sabine Ferenschild (alle nicht mit einer Quelle versehenen Materialien stammen von Clean Clothes Campaign): Klicken Sie hier


Branchenspezifische Initiativen als Ergänzung zu staatlicher Regulierung als wichtige Komponente einer Werteregulierten Marktwirtschaft

Die heutige Gesellschaft wird durch zunehmend komplexe Herausforderungen für die nachhaltige Entwicklung geprägt, wie dem demographischen Wandel, Ressourcenknappheit oder ökosozial verantwortliches Handeln. Als Ergänzung staatlicher Steuerung interessant sind hier pragmatische und innovative Lösungsansätze in Kooperation zwischen Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.

Solche Initiativen von Unternehmensgruppen und Wirtschaftsverbänden werden oft als Selbst- (und Ko-) Regulierung bezeichnet, allerdings mit sehr gemischten Erfahrungen. Als Verbesserungsansatz interessieren vor allem sogenannte Multistakeholder-Initiativen, in denen divergierende Interessengruppen ihre Kompetenzen und Ressourcen in die Diskussion einbringen, um gemeinsam die Anforderungen an die Geschäftspolitik der Unternehmen in einem Verhaltenskodex festzulegen. Dies kann dem geringen Vertrauen eines Teils der Bevölkerung in ein „Qualitäts-Siegel“ – wie „Bio“ oder „fair-trade“ – entgegenwirken und die Ethikstandards eines Wirtschaftssektors deutlich heben. Im zweiten Vortrag erfuhren wir, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit solche Initiativen gelingen.


13. Münchner Wissenschaftstage „Wandel der Gesellschaft – Wandel der Welt“
16.-19. November 2013
im Auditorium der Alten Kongresshalle

Mehr als 300 Spitzenwissenschaftler präsentierten vom 16. bis 19. November Erkenntnisse aus Umweltforschung, Demografie, Medizin, Technologie und vielen anderen Wissensgebieten.
Wie sieht unsere Gesellschaft in zwanzig, fünfzig oder hundert Jahren aus? Auf leicht verständliche Weise befassen sich die Experten auf den 13. Münchner Wissenschaftstagen mit Problemen, die als Folge demografischer Entwicklungen auf uns zukommen, und diskutieren Lösungsmöglichkeiten. Betrachten wir den nationalen demografischen Wandel, stehen soziale Themen im Zentrum, wie Lebensstil und selbstbestimmtes Leben im Alter, oder der technische und medizinische Fortschritt. Befassen wir uns mit globalen demografischen Entwicklungen, geht es um Umwelt, Ressourcen, Konsum, Ernährung, Nachhaltigkeit - vor allem im Umgang mit den weniger entwickelten Ländern.

Zentraler Veranstaltungsort für etwa 30 Vorträge, rund 20 Marktstände der Wissenschaft, eine Ausstellung, ein attraktives Kinderprogramm und vier Themenabende war an allen vier Tagen ganztags die Alte Kongresshalle mit dem Verkehrszentrum des Deutschen Museums auf der Theresienhöhe. Zudem luden viele verschiedene Ausstellungen, Vorträge und Führungen im Großraum München alle interessierten Besucher in die Natur, Labore und Hochschulen ein.

Zu den Referenten des Hauptprogramms gehört auch unser Stellv. Vorsitzender des Vorstands

Dr.  Peter H. Grassmann mit dem Vortrag:
„Von der sozialen zur werteorientierten Marktwirtschaft“
am Dienstag, 19. November 2013, 17.30 Uhr

Die Teilnahme an allen Veranstaltungen ist kostenfrei! Weitere Informationen unter: www.muenchner-wissenschaftstage.de

Dienstag, 8. Oktober 2013
19:00 Uhr
Schweisfurth-Stiftung, Südliches Schlossrondell 1, München

Referent:

  • Prof. Dr. Felix Ekardt, LL.M., M.A.;
    Universität Rostock, Juristische Fakultät, Ostseeinstitut für Seerecht, Umweltrecht und Infrastrukturrecht (OSU)
    Forschungsstelle Nachhaltigkeit und Klimapolitik, Leipzig (FNK)

In dieser Veranstaltung wurde es politisch, aus wissenschaftlicher Perspektive: Es ging um die Frage, wie deutsche Nachhaltigkeits- und Klimapolitik aussehen müsste, und um den Spagat zwischen „alternativem Wirtschaften“ und „Energie-/Klimapolitik“. Vielfach wird zu Recht bezweifelt, dass unser derzeitiges Wirtschaftssystem klimafreundlich ist. Wir wollten es genauer wissen:

Die Kernaufgabe des 21. Jahrhundert ist u.E. die Erreichung einer dauerhaft und global vertretbaren, eben: nachhaltigen, Lebens- und Wirtschaftsweise. Energie- und Ressourcenverbrauch sowie der anthropogene Klimawandel sind die wichtigsten Handlungsfelder. Sie bedrohen – global betrachtet – unsere Existenz, unsere Art des Wirtschaftens und den Weltfrieden. Recht und Politik der Nachhaltigkeit und besonders des Klimaschutzes auf globaler, europäischer und nationaler Ebene sind damit das zentrale Thema – diesmal konzentriert auf die Frage: Wie müsste die deutsche Nachhaltigkeits- und Klimapolitik aussehen?

Der Gründer und Leiter der Forschungsstelle Nachhaltigkeit und Klimapolitik spann einen großen Bogen: Verknüpfung der Klimaschutzrechtsinstrumente mit der ethischen und menschenrechtlichen Theorie der Klimagerechtigkeit, mit soziologischen und ökonomischen Begründungen für mangelnde Durchsetzungsfähigkeit des Nachhaltigkeitsgedankens; Umweltethik, Umweltsoziologie, Umweltökonomik.

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