Veranstaltungen - alle

Dienstag, 27. November 2012, 19:30h, Schweisfurth-Stiftung, Südliches Schlossrondell 1, München

Referent: Dr. Anselm Görres, Diplom-Volkswirt, Unternehmensberater, Geschäftsführender Gesellschafter der ZMM Zeitmanager München GmbH, Vorsitzender Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft e.V. (FÖS)

Der Ressourcenverbrauch unserer Zivilisation missachtet bekanntlich schon lange das Gebot globaler Gleichgewichte. Die gleichzeitige Verdoppelung der Weltbevölkerung in den letzten 50 Jahren hat damit eine mehrfache Problematik erzeugt: Denn schon die Industrienationen allein überschreiten mit ihrer Marktwirtschaft die Grenzen langfristiger Gleichgewichte. Aber zugleich wollen Milliarden Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern diesen Lebensstandard erreichen und seine Technologien nutzen. Volkswirtschaftlich gesehen führt dies zu stetigem Wachstum auch in diesen Ländern und das obwohl die Industrieländer selbst keine marktwirtschaftliche und technologische Antwort für ressourcenneutrales Wachstum haben. Die Notwendigkeit der Sicherung der Sozialsysteme und die Schulden- und Zinslast treibt auch bei uns nach wie vor stetig den Ruf nach weiterem Wachstum.

In dieser Klemme unserer Zivilisation entsteht der Wunsch nach „grünem“ Wachstum, also nach einer wachsenden Volkswirtschaft, ohne zusätzliche Ressourcenbelastung.

Der Vortrag von Dr. Anselm Görres hat gezeigt, dass dies nur mit einem anderen Wirtschaftsmodell möglich ist, nämlich mit einer Marktwirtschaft, die die sozialen Verpflichtungen für unsere Generation auf die gleiche Stufe mit den ökologischen Verpflichtungen zu langfristigen Gleichgewichten stellt. Er nennt dieses Ziel öko-soziale Marktwirtschaft, ohne allerdings bereits eine umfassende Systemantwort geben zu können. Sie beginnt bei jedem von uns, betrifft aber auch die Stärke bzw. Schwäche unseres politischen Ordnungssystems und die Handlungsweise aller Akteure der Marktwirtschaft.

Dr. Anselm Görres engagiert sich seit nun 15 Jahren  im Forum Öko-Soziale Marktwirtschaft e. V. (und ist derzeit dessen Vorsitzender), das sich für neue marktwirtschaftliche Instrumente und ökologische Transparenz einsetzt und als einer der Pioniere der Förderung fiskalischer Instrumente wie die Ökosteuer gilt.

Präsentation Görres: Klicken Sie hier

Dienstag, 15. Januar 2013, 19:00 Uhr, Schweisfurth-Stiftung, Südliches Schlossrondell 1

Referenten:

  • Dr. Karl von Koerber, TU München, Arbeitsgruppe Nachhaltige Ernährung am Lehrstuhl für Wirtschaftslehre des Landbaus
    „Ist unsere Ernährung ethisch-ökologisch vertretbar?“
  • Harald Ulmer, LVÖ Landesvereinigung für den ökologischen Landbau in Bayern e.V.
    „Fleisch, Milch, Eier: Was besagen die „Qualitäts-Siegel“?“

Moderation: Georg Schweisfurth, Mitglied des Vorstands Die-Umwelt-Akademie e.V.

„Ist „bio“ drin, wenn „bio“ draufsteht?“, „Öko-Erdbeeren aus Südafrika!“, „Können wir Fisch noch essen?“, „Schlachtung von 430.000 Hühnchen pro Tag in einem Schlachthof - ist das ethisch vertretbar?“, „CO2-footprint von Äpfeln aus Neuseeland ist besser als Bodensee-Obst!“, „Regionalisierung oder ökologische Globalisierung?“ – so einige Medien-Schlagzeilen der letzten Wochen. Es scheint drunter und drüber zu gehen: „Bio“ ist nicht „Öko“, trotz „Fisch-Siegel“ werden die Meere überfischt, gekürzte Hähnchen-Schnäbel – Qualitätssiegel hin oder her, Verpackungen/Transporte/CO2 werden nicht berücksichtigt. Alles andere als ökologisch. Auch bewusste Verbraucher sind verunsichert.

Wir wollen uns nicht an EHEC-, Schweinegrippe-, China-Erdbeeren- und anderen Hysterien beteiligen. Getreu unserer Grundsätze der professionellen Aufklärung möchten wir interessierte Bürger informieren, wo im Nahrungsmittelbereich ökologische und ethische Probleme bestehen und wie Konsumenten – vielleicht unter Zuhilfenahme von „Qualitäts-Siegeln“ – reagieren können. Nicht um das „schlechte Gewissen“ zu beruhigen, sondern um den Bereich ökologischer Nachfrage zu vergrößern. Ein dringendes gesellschaftliches Anliegen.

Mehr Siegel, Ampeln, Öko-Tests bringen aber nicht mehr Klarheit; sie sollen vielfach der Marken-Bildung der Ernährungsindustrie dienen. Und „Siegel-Führer“ gibt es zu Hauf. Zunächst wollen wir daher – in klarer Gewichtung – aufklären, was welche „Qualitäts-Siegel“ leisten und was nicht, also die Qualität der Qualitäts-Siegel beleuchten.
Zum anderen geht es uns um die Begründung für „vertretbare“ Lebensmittel: Den langfristigen Erhalt der wesentlichen Schutzgüter. Wir meinen: Menschliche Gesundheit, Schutz der Umwelt (Böden, Gewässer, Klima), Biodiversität, Verantwortung vor den Nutztieren, Vertrauen in die Produktionskette unserer Lebensmittel müssen weit stärker in den Fokus des Verbrauchers rücken, soll die Herstellung solcher Produkte nachhaltiger werden.

Geplant sind für 2013 vier Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen und zwei Exkursionen. Jede Vortragsveranstaltung soll drei Teile beinhalten: (1) Was ist die Herausforderung? (2) Helfen mir dabei die Qualitäts-Siegel? (3) Je zwei Fragen der Referenten untereinander, dann Publikumsdiskussion.

Begonnen haben wir  mit der Vortrags- und Diskussionsveranstaltung:

Wie sieht ethisch-ökologische Ernährung aus?

Präsentation Dr. Karl von Koerber: Klicken Sie hier

Präsentation Harald Ulmer: Klicken Sie hier

 

Weitere Veranstaltungen:

  • Obst, Gemüse, Kräuter – alles „bio“? (voraussichtlich 14.06.2013)
  • Hoffnung Regionalprodukte? (voraussichtlich 01.10.2013)
  • Dürfen wir Fisch noch essen? (voraussichtlich 03.12.2013)  
  • Exkursionen zum Münchner Schlachthof und nach Herrmannsdorf

 

Donnerstag, 11. April 2013, 19:00 Uhr, Schweisfurth-Stiftung, Schlossrondell 1, München

Referentin: Prof. Theresia Theurl, Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre, Universität Münster, Geschäftsführende Direktorin des Instituts für Genossenschaftswesen

Genossenschaften, eine Organisationform, die zum ersten Mal Mitte des 19. Jahrhunderts von Hermann Schulze-Delitzsch und von Friedrich Wilhelm gegründet wurden, hatten bis vor einigen Jahren ein eher biederes, bodenständig und fast schon verstaubtes Image. Und das obwohl es allein im europäischen Raum rund 300.000 Genossenschaften mit über 140 Millionen Mitglieder gibt. Allerdings ist das vielen, z.B. Sparern bei Volks- und Raffeisenbanken, gar nicht direkt bewusst.

Der Nobelpreis 2009 für Wirtschaftswissenschaften an Eleonor Ostrom rückte diese Gesellschaftsform als ein bewährtes Instrument der Selbstverwaltung wieder stärker in den Blickpunkt. Und auch die Vereinten Nationen haben 2012 mit dem Ausruf des „Internationales Jahr der Genossenschaften“ diese Entwicklung gefördert und darauf hingewiesen, dass diese Unternehmensform gerade in marktwirtschaftlich schlecht erschlossenen Entwicklungsländern ideal ist, da sie die Ausbeutung durch Konzerne durch Lokalbezug, Eigeninteresse und Eigenanteil ersetzen kann.

Eine verstärkte Aufmerksamkeit nahm das Modell der Genossenschaft auch durch die Bankenkrise, als sich das eher sozial ausgerichtete Modell der Genossenschaftsbanken als wesentlich nachhaltiger und kaum anfällig für spekulative Geschäfte erwiesen hatte. Ein wahrer Boom bildete sich allerdings erst in den letzten Jahren vor allem mit den sogenannten Energiegenossenschaften, bei denen sich vielerorts (Mut-) Bürger zusammenschlossen haben, um gemeinsam in die Energiewende - sei es durch die Finanzierung, Bau und Betrieb einer Windkraftwerks oder auch der Übernahme des regionalen Energienetzes – aktiv mitzugestalten.

In ihrem illustrativen Vortrag erläuterte Frau Prof. Theurl die vielfältigen, neuen genossenschaftliche Gründungen insbesondere im Energiebereich sowie ihre Potenziale und Herausforderungen.
Als Besonderheit der Genossenschaft  erläuterte sie – im Gegensatz zum „Shareholder Value“ – den sogenannten “Member Value“, also den Mitgliederwert, den jedes Mitglied einer Genossenschaft erhält:

  • Die direkte Leistung, die eine Genossenschaft für das Mitglied erbringt
  • Den Eigentumswert, das heißt den Genossenschaftsanteil
  • Die Investitionen, die in nachhaltige Ziele und Projekte gesteckt werden

Das heißt in anderen Worten, eine Genossenschaft maximiert den Wert mit den Eigentümern und mit den Kunden für die Eigentümer.
Darüber hinaus sind Genossen oft auch Mitarbeiter in ihrer Genossenschaft und haben ein originäres Interesse an einem ehrlichen und nachhaltigen Erfolg ihres Unternehmens.
Trotz ihrer Besonderheiten sieht Frau Prof. Theurl die Genossenschaft nicht als dritten Weg, sondern als elementaren Bestandteil der sozialen Marktwirtschaft an. Genossenschaften müssen ebenso wirtschaftlich erfolgreich sein, haben aber durch die aktive, demokratische Teilnahme (Jedes Mitglied hat eine Stimme) einen wesentlich stärkeren Blick für soziale Belange, transparente Entscheidungsprozesse und langfristige Lösungen.

Im Ausblick zeigte Frau Prof. Theurl die Herausforderungen für Genossenschaften auf, zum einen die Gratwanderung zwischen effizienten Entscheidungsprozessen und demokratischer Teilhabe, zum anderen das Spannungsfeld zwischen Dezentralität (Individualität) und Zentralität, das ab einer bestimmten Größenordnung auftritt.
Wichtig ist, dass eine genossenschaftliche Zusammenarbeit Spielregeln, die Rechte und Pflichten in einem toleranten und transparenten Verfahren festlegt.
Die Diskussion brachte eine ganze Reihe konkreter, praktischer Fragen und zeigte, dass schon einige Teilnehmer Mitglied in einer Genossenschaft sind.

Präsentation Prof. Theresia Theurl: Klicken Sie hier

Dienstag, 04. Juni 2013, 19:00 Uhr, Schweisfurth-Stiftung, Südliches Schlossrondell 1, München

Referenten:

  • Georg Abel, Bundesgeschäftsführer, Bundesverband Verbraucher-initiative e.V., Berlin
    „’geprüfte Qualität’, ‚Bio’, ‚demeter’, ‚Tierschutz’, ‚Hofgut Schwaige’ … was hilft mir das?“
  • Dr. Magnus Jezussek, Sachgebietsleiter, Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL), Erlangen
    „Ist „Bio“ drin, wenn „Bio“ draufsteht?“

„Ist „bio“ drin, wenn „bio“ draufsteht?“, „Öko-Erdbeeren aus Südafrika!“, „Können wir Fisch noch essen?“, „Schlachtung von 430.000 Hühnchen pro Tag in einem Schlachthof - ist das ethisch vertretbar?“, „CO2-footprint von Äpfeln aus Neuseeland ist besser als Bodensee-Obst!“, „Regionalisierung oder ökologische Globalisierung?“ – so einige Schlagzeilen der letzten Wochen. Es scheint drunter und drüber zu gehen: „Bio“ ist nicht „Öko“, trotz „Fisch-Siegel“ werden die Meere überfischt, gekürzte Hähnchen-Schnäbel – Qualitätssiegel hin oder her, Verpackungen/Transporte/CO2 werden nicht berücksichtigt. Alles andere als nachhaltig. Auch bewusste VerbraucherInnen sind verunsichert.

Die Umwelt-Akademie e.V. will sich nicht an EHEC-, Schweinegrippe-, Pferdefleisch- und anderen Hysterien beteiligen. Getreu unseres Grundsatzes der professionellen Aufklärung möchten wir interessierte Bürger informieren, wo im Nahrungsmittelbereich ökologische und ethische Probleme bestehen und wie Konsumenten – vielleicht unter Zuhilfenahme von „Qualitäts-Siegeln“ – reagieren können. Nicht um das „schlechte Gewissen“ zu beruhigen, sondern um den Bereich ökologischer Nachfrage zu vergrößern. Ein dringendes gesellschaftliches Anliegen.

Mehr Siegel, Label, Logos, Ampeln, Tests bringen nicht mehr Klarheit; viele sind schlicht „Marken“ der (Ernährungs-) Industrie. Und „Siegel-Führer“ gibt es zu Hauf. Zunächst wollten wir daher – in klarer Gewichtung – aufklären, was welche „Qualitäts-Siegel“ leisten und was nicht, also die Qualität der Qualitäts-Siegel beleuchten.
Zum anderen ging es uns um die Begründung für „vertretbare“ Lebensmittel: Den langfristigen Erhalt der wesentlichen Schutzgüter. Wir meinen, menschliche Gesundheit, Schutz der Umwelt, Biodiversität, Verantwortung vor den Nutztieren, Vertrauen in die  Produktionskette unserer Lebensmittel usw. müssen weit stärker in den Fokus des Verbrauchers rücken, wenn die Herstellung solcher Produkte nachhaltiger werden soll.

In der ersten Veranstaltung unserer Reihe 2013 sind wir der Frage nachgegangen, ob unsere derzeitige Ernährungsweise ethisch-ökologisch verantwortbar ist (sie ist es nicht, war die Antwort); in der zweiten Runde wollten wir prüfen, was uns Siegel bieten können und ob drin ist, was drauf steht.

Die Broschüre „Gut zu wissen: Gütesiegel in Bayern“, die maßgeblich vom Bundesverband Die Verbraucherinitiative e.V. gestaltet wurde, ist kostenlos zu bestellen beim Bayer. Staatsministerium für Justiz und Verbraucherschutz unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder unter: www.verbraucher.org
 
Die Broschüre „Untersuchung von Lebensmitteln aus dem ökologischen Landbau“ des Bayer. Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) kann kostenlos bestellt werden unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Präsentation Georg Abel: Klicken Sie hier

Präsentation Dr. Magnus Jezussek: Klicken Sie hier

Podiumsdiskussion mit Thomas Beyer, Peter Grassmann, Heribert Prantl und Gabor Steingart
Moderation: Fritz Glunk
am Dienstag, 22. März 2011, 20.00 Uhr,  im Saal des Stiftung Buch-, Medien- und Literaturhaus München, Salvatorplatz 1, 80333 München

 

In großen Teilen der Bevölkerung ist heute ein geschärfteres Bewusstsein von Ressourcenknappheit und Klimawandel vorhanden, als eine im Vergleich  dazu eher ängstliche Tellerrand-Politik sich träumen lässt. Während diese in kurzatmigen Details verheddert bleibt, sind immer mehr Menschen davon  überzeugt, »dass es so nicht weitergehen kann«, ganz sicher nicht in einem weitergefassten Zeithorizont bis 2030 oder 2040.

Veranstalter: DIE GAZETTE Verlags GmbH

Unterkategorien

Sie haben eine für Sie interessante Veranstaltung verpasst oder auf einer Veranstaltung wichtige Details nicht notiert? Kein Problem: Hier finden Sie die ausführliche Nachberichterstattung zu alle Veranstaltungen mit der Möglichkeit, die Präsentationen der Referenten sowie relevante Informationsbroschüren downzuloaden.