Veranstaltungsreihe: Mutbürger für Energiewende!

Achtung Raumänderung!

Keine Anmeldung erforderlich!

 

in Kooperation mit       und    und   

 

Donnerstag, 25. Januar 2018
19:00 Uhr
Ludwig Maximilians Universität München, Hörsaal B 101 im Hauptgebäude, Geschwister-Scholl-Platz 1, 80539 München (Haltestelle U-Bahn: Universität)

Referent: Prof. Dr. Harald Lesch, Ludwigs-Maximilian-Universität (Astrophysik), Hochschule für Philosophie (Naturphilosophie) 

„Klimaschutz ist ja schön und gut, aber wo bleibt mein Vorteil?“, „Alles halb so wild: Das werden künftige Techniken lösen“, „Du willst doch auf unser Wirtschaftswachstum nicht verzichten – das ist doch gut für mich“

Wo liegt die Kluft zwischen Sollen und Sein?

In dem Pariser Klimaschutzabkommen vom Dezember 2015 hat sich die Völkerge-meinschaft darauf verständigt, bis 2050 die Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius gegenüber der vorindustriellen Zeit zu begrenzen. Gleichzeitig wollen dann ca. 9 Milliarden Menschen (unseren?) Wohlstand und Entwicklung haben. Das wird mit „Weiter-so“ nicht gehen, die Natur lässt nicht mit sich verhandeln. Die Antwort auf den Klimawandel kann nur eine nachhaltige Industrie-, Energie- und Klimapolitik (um nur einige Politikfelder anzusprechen) sein, die das Klima tatsächlich schützt, industrielle Innovationen fördert, eine langfristige, Umwelt- und klimaverträgliche Energieversorgung sichert und sozialen Fortschritt voranbringt.

Bruttoinlandsprodukt und dessen Wachstum machen nicht glücklich, zeigt die Glücksforschung; soziale Beziehungen sind im Leben von Menschen zentrale Elemente. Das grandiose Scheitern der Entkopplungsstrategie (Ressourcenverbrauch zu BIP) zeigt, dass es Anreize zur Milderung des Wachstumsimperativ geben muss, Stichwort: Postwachstumsökonomie. Denn Wachstum und Nachhaltigkeit – beides ist gleichzeitig nicht zu haben.

Brauchen wir, gibt es einen großen Zukunftsentwurf? Ist try-and-error, also ein step-by-step-Weg  erfolgsversprechender? Also Problemanalyse, Visions-Entwicklung, Experimente, Lernen & Ausweiten… Für den Prozess einer „großen Transformation“ bedarf es Bewußtseinsänderung in Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft. Change-Prozesse erzeugen Unsicherheiten und Ängste; es bedarf gezielter Strategien im Umgang mit unterschiedlichen Akteuren in der Ambivalenz zwischen Akzeptanz und Opposition: „Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt“ (Lao Tse). 

 

in Kooperation mit Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft Green Budget Germany (FÖS)

 

22. Februar 2018
19:00 Uhr
Orange Bar, Green City Energy AG, Zirkus-Krone-Str. 10 (Eingang Georg-Schätzel-Straße), 80335 München, 6.OG, S-Bahn Haltestelle „Hackerbrücke“.

Referent: Philipp Godron, AGORA-Energiewende, Berlin; Projektleiter Internationale Energiepolitik

Deutschland sieht sich beim Klimaschutz als Vorreiter. Bis 2020 sollen die klimaschädlichen Treibhausgasemissionen um 40 Prozent unter dem Niveau von 1990 liegen. Dieses Ziel hat die große Koalition bereits 2007 im Integrierten Energie- und Klimaprogramm festgelegt; seither wurde es – auf Branchen heruntergebrochen – immer wieder bekräftigt, zuletzt auch in den Sondierungsgesprächen für eine neue Regierung; wieweit es durch die neue Bundesregierung bestätigt und mit konkreten Maßnahmen unterfüttert werden wird, bleibt abzuwarten.

Doch die Lücke zum Ziel ist groß. Im Jahr 2016 lag die Emissionsminderung bei (zu geringen) minus 28 Prozent verglichen zu 1990; die Differenz zum 2020-Ziel beträgt 150 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr. Der im April 2017 vorgelegte Klimaschutz-Projektionsbericht der

Bundesregierung prognostiziert, dass die bereits beschlossenen Klimaschutzmaßnahmen dazu führen werden, dass die CO2-Emissionen bis zum Jahr 2020 (nur) um 35 Prozent sinken. Lag 2016 die durchschnittliche globale Erderwärmung gegenüber vorindustrieller Zeit schon bei +1,3 Grad Celsius, so ergäbe rechnerisch die 30-jährig gemittelte Steigerung von +0,1oC/a eine Erderwärmung von +1,5oC bereits in 2018/2019 und von +2oC in 2025!

Erschwerend kommt hinzu: Der Projektionsbericht der bisherigen Bundesregierung geht von veralteten Annahmen aus: Die tatsächliche Entwicklung in etlichen, für den Treibhausgasausstoß relevanten Bereichen wird nämlich deutlich unterschätzt. Dies hat Agora Energiewende auf Basis neuerer Zahlen vor kurzem erneut aufgezeigt. Das Ergebnis ist (leider), dass die Klimaschutzlücke deutlich größer ist als bislang gedacht.

Die neue Bundesregierung wird daher kurzfristig ganz erheblich nachlegen müssen, will sie zumindest noch in die Nähe des 2020-Klimaschutzziels von -40% kommen. Notwendig ist ein konkretes Sofortprogramm, das noch im ersten Halbjahr 2018 beschlossen werden muss, um bis 2020 noch einige Wirkung entfalten zu können.

Zugleich gilt: In Deutschland steht nun, mit Blick auf die kommende Dekade, die zweite Phase der Energiewende an. Jetzt geht es darum, nicht nur die Strom-, sondern auch eine Wende in allen Sektoren, namentlich in der Wärme- und Mobilitätswende, anzuschieben – um auch die ökonomischen Chancen einer umfassenden Energiewende entschlossen zu nutzen. Auf bisherigen Erfolgen beim erneuerbaren Strom sollten wir uns nicht ausruhen, wenn Deutschland im globalen Wettlauf um in den Zukunftsmärkten der Energiewendetechnologien die Nase vorne haben will. So haben etwa China und Kalifornien bei Erneuerbaren Energien und der Elektromobilität jüngst sehr ehrgeizige Ziele beschlossen – und mit konkreter Politik unterlegt.

Vor diesem Hintergrund zeichnet die führende Agentur „Agora Energiewende“ das „Big Picture 2020/2030“ und legt erneut fundierte Vorschläge vor, wie ein zukunftsweisendes „Gemeinschaftswerk Energiewende“ gleichzeitig Versorgungssicherheit, ökonomischen Erfolg und Klimaschutz gewährleisten kann.

Donnerstag, 22. März 2018
19:00 Uhr
Orange Bar, Green City Energy AG, Zirkus-Krone-Str. 10 (Eingang Georg-Schätzel-Straße), 80335 München, 6.OG, S-Bahn Haltestelle „Hackerbrücke“

Referenten_Innen:
Heidemarie Krause-Böhm, Verbraucherzentrale Bayern, Leiterin Referat Energie, Umwelt, Nachhaltigkeit
Martin Janke, Stadtwerke München, Zentrale Angelegenheiten,
Claudia Mammach und Thomas Keimerl, Soziale Dienste/Stromspar-Check, Caritas München

„Nicht bezahlt, zack ist der Strom weg“, titelte kürzlich eine Boulevard-Zeitung: 2016 geschah das deutschlandweit rd. 330 000 Haushalten (9%), bei rd. 6,6 Mio. Sperr-Androhungen gegen säumige Zahler. Seit Jahren unverändert leben also hunderttausende Menschen im reichen Deutschland – auch dauerhaft – ohne elektrisches Licht, ohne Kühlschrank, vielfach ohne warmes Wasser.

„Die Reichen am Starnberger See verdienen sich eine goldene Nase mit ihrer PV-Anlage und wir Ärmeren zahlen bei der Energiewende doppelt und dreifach“, „Ich kann mir keinen neuen, stromsparenden Kühlschrank leisten“ – vielfach zu hören, auch in Veranstaltungen der Umwelt-Akademie.

88% der Deutschen befürworteten 2017 die Energiewende, 80% halten Energiesparen für sinnvoll; 88% wünschen sich bei einer energetischen Gebäudesanierung zumutbare Begrenzungen der Mieterhöhung; und über 65% sind der Meinung, dass die „kleinen Leute“ die Kosten der Energiewende tragen, während Unternehmen profitieren.

Im Jahr 2000 wurde die Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) eingeführt. Seither haben sich die Strompreise hierzulande verdoppelt, auf derzeit durchschnittlich 85 Euro pro Haushalt im Monat. Die Stromkosten belasten Ärmere – relativ zu ihrem Einkommen –stärker als Besserverdiener, hat das Rheinisch-Westfälische Institut (RWI) 2017 festgestellt: Das untere Einkommensdrittel trägt rd. 30% der gesamten Kosten der EEG-Umlage, während das obere Einkommensdrittel – bei weit höheren Haushaltseinkommen – ebenfalls (nur) 30% der Kosten trägt.

Was tun? Ist die Streichung der 19%-Umsatzsteuer auf die EEG-Umlage als Lösung sinnvoll? Soll die Rate der Mieterhöhung nach Gebäudesanierung pro Jahr von 11% auf 6% der entstandenen Kosten für die betroffenen Mieter gesenkt werden? Kommt eine „neue Ökosteuer“ mit einer gezielten sozialen Komponente, die untere Einkommensschichten entlastet und z.B. den Zugang zu energieeffizienten Geräten ermöglicht? Oder statt der bisherigen Stromsteuer ein Preis für CO2-Emissionen zu Lasten der Emittenten? Die Streichung der milliarden-schweren Ausnahmen bei der EEG-Umlage für energieverbrauchende Industrien durch den Bundeshaushalt zugunsten von Privatkunden und Mittelstand?
Genügt die Absenkung der EEG-Umlage um 3€ pro Haushalt (!) im Jahr 2018 (mit steigender Tendenz ab 2019)? Senken die Wärme- und Stromversorger inkl. der Unternehmen in öffentlicher Hand ihre Preise für ärmere Haushalte mit einem „Sozialtarif“? Hilft wenigstens das Sozialamt bei steigenden Energiepreisen? Oder genügt die Energiespar-Beratung von Sozialverbänden, gfs. mit einem Gutschein für einen energiesparenden Kühlschrank oder einem „Sparfuchs-Beitrag“ für energiearme Mobilität?
Oder sind steigende Energiepreise gar „gut für Klima und Ökologie“, weil hohe Energiekosten „Anreize zum Energiesparen“ sind?

Es dämmert den politisch Verantwortlichen: Mit Klima- und Energiepolitik (allein) ist Sozialpolitik nicht zu erreichen; aber ohne soziale Strukturpolitik – z.B. beim Abschalten von Kohlekraftwerken – und sozialer Abfederung – bei steigenden Preisen, Mieten und wohlfeilen Appellen zum Energiesparen – sind Klimaanpassung und Energiewende nicht erreichbar.  

Exkursion
21. April 2018
9:00 Uhr

Exkursionsleitung: Claus Kumutat, Landesamt für Umwelt (LfU), Augsburg, Präsident

Weitere Informationen folgen in Kürze. Danke für Ihre Geduld!


26. April 2018 (Tag der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl !)
19:00 Uhr
Donner&Reuschel AG, Friedrichstraße 18, 80802 München (U-Bahn Giselastr.)

Referent:  Dr. Franz Alt, Journalist, umwelt-engagierter Journalist, Bestseller-Autor (drei Mio. Auflage in 22 Sprachen), Träger diverser Auszeichnungen und Preise; Baden-Baden

Grußwort:  Stephanie Jacobs, Berufsmäßige Stadträtin, Referentin für Gesundheit und Umwelt der Landeshauptstadt München

Energieversorgung ist die kritischste aller Infrastrukturen: Sie ermöglicht uns angenehme Temperaturen, bringt Licht in die Dunkelheit, treibt unsere Handy‘s und Computer ebenso wie unsere Industrie, bildet eine der Grundlagen unseres Lebens, für Versorgung,  Telekommunikation, Mobilität oder medizinische Dienste. Ohne Energie käme unser aller Leben zum Erliegen.

Wesentliche Elemente künftiger Energieversorgung werden die „drei E“ sein: Neben Erneuerbaren Energien eine höhere Energieeffizienz und das Energiesparen. Der CO2-induzierte Klimawandel – insbesondere aus der Verbrennung fossiler Ressourcen – könnte zum einen zu nie dagewesenen Rückschlägen für die menschliche Zivilisation und Kultur führen. Deshalb sollten sich Weltwirtschaft und Weltpolitik auf die fatalen Wirkungen der Erderwärmung und seiner Bekämpfung konzentrieren.

Zum anderen verschärfen sich die Konflikte um die nicht-erneuerbaren Energien von Jahr zu Jahr: Irak-Krieg, Iran-Krise oder Abhängigkeit erzeugendes Gas aus Sibirien sind nur die Vorboten künftiger Konflikte um die letzten Reserven, wenn wir in den nächsten Jahrzehnten nicht zu 100 % auf Erneuerbare Energien umsteigen.

Doch Elektrizität und Wärme wird künftig nicht mehr primär zentral in großen Kraftwerken produziert und über weite Entfernungen verteilt, sondern dezentral und verbrauchernah mit einer wind- und sonnenarme Zeiten ausgleichenden Zwischenspeicherung. Die Grenze zwischen Energie-Produzenten und -Konsumenten verschwimmt. „Prosumer“ erzeugen Energie selbst, verbrauchen diese und speisen überschüssigen Strom/Wärme in ein öffentliches Netz ein. Sie beteiligen sich verstärkt direkt am Energiemarkt und werden ein wichtiger Teil der Strom- und Wärmeerzeugung.

Keine Frage: Für die künftigen Anforderungen an eine höchst-flexible Energiewende braucht es innovative Köpfe, die Ungewöhnliches denken und neue Lösungen schaffen. Schon heute ist klar, dass eine Kopplung der Sektoren Strom, Wärme und Mobilität notwendig ist; doch umfassende Lösungen fehlen noch. Power-to-Heat Lösungen ermöglichen die Umwandlung überschüssigen Wind-Stroms in Wärme, für Nahwärmenetze und industriellen Wärme- und Kältebedarf. Elektrofahrzeuge können durch intelligentes Laden Strom-Lastspitzen vermeiden und Entladen Speicherfunktionen übernehmen. Und Power-to-Gas-Lösungen aus überschüssigem EE-Strom werden temporäre und saisonale Speicherung via Erdgas-Netz darstellen, gar die bislang verpönte Nachtspeicher-Heizung wieder sinnvoll machen.

Voraussetzung für solche Lösungen ist eine „digitale Revolution“ für einen effizienteren Datenaustausch zwischen allen Sektor-Beteiligten, der auf gemeinsamen Standards beruht, die sowohl sensible Verbraucherdaten schützen als auch fairen Wettbewerb garantieren.

Dies alles bedeutet einen fundamentalen Wandel im bisherigen Energie-Denken. Erreichbar bis 2050 – oder nicht doch schon früher?

Auszeichnungen

Bayerische Klima-Allianz PHINEO Wirkt Siegel http://www.un-dekade-biologische-vielfalt.de/ Umweltbildung Bayern UN_Dekade_Offizielles Projekt_2014BNE-Auszeichnung www.landesstiftung.bayern.de

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