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Die Umwelt-Akademie veranstaltete im Wintersemester zusammen mit der Carl von Linde-Akademie der Technischen Universität München und den beiden Hochschulgemeinden eine Vortragsreihe zum Thema:

„Wirtschaft ohne Werte? Zur Debatte über Werte und Ethik in der Wirtschaft“

Das Thema „Verantwortung von Unternehmen“ wird gegenwärtig intensiv in der Öffentlichkeit, in den Unternehmen und in der akademischen Welt diskutiert. Dabei ist oft unklar, was darunter verstanden werden soll. So wird einerseits gefordert, Unternehmen sollten ihre Verantwortung durch uneigennütziges Engagement für soziale und ökologische Anliegen demonstrieren. Zugleich werden solche Aktivitäten schnell als PR-Masche und bloßes Marketing abgetan. Andererseits wird darauf hingewiesen, dass Unternehmen keine Wohlfahrtsvereine sind, sondern sich am Ziel der Gewinnsteigerung zu orientieren haben. Benötigen wir eigene firmeninterne ethische Regeln des Verhaltens, oder wäre Gesetzestreue im Sinn einer allgemeinen Bürgerethik schon genug? Welche Rolle spielt Ethik an Kapitalmärkten, wenn Milliarden von Dollar in Spekulationsgeschäften vernichtet werden? Die jüngste Krise der Finanzmärkte berührt auch die Debatte über Werte und Ethik in der Wirtschaft.

  • „Verantwortung von Unternehmen – PR-Masche oder grundlegende Managementherausforderung?“
    Prof. Dr. Andreas Suchanek, Professur für Nachhaltigkeit und Globale Ethik an der Handelshochschule Leipzig (HHL),
    28.10.2008
  • „Koordinierter Werteschutz – eine Lösung für die Marktwirtschaft“
    Dr.Ing. Peter Grassmann, Vorsitzender der Umwelt-Akademie e.V. München
    11.11.2008
  • „Geld und Ethik – Über die Bedeutung ethischen Verhaltens am Kapitalmarkt“
    Dr. Christine Bortenlänger, Vorstand Bayerische Börse AG, München
    16.12.2008

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  • „Gesetzestreue wäre schon genug – wider den Ethikboom“
    Prof. Dr. Friedrich W. Graf, Lehrstuhl für Systematische Theologie und Ethik LMU München
    27.01.2009

Die Vortragsreihe wird im Sommersemester 2009 fortgesetzt.

Podiumsdiskussion am 19. November 2008, in die Landesvertretung Baden-Württemberg in Berlin

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Leitung: Ministerpräsident a. D. Prof. Dr. h. c. Lothar Späth

Podium:

  • Dr.-Ing. Peter H. Grassmann Vorstandsvorsitzender der UMWELT-AKADEMIE e.V. München, ehem. Vorstandsvorsitzender der Carl Zeiss AG, Oberkochen/Jena
  • Prof. Dr. Ulrich Lehner Präsident des Verbands der Chemischen Industrie e.V. (VCI), ehem. Vorstandsvorsitzender der Henkel KGaA, Düsseldorf
  • Dr. Reinhard Göhner Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA)
  • Dr. Klaus Mittelbach Vorsitzender der Geschäftsführung des Zentralverbandes Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V. (ZVEI)

Klimawandel und Finanzkrise haben bewusst gemacht, dass Märkte oft zu spät und nur unzureichend auf Krisensituationen reagieren. Vor allem bei globalen Problemen ist dabei die regelnde Hand der Politik begrenzt. 

Auf Einladung von Staatsminister Dr. Wolfgang Reinhart diskutierten hochrangige Vertreter großer Wirtschaftsverbände in der Reihe „Gespräche am Tiergarten“  unter Moderation von Dr. Lothar Späth mit über 150 Teilnehmern aus Wirtschaftsverbänden, NGOs und Industrie über die Frage, ob auch die Wirtschaft selbst solchen Fehlentwicklungen koordiniert entgegentreten kann. Die bisherigen Erfahrungen mit Selbstverpflichtungen sind schlecht, wie insbesondere das Beispiel der erfolglosen Umsetzung der Verbrauchs-Reduzierung der Automobilindustrie zeigt. Aber dieses Beispiel zeigt auch, dass es durchaus im Interesse der Wirtschaft sein kann, solche grundsätzlichen Forderungen ernster zu nehmen. Hier koordinierend einzugreifen, bietet sich also als eine natürliche Aufgabe der großen Wirtschaftsverbände an. Es würde bedingen, die Verbandskultur vom oft zu kurzsichtigen, einseitigen Interessensvertreter auch zum Wächter nachhaltig richtigen Handelns zu wandeln.

Dieser Wandel kommt nicht von selbst. Anstöße und begleitendes Regelwerk durch die Politik können ebenso zweckmäßig sein wie die Neuordnung der gesetzlichen Mitgliedschaft in Wirtschaftsverbänden. Eine Dialogplattform mit Zivilgesellschaft und Wissenschaft in Form branchenspezifischer Zukunfts- und Ethikräte der Verbände kann die Meinungsbildung  über Tendenzen und Maßnahmen begleiten und auch öffentlich transparent machen.

Dr. Peter Grassmann forderte, dass die Wirtschaftsverbände drei Themenfelder aufgreifen, nämlich die Koordinierung langfristiger technologischer Entwicklungen, die Abwehr gegen wertmäßig fragliche Produktgruppen und einen verpflichtenden Wertekodex, der problematische Tendenzen im Marktauftritt, bei Anreiz- und Vergütungssystemen und Korruption branchenweit bekämpft.

am 18. November 2008, Saal der Katholische Hochschulgemeinde an der TU München

Referent: Prof. Dr. Dr. F. J. Radermacher

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Der Mathematiker und Wirtschaftswissenschaftler ist Professor für Informatik an der Universität Ulm, Präsident des Bundesverbandes für Wirtschaftsförderung und Außenwirtschaft (BWA), Vizepräsident des Ökosozialen Forum Europa sowie Mitglied des Club of Rome. Zudem ist Prof. Radermacher Vorstand des Forschungsinstituts für anwendungsorientierte Wissensverarbeitung/n (FAW/n), das Themen wie Globalisierung, Nachhaltige Entwicklung, Weltbevölkerungsentwicklung, interkultureller Dialog, Umweltschutz, Funktion und Struktur von Märkten oder Welthandel in den Mittelpunkt seiner Forschung stellt.

Prof. Radermacher beleuchtete die internationale Entwicklung vor dem Hintergrund der rasch wachsenden Weltbevölkerung und dem zunehmenden Konflikt um Ressourcen sowie der Problematik immer größerer Umweltbelastungen. Im Fokus standen die ökologischen Probleme ebenso wie Fragen des sozialen Ausgleichs und damit der weltethischen Orientierung, und zwar in einer intragenerationellen wie einer intergenerationellen Betrachtung. Als wesentlicher Faktor wurde insbesondere die weltkulturelle Problematik identifiziert, die die ökologisch-sozialen Fragen weiter verschärft. Prof. Radermachers Ausführungen werden verdeutlichten, dass zukünftige Entwicklungen durch drei mögliche Konstellationen geprägt sein werden: Kollaps, Ökodiktatur/Brasilianisierung und eine weltweite Ökosoziale Marktwirtschaft. Nur der letzte Weg ist mit Nachhaltigkeit kompatibel. Der Global Marshall Plan wurde als ein möglicher erster Schritt in diese Richtung vorgestellt.

am 23. Oktober 2008, Schweisfurth-Stiftung

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Prof. Dr. Henry Schäfer ist Inhaber des Lehrstuhls „Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Finanzwirtschaft“ des Betriebswirtschaftlichen Instituts der Universität Stuttgart. Vor seiner Hochschultätigkeit war er in leitenden Funktionen als Senior Financial Consultant in einer internationalen Beratungsgesellschaft für Unternehmensfusionen und in deutschen Großbanken tätig. Die Forschungsschwerpunkte von Prof. Schäfer liegen im Bereich der Bewertung von Investitionsobjekten und -programmen vor allem unter Berücksichtigung von Unsicherheit, Risiko und nicht-finanziellen Parametern, der ökonomischen Analyse von Netzwerken, der Finanzierung von Start Up- und mittelständischen Unternehmen und der Analyse sowie dem Management von Commodities. Eine besondere Bedeutung hat der Forschungsbereich „Sustainability & Finance“.

Wie sinnvoll ist Selbstverantwortung als Form der freiwilligen Selbstbindung von Unternehmen? Wie funktioniert die Messung der Unternehmensverantwortung durch spezielle Ratings und Rankings? Wie agieren Finanzmarktakteure im Umgang mit Informationen zur Unternehmensverantwortung? In Auseinandersetzung mit diesen Fragen stellte Prof. Schäfer zur Diskussion, ob die Finanzmärkte „Meilenstein oder Grabstein“ für verantwortungsvolles Wirtschaften und Handeln sind.

am 8. Oktober 2008, Schweisfurth-Stiftung

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Referent: Prof. Dr. Johannes Wallacher

Prof. Dr. Dr. Johannes Wallacher ist Professor für Sozialwissenschaften und Wirtschaftsethik an der Hochschule für Philosophie, München, Philosophische Fakultät S.J. und Leiter des Forschungs? und Studienprojektes »Globale Solidarität ? Schritte zu einer neuen Weltkultur« der Rottendorf?Stiftung an dieser Hochschule.


Das ökonomische Standarddenken hat der Beziehung von Wirtschaft und Kultur lange Zeit wenig Beachtung geschenkt. Folglich konnte man viele Phänomene und aktuelle Entwicklungen nicht angemessen erklären. Ein Beispiel dafür ist die wachsende Vielfalt marktwirtschaftlicher Ordnungen und ihrer unterschiedlichen kulturellen und politischen Grundlagen in Zeiten der Globalisierung. Inzwischen hat jedoch ein Umdenken eingesetzt und es gibt ein wachsendes Interesse an dem Einfluss kultureller Traditionen, Normen und Werte für die gesellschaftliche Interaktion und marktwirtschaftliche Arbeitsteilung.

Ein viel versprechender Ansatz, um diese „weichen Faktoren“ wirtschaftlicher Entwicklung zu erfassen, ist das Sozialkapital, also die Fähigkeit einer Gesellschaft zur Zusammenarbeit und sozialen Vernetzung. Prof. Wallacher präzisierte auf methodisch eindrucksvolle Weise ein bisher recht unscharfes Konzept methodisch und erörterte, inwiefern das Sozialkapital einer Gesellschaft eine wichtige ökonomische Ressource ist.


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