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in Kooperation mit dem Münchner Forum Nachhaltigkeit

Dienstag, 19. Mai 2015

Referent: Dr. Claude Martin

Für die einen sind sie Paradiese, andere sprechen noch immer von der „grünen Hölle“. Kaum ein Lebensraum löst so viel Faszination aus und ist gleichzeitig so bedroht: Rinderherden, Ölpalmplantagen und der Raubbau von Tropenholz nehmen die Regenwälder von allen Seiten in die Zange.

Claude Martin fasste den aktuellen Status quo im neuen »Bericht an den Club of Rome« zusammen, der am 21. Mai in Berlin in seiner deutschen und englische Fassung veröffentlicht wird. Für Martin findet aktuell am Äquator ein dramatisches Finale statt – ohne dass jemand wirklich weiß, wie es ausgehen wird.

„Der Bericht ist ein Weckruf, der uns allen die globalen Gefahren, die von der fortschreitenden Zerstörung ausgehen, und die Konsequenzen für unseren Planeten klar vor Augen führt“, so die Präsidenten des Club of Rome in ihrem Geleitwort. „Er stellt aber auch jüngste positive Entwicklungen heraus und skizziert eine Reihe notwendiger Maßnahmen, die es auch künftigen Generationen ermöglichen würden, sich an der Magie unberührten Regenwaldes zu erfreuen.“
Der Schweizer Biologe und Umweltschützer Dr. Claude Martin hat in Tropenwäldern von Indien und Afrika geforscht und Nationalparks geleitet. Danach war er Geschäftsführer des WWF Schweiz und von 1993 bis 2005 Generaldirektor des WWF International.

Unter seiner Amtszeit entwickelte sich der WWF zur weltweit größten Naturschutzorganisation.

Dienstag, den 24. März 2015

Referent: Dr. Werner Zittel

Noch vor wenigen Monaten hätte niemand eine solche Trendumkehr für möglich gehalten: Öl und Gas, Tanken und Heizen werden immer billiger. Der Spritpreis ist so niedrig wie seit Jahren nicht. Der Grund für diesen Preisverfall an den internationalen Rohstoffmärkten ist ein Überangebot an Öl und Gas. Entsprechend fallen die Preise. „Peak Oil“, der Höhepunkt der weltweiten Förderung, scheint in weite Ferne gerückt zu sein.

Stattdessen auf den Weltmärkten eine „Ölschwemme“. Ein Grund, gewiss nicht der einzige, sind neue Fördertechnologien wie das „Fracking“, mit denen auch „unkonventionelle“ Öl- und Gasvorkommen wie Schiefergas erschlossen werden können – nicht ohne z.T. erhebliche Gefahren für Mensch und Umwelt. Fracking boomt vor allem in den USA, aber auch in Deutschland gibt es entsprechende Vorhaben. Die Bundesregierung beabsichtigt, noch in diesem Monat ein umstrittenes Frackinggesetz durch den Bundestag zu bringen.

In dem Vortragsabend soll zunächst auf die Situation in den USA eingegangen werden sowie auf die politischen, ökonomischen sowie ökologischen Auswirkungen des aktuellen Ölpreisverfalls. Im Zentrum des Abends steht jedoch die Situation in Deutschland: Wäre Fracking als Technologie auch auf hiesige Verhältnisse übertragbar? Wie ist das anstehende Frackinggesetz der Bundesregierung zu bewerten?

Dr. Werner Zittel ist Ressourcenexperte beim Beratungsunternehmen Ludwig-Bölkow-Systemtechnik in Ottobrunn bei München und Vorstand der Ludwig-Bölkow-Stiftung. Der Physiker ist außerdem Mitglied der Energy Watch Group, eines internationalen Netzwerks von Wissenschaftlern und Parlamentariern. Gegründet 2007 versteht sich das Gremium als eine unternehmens- und regierungsunabhängige Informationsquelle für energiepolitische Entscheidungen.

in Kooperation mit der  FÖS-Regionalgruppe München

Donnerstag, 23. April 2015, 

Referent: Jakob Schoof

Im Zeitalter billigen Öls sind die Preise weiter denn je davon entfernt, die ökologische Wahrheit zu sagen. Zugleich glauben viele Zeitgenossen, allein durch ökologisch und sozial verantwortlichen Konsum die Welt verändern zu können. Damit legen sie ihre Hoffnung paradoxerweise in eine Verhaltensweise, die im ökonomischen Vergleich immer unattraktiver wird.

In seinem Vortrag plädierte Jakob Schoof für eine alternative Sichtweise: Ökologisches Umsteuern ist nicht nur eine Aufgabe des Einzelnen, sondern auch der Politik. Sozialwissenschaftliche Studien zeigen, dass allenfalls ein Drittel der Bevölkerung zu einem wirklich umweltbewussten Verhalten bereit ist, und auch diese Minderheit ist unter den gegenwärtigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stets Anreizen zu ökologischem „Fehlverhalten“ ausgesetzt. Nur wenn Umweltverschmutzung wirklich teurer wird und die Politik zugleich für sozialen Ausgleich sorgt, kann ökologischer Konsum mehr sein als ein Feigenblatt zur privaten Gewissensberuhigung. Der Vortrag zeigte Denkansätze auf, wie ein solches finanzpolitisches Umsteuern gelingen könnte.


Veranstaltung des Münchner Forum Nachhaltigkeit

Dienstag, 24. Februar 2015

Referentin: Silke Helfrich, Publizistin und Commons-Aktivistin


Auf den ersten Blick haben Wasser, Wald und Wissen, haben Erbgut und Erdatmosphäre nichts gemeinsam. Was sie aber eint: Sie gehören zur unverzichtbaren Grundlage unseres Lebens und unserer kulturellen Entfaltung. Wir brauchen diese Gemeingüter (engl. commons) zum guten Leben, sie sind „das Netz des Lebens“ (Vandana Shiva). Ihnen gemeinsam ist auch, dass sie umkämpft sind. Sei es die Privatisierung von Wasserressourcen, die Abholzung von Gemeindewäldern, die Vergabe von Patenten auf Tiere und Pflanzen, Gebühren für die Nutzung von Saatgut oder immer höhere ökonomische Zugangshürden zu Bildung und Wissenschaft: Die Welt gehört nicht mehr allen, sie wird zunehmend eingezäunt und mit Preisschildern versehen. Spätestens seit der Verleihung des Nobelpreises für Wirtschaft an die Commons-Forscherin Elinor Ostrom (2009) rücken die Gemeingüter wieder verstärkt in den Blickpunkt gesellschaftspolitischer Diskussionen. Zugleich entstehen überall auf der Welt neue Konzepte und Projekte, um Commons zu erhalten, fortzuentwickeln und neu zu schaffen. Im Norden wie im Süden, auf dem Land und in der Stadt – über Markt und Staat hinaus weisend. Die Eigentumsfrage wird in der Commons-Diskussion genauso thematisiert wie die Frage nach unserem Selbstverständnis: Wenn wir keine auf puren Eigennutz erpichte Wesen sein wollen, was sind wir dann?

Die Referentin des Abends, Silke Helfrich, ist Publizistin und seit Langem in der Commons-Bewegung aktiv. Sie hat mehrere Jahre für die Heinrich-Böll-Stiftung in Mexiko, Zentralamerika und Kuba gearbeitet, wo ihr Interesse am Thema geweckt wurde. Silke Helfrich hat Arbeiten von Elinor Ostrom ins Deutsche übertragen, ist Mitglied der Commons Strategies Group sowie des 2014 gegründeten Commons-Instituts und schreibt einen eigenen Blog zum Thema (www.CommonsBlog.de).

Veranstaltung des Münchner Forum Nachhaltigkeit

Mittwoch, 11. Februar 2015,
Evangelische Akademie Tutzing (Schloss-Str. 2+4, 82327 Tutzing)

Referent: Dr. Hans R. Herren
Dr. Hans R. Herren ist einer der wichtigsten Vordenker und Akteur der weltweiten Ökologisierung der Landwirtschaft als Referenten. Er ist Präsident der Stiftung Biovision (Zürich) und des Millennium Institutes (Washington DC), war Ko-Vorsitzender des 2008 erschienenen Weltagrarberichts (IASSTD) und wurde 2013 mit dem Right Livelihood Award ("Alternativer Nobelpreis") ausgezeichnet.

Böden sind eine der zentralen Lebensgrundlagen. Erosion und Flächenversiegelung bedrohen diese essenzielle Ressource. Böden sind lokal und werden lokal bewirtschaftet. Zugleich aber ist nachhaltiges Landmanagement eine der zentralen globalen Herausforderungen für eine nachhaltige Entwicklung, insbesondere für die Ernährungssicherung einer wachsenden Weltbevölkerung. 2015 wurde daher von den Vereinten Nationen zum „Internationalen Jahr der Böden“ erklärt.

Zudem sollen die bisherigen Millenniumsziele im September 2015 auf der UN-Vollversammlung durch Sustainable Development Goals (SDGs) abgelöst werden, bei denen Ernährungssicherung und nachhaltige Landwirtschaft eine zentrale Rolle spielen werden.

Dr. Hans Rudolf Herren, Träger des Alternativen Nobelpreises 2013, referierte im Rahmen dieser übergeordneten Thematik in Tutzing zum Thema Food Security, Sustainable Land Management and Agriculture. Dabei stelle er Strategien und Maßnahmen vor, die zur Erreichung der UN-Nachhaltigkeitsziele in diesem Themenfeld beitragen können.

Zusätzlich stellte Dr. Christine Chemnitz, Heinrich- Böll-Stiftung, den neuen „Bodenatlas“ vor, der aktuelle Daten und Fakten zur weltweiten Boden- und Landnutzung enthält.

 

 

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