in unserer Veranstaltungsreihe „Gesundheit und Eigenverantwortung"

In Kooperation mit dem Bündnis für saubere Luft in München (Für weitere Informationen klicken Sie: hier)

6. März  2018

Referent: Jürgen Resch, Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH), Bundesgeschäftsführer   

 

Der Abend begann mit einer Überraschung: Mit einem gekonnten Poetry Slam von und mit Julius Althoetmar zum Boxkampf „Energiewende gegen Wirtschaftsinteressen“. Applaus!

Es geht ja auch um ein hochaktuelles und hochstreitiges Thema, im timing kann man das kaum toppen: Heute:

  • Exakt eine Woche nach dem bahnbrechenden Urteil des BVerwG Leipzig vom 27.02.2018, das wegen der zu hohen NO2-Belastungen Fahrverbote für Dieselfahrzeuge in deutschen Städten für zulässig und unabdingbar bestätigt hat.
  • Frau Krautzberger, die Chefin des Bundesumweltamts, fordert zwei „blaue Plaketten“ (eine hell-, eine dunkel-blaue) als – abgestufte – Voraussetzungen für die notwendigen Fahrverbote von Dieselfahrzeugen in deutschen Städten.
  • Der designierte Bundesverkehrsminister Scheuer, CSU, lehnt blaue Plaketten ab, da sie zu Fahrverboten in Städten führen würden, die man ja nicht wolle; wen er mit „man“ meinte, ließ er ebenso offen, wie die von ihm angekündigten Reduzierungen der NOx-Belastungen.
  • In SZ und MM liefern sich Münchens OB Dieter Reiter versus der Bayer. Umweltminister Marcel Huber und der Bay. Ministerpräsident in spe, Markus Söder, politische Spielchen, die städtischen Busse seien Schuld an den hohen NOx-Belastungen in München – so CSU; versus, die Busse machen nur <1% aus – so SPD-OB.
  • Und was macht Münchens „Stadtministerin für Gesundheit und Umwelt“? Sie legt dem Stadtrat eine Beschlussvorlage vor, wieviele Verbotsschilder man für ein Fahrverbot bräuchte und was das denn kosten würde. Den Stadtrat mit Schilderzählen zu beschäftigen, tut man, wenn man kein Fahrverbot für Dieselfahrzeuge in München will. (Das war allerdings nicht heute, sondern sechs Wochen zuvor.)

Der allseits bekannte Referent, der Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe e.V. (DUH), Jürgen Resch, mag übrigens Betrug nicht, wie er in einem Interview mit der ZEIT(den Artikel finden Sie hier.) begründete; Betrug wie z.B. durch große Teile der deutschen Autoindustrie an ihren Kunden. Der wohl bestgehasste Gegner der Autoindustrie. „Der nervt“, wie Kritiker sagen; wohl nerven muss und ganz ganz erfolgreich tatsächlich nervt. Notfalls mit beinharten Argumenten auch durch alle Gerichtsinstanzen – mit durchgängigem Erfolg bis zum höchsten deutschen Verwaltungsgericht. Oder in Stellungnahmen wie der vom gestrigen 05.03.2018 zur jüngsten Fortschreibung des sogenannten Luftreinhalteplans der Bayer. Staatsregierung für München – ein absolutes Lese-MUSS. (den Link zur Stellungnahme der DUH finden Sie hier.)

Denn Luftverschmutzung durch NOx ist eines der größten Umweltprobleme unserer Zeit. Im Oktober 2017 veröffentlichte die EU-Kommission die Zahl der jährlichen Todesfälle durch Stickstoffdioxid: Mit 12.860 vorzeitigen Todesfällen sterben durch dieses Abgasgift – statistisch gesehen – jährlich viermal so viele Menschen wie durch Verkehrsunfälle. Der „Verursacher Nr. 1“ ist längst bekannt: Der motorisierte Autoverkehr; moderne Dieselmotoren bis inkl. „Euro-6“ erzeugen durch höhere Verdichtung und Verbrennungstemperatur des Diesel mehr Stickoxide als 25 Jahre alte Euro-1-Diesel-Pkw.

Doch die Bundesregierung versäumt es – seit vielen Jahren und in bester Kenntnis der (technischen, ökologischen und gesundheitlichen) Zusammenhänge –, die deutschen Autohersteller in die Pflicht zu nehmen und wirkungsvolle technische Nachrüstungen anzuordnen; ja, auf europäischer Ebene verhindert sie  beständig schärfere Grenzwerte und Messverfahren. Im Gegenteil, auch strafrechtlich relevante Betrügereien der Chefs der Autokonzerne – siehe USA – werden durch Wegschauen von Aufsichtsbehörden und Politik geradezu belohnt.

Ausgerechnet München führt weitab die Negativliste aller deutschen Städte mit Überschreitungen der Grenzwerte für Stickstoffdioxid an. An 260 Straßen im Stadtgebiet wird der Stockoxid-Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft regelmäßig überschritten – das Aufstellen neuer Messröhrchen durch Private zeigt, dass dies eben nicht nur für die wenigen offiziellen Mess-Standorte wie dem Stachus gilt, sondern fast flächendeckend an allen größeren Strassen (was, nach eigenen Bekundungen, den Oberbürgermeister selbst überrascht haben soll).

Grenzwerte, die seit dem 01. Januar 2010 gelten und damit seither (statistisch) rund 5.000 Münchner*innen das Leben gekostet haben!

Denn auch in und für München versagt die Politik: Eine dringend notwendige Verkehrswende zur deutlichen Reduktion des Auto- und Dieselverkehrs in der Stadt wird bis heute durch die im Rathaus das Sagen habenden Parteien „erfolgreich“ verhindert. Nun bleiben nur noch Fahrverbote, um die gesetzlichen Grenzwerte schnellstmöglich einzuhalten. Diese umzusetzen aber verweigert sich die Bayerische Staatsregierung – und wurde dafür rechtskräftig zur Zahlung von Zwangsgeldern verurteilt; nun ist Zwangshaft angedroht. Ihre Haltung des versuchten „Aussitzens“ – nochmals dokumentiert in der o.g. Fortschreibung des „Luftreinhalteplans“ für München – ist durch das Urteil des BVerwG jetzt krachend gescheitert.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und ihr Geschäftsführer Jürgen Resch haben trotz massivster Gegenwehr (bis hin zu Daten-Einbruch und persönlicher Bedrohung) durch jahrelange Rechtsverfahren – ohne eine einzige Klage verloren zu haben! – den Stein für Luftreinhaltung in Deutschland massiv ins Rollen gebracht. In 146 Städten stehen nun Klagen zur Durchsetzung der – zulässigen und notwendigen – Fahrverbote für Diesel-Fahrzeuge an.

Leben wir in einer „Bananenrepublik“, in der staatliche Behörden die gesetzlichen Bestimmungen je nach gusto einhalten oder nicht? So wie es mächtige Wirtschaftsinteressen vorgeben? Das war die eigentliche, wenn auch unausgesprochene Frage über der gesamten Veranstaltung. Ihre Beantwortung steht aus: Es gilt, sich weiter aktiv für Gesundheits- und Umweltschutz und, ja leider, auch für den Erhalt des Rechtsstaats einzusetzen.

Das machte Resch auch in der breiten Diskussion deutlich: Den Link zur Präsentation finden Sie hier.  

Dr. Helmut Paschlau    

 

Jürgen Resch, Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH), Bundesgeschäftsführer            

Kommentare  

#9 Helmut Paschlau 2018-03-12 11:22
Den „relativierende n“ Aussagen, es handele sich ja „nur“ um „vorzeitige Sterbefälle“ durch NOx, überwiegend aus Diesel, sei folgendes entgegengehalte n:

„6000 Tote durch NO2
Berlin (dpa) - Die Stickoxid-Belas tung in Deutschland ist einer Untersuchung des Umweltbundesamt s zufolge die Ursache für Krankheiten von Millionen Menschen und für Tausende vorzeitige Tode. 2014 starben demnach 6000 Menschen an Herz-Kreislauf- Krankheiten, die auf die Langzeitbelastu ng mit Stickstoffdioxi d zurückzuführen seien. Laut Umweltbundesamt war das NO2 abgekürzte Gas in dem Jahr für acht Prozent der Typ-2-Diabetes- und 14 Prozent der Asthma-Erkranku ngen verantwortlich. Insgesamt seien in Deutschland rund eine Million Krankheitsfälle auf Stickoxid in der Außenluft zurückführen.“ http://www.sueddeutsche.de/news/wirtschaft/auto-behoerde-tausende-tote-eine-million-kranke-durch-stickoxid-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-180308-99-394187

Woher kommt das UBA auf solch „mutige“ Zahlen? Das schaut sich DIE ZEIT in ihrer Ausgabe vom 15.03.2018, S. 37, genauer an: „6000 vorzeitige Todesfälle durch Stickstoffdioxi d. Was diese Zahl bedeutet. Und wie sie entstand“. Darin wird (zusammengefass t) dargestellt, dass in der Meta-Studie des Helmholtz-Insti tuts München 350 internationale Untersuchungen mit dem Ergebnis zusammengefasst wurden, dass 2014 – aufgrund statistischer Korrelationen – etwa 437.000 Diabetes- und 439.000 Asthma-Krankhei tsfälle auf Belastungen mit NOx zurückzuführen waren. Dies entspricht einer epidemologisch korrekten Kennzahl von years of life lost (YLL) von 16.929 bis 82.456 „verlorenen Lebensjahren“, statistisch gemittelt rd. 50.000 YLL. Darunter kann sich niemand etwas vorstellen; auch nicht unter „das entspricht 8 verlorenen Lebensstunden für jeden“, im Durchschnitt aller Personen in Deutschland also, von der stark belasteten Münchner Landshuter Allee bis zur „sauberen“ Almhütte in den Bayerischen Alpen. Da kann verantwortlich gesagt werden: „Unsere Studie hat statistisch berechnet, dass 2014 rund 6.000 Menschen vorzeitig an Herz-Kreislauf- Krankheiten starben, die auf Langzeitbelastu ng mit Stickstoffdioxi d zurückzuführen sind (UBA, 15.02.2018)“. http://www.zeit.de/2018/12/abgase-stickstoffdioxid-todesfaelle-ursachen http://www.zeit.de/2018/12/stickstoffdioxid-studie-abgase-umweltbundesamt-verteidigung/komplettansicht

Zur interessengelei teten Diskussion, die Mess-Standort für NOx in München seien falsch situiert, finden sich u.a. in der SZ vom 09.03.2018 klarstellende Aussagen: http://www.sueddeutsche.de/muenchen/no-studie-umweltbehoerde-weist-kritik-an-stickstoffdioxid-messungen-zurueck-1.3898071

Dr. Helmut Paschlau
Zitieren
#8 Norbert Ammann 2018-03-02 10:36
Ich glaube hier muss etwas klar gestellt werden: Bei den von der EEA verbreiteten Zahlen handelt es sich um sogenannte "vorzeitige Sterbefälle". Die Menschen sterben z.B. an Herzversagen. Weil die Luft schlechter ist sterben sie statistisch gesehen etwas früher. Um das richtig einzuordnen, sollte man zwei Dinge wissen:
1. Die Lebenserwartung steigt aufgrund vieler Errungenschafte n unserer modernen Zivilisation (bessere Ernährung, medizinische Versorgung, sozialer Situation und viele andere Faktoren - auch Verbesserung der Luftqualität!) unter dem Strich jährlich um rund 3 Monate pro Kopf. Laut EEA ist die Lebenszeit pro Kopf aufgrund Stickstoffdioxi d in der Luft runf 12 Stunden kürzer als sie sein könnte. Feinstaub macht ca. 3 Tage aus. Bei den meisten anderen Luftschadstoffe n hat noch niemand solche Zahlen berechnet.
2. Lebenserwartung und Gesundheit in Städten sind deutlich besser als auf dem Land, trotz mehr Verkehr und Schadstoffen in den Städten. Die Einflussfaktore n auf Gesundheit und Lebenserwartung sind hoch komplex,

Wer's nicht glauben mag, schaut bitte in das Gesundheitsmoni toring Deutschland beim RKI bzw. auf die Daten der statistischen Ämter.
Zitieren
#7 Guenter Elsbett 2018-02-22 08:44
Antwort auf Kommentar von Klaus von Birgelen:

Dass E-Fahrzeuge unter optimalen Bedingungen die Umwelt entlasten können, ist doch unstrittig. Die Frage ist aber, wie es tatsächlich ist - und nicht, wie es vielleicht sein könnte.
Die nichtssagenden Wunschvorstellu ngen für E-Fahrzeuge im FAZIT vom Spektrum vom 4.11.2017, lassen sich leicht mit gleichen Worten in ebenbürtige Wunschvorstellu ngen für Dieselfahrzeuge umschreiben, wenn man das Wort "Elektro" durch "Diesel" ersetzt:

„Dieselautos können in der Zukunft einen erheblichen Beitrag dazu leisten, den Straßenverkehr umweltfreundlic her zu gestalten – mancher findet sogar, es sei die einzige realistische Strategie. Dazu müssen allerdings die Weichen heute richtig gestellt werden: Die Herstellung und der Gebrauch der Dieselmotoren muss effizienter werden, der Kraftstoff zum Fahren sollte aus zusätzlich erschlossenen regenerativen Energiequellen stammen, und Luxuswagen mit besonders großen Motoren sind nicht der beste Weg.
Auf die Dauer muss sich auch die Einstellung der Kunden ändern, mit einem Auto könne man jederzeit mit allem gewünschten Komfort überall hinfahren. Insbesondere sollte die Zahl der gefahrenen Kilometer nicht steigen, weil die anteiligen Kosten und der Effekt für die Umwelt so gering erscheint. Wer auf diese Faktoren achtet, kann schon heute mit einem Dieselauto einen Beitrag zum Umweltschutz leisten.“

Es macht keinen Sinn, E-Mobilität zu schildern wie sie unter optimalen Umständen sein könnte, ohne sie mit anderen Möglichkeiten zu vergleichen, wie diese ebenfalls unter optimalen Umständen sein könnten.

Guenter Elsbett
Zitieren
#6 Willi Kleiner 2018-02-20 11:30
Gerne möchte ich noch auf folgenden Artikel hinweisen:

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/diesel-affaere/bmw-gegen-deutsche-umwelthilfe-wer-manipuliert-hier-15454720.html

Wilhelm Kleiner
Zitieren
#5 Klaus von Birgelen 2018-02-20 09:35
Ihre Behauptungen kann man so nicht stehen lassen. Die Sache ist komplexer – siehe Spektrum vom 04.11.2017.„Wie viele Emissionen setzen Elektroautos wirklich frei“
FAZIT: „Elektroautos können in der Zukunft einen erheblichen Beitrag dazu leisten, den Straßenverkehr umweltfreundlic her zu gestalten – mancher findet sogar, es sei die einzige realistische Strategie. Dazu müssen allerdings die Weichen heute richtig gestellt werden: Die Herstellung und der Gebrauch der Batteriemobile muss effizienter werden, der Strom zum Fahren sollte aus zusätzlich errichteten regenerativen Energiequellen stammen, und Luxuswagen mit besonders großen Motoren und Stromspeichern sind nicht der beste Weg.
Auf die Dauer muss sich auch die Einstellung der Kunden ändern, mit einem Auto könne man jederzeit mit allem gewünschten Komfort überall hinfahren. Insbesondere sollte die Zahl der gefahrenen Kilometer nach dem Umstieg nicht steigen, weil die anteiligen Kosten und der Effekt für die Umwelt so gering erscheint. Wer auf diese Faktoren achtet, kann schon heute mit einem Elektroauto einen Beitrag zum Umweltschutz leisten.“
Link abgerufen am 16.02.18 http://www.spektrum.de/news/wie-ist-die-umweltbilanz-von-elektroautos/1514423

Die deutsche Ökostromquote 2018 nähert sich der 40%-Marke, Tendenz weiter steigend.
siehe Fraunhofer-ISE – Energycharts: https://www.energy-charts.de/ren_share_de.htm?source=ren-share&period=annual&year=all

Bei der E-Auto-Frage sind neben dem wichtigen CO2-Aspekt, weitere lokale Emissionen von Bedeutung, welche die Gesundheit der Menschen vor Ort beeinträchtigen : z.B. Stickoxide und Lärm.

Wir klären am 19.06.2018 in einer eigenen DUA-Veranstaltu ng wie E-Fahrzeuge die Umwelt schon heute mehr entlasten als ein Diesel.
Eines stimmt: Der gesetzliche zulässige Grenzwert für bestimmte Gase ist am Arbeitsplatz tatsächlich höher als im Strassenverkehr oder in der Abluft von Kraftwerken. Finde ich auch absolut nicht in Ordnung.

Klaus von Birgelen
Zitieren
#4 Sylvia Hladky 2018-02-20 09:28
Die Aussage, dass der Dieselmotor zur Einhaltung der Klimaziele erforderlich ist, ist falsch. Eine neue Studie des ICCT belegt das Gegenteil, siehe unten und www.theicct.org
Auszug aus dem Bericht des International Council on Clean Transportation vom
Januar 2018:
GERINGERER BEITRAG ZUM KLIMASCHUTZ
Zwar haben Diesel-Pkw gegenüber Benzinfahrzeuge n einen geringeren Verbrauch.
Dieser liegt jedoch vor allem im höheren Energiegehalt von Dieselkraftstof f begründet.
Ein deutlicher Vorteil des Diesels beim Klimaschutz ist jedoch nicht gegeben, wie die
folgenden Punkte deutlich machen:
»» Beim Verbrennen eines Liters Diesel entsteht nicht nur mehr Energie als bei Benzin,
sondern gleichzeitig auch eine höhere Menge des klimaschädliche n Kohlendioxids
(CO2), da der Kohlenstoffante il im Dieselkraftstof f höher ist. Der Vorteil eines Dieselfahrzeugs hinsichtlich CO2 ist daher deutlich geringer, als ein Blick auf den Kraftstoffverbr auchsuggeriert.
»» Im Durchschnitt emittiert ein Diesel-Pkw heute in etwa 15% weniger CO2 als ein
konventionelles Benzinerfahrzeu g derselben Größenklasse. In der Summe über alle
Fahrzeugklassen hinweg liegen die CO2-Emissionen für Diesel-Pkw in Deutschland
jedoch bei 131 Gramm pro Kilometer (g/km) und damit etwas höher als für Benzinfahrzeuge
(130 g/km). Oftmals wird der niedrigere Verbrauch von Dieselfahrzeugen
durch die Wahl eines größeren Fahrzeugtyps, eines leistungsstärke ren Motors sowie
von Sonderausstattu ngen (über-)kompensiert.
»» Zudem weisen Diesel-Pkw im realen Alltagsbetrieb eine höhere Abweichung gegenüber
den offiziellen Angaben zu Kraftstoffverbr auch und CO2-Emissionen auf, als
dies für Benzinfahrzeuge der Fall ist3.
Sylvia Hladky
Zitieren
#3 Willi Kleiner 2018-02-20 09:03
Es ist sehr überraschend und völlig unakzeptabel, dass die „Umweltakademie “ einem dubiosen und primär kommerziell orientiertem „Abzockverein“ wie die „Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH)“ mit der Organisation des u.g. Vortrages, die Bühne für dessen Politik bereiten will!
Herr Resch ist ja bekannt für seine Aktionen, sich profilneurotisc h und polemischer unsachlicher Art in den Vordergrund zu spielen; Ein Beispiel ist der Dieselskandal, der seinerzeit von der EPA und CARB aufgedeckt wurde und die DUH in Trittbrettfahre rmanier aufgesprungen ist.
Ein weiteres Beispiel war der untaugliche Versuch der DUH, der BMW-AG zu unterstellen, schmutzige Dieselmotoren mit Abschalteinrich tung in den Markt zu bringen. Eine Untersuchung mit Gutachten des unabhängigen TÜVs hat das Gegenteil bewiesen, leider keine Stellungnahme dazu mehr von der DUH.
Die Liste ließ sich beliebig fortsetzen.
Wenn die Umweltakademie ihre Glaubwürdigkeit nicht aufs Spiel setzen will, sollte sie diesen geplanten Vortrag nicht organisieren.

Willi Kleiner
Zitieren
#2 Dr. Helmut Paschlau 2018-02-16 08:42
Apropos „Glaubenskrieg“ : Nachdem nun auch die augenscheinlich en Folgen des wissenschaftlic h längst eindeutig bewiesenen Klimawandels nicht mehr zu leugnen sind, hört man immer weniger von den „Klimakriegern“ ; den nachweislich von der us-amerikanisch en Ölindustrie bezahlten lautstarken Leugnern einer von Menschen gemachten Erderwärmung. Kommen nun die „Dieselkrieger“ , bezahlt von VW, Daimler & Co.?

Kennen Sie den: „Was ist der Unterschied zwischen Affen und Menschen, die mit Dieselgasen beaufschlagt werden? Beide sterben. Aber bei Affen ist der öffentliche Aufschrei größer“. Nur: Dieser zynische Witz übersieht das Faktum, dass pro Jahr fast 13.000 Menschen in Deutschland an Stickoxiden sterben.

Ohne dass Städte und Gemeinden die zur Gesundheit der Menschen erlassenen gesetzlichen Grenzwerte u.a. bei Stickoxiden einhalten – München lässt grüßen! Selbst ein gerichtliches Zwangsgeld ignoriert der Freistaat Bayern. Von Amtsgerichten, über Oberlandesgeric hte bis – jetzt dann am 22.02. – zu Bundesrichtern, die bislang allen Klagen der Deutschen Umwelthilfe Recht gaben (die DUH hat keine einzige Klage verloren!) – alle auf einen „Abzockerverein “ hereingefallen? !

Darüber darf man, nein, muss man in einer DUA-Veranstaltu ng vortragen und diskutieren!! Es gehört zur 26-jährigen Tradition der DUA, dass auch „heiße“ Eisen angepackt werden. Und das wird so bleiben.

Den passenden Artikel finden Sie in der ZEIT online Ausgabe vom 07.02.2018: http://www.zeit.de/2018/07/juergen-resch-fahrverbote-diesel-betrug/komplettansicht

Dr. Helmut Paschlau
Zitieren
#1 Günter Elsbett 2018-02-08 15:42
Das derzeitige Diesel-Bashing gleicht schon einem Glaubenskrieg, den man auf unsinnige Statistiken gründet, mit denen man alles beweisen kann.

Statistisch gesehen verschmutzt ein Elektroauto in Deutschland beim heutigen Strommix (zu 2 Dritteln aus fossilem Öl, Stein- und Braunkohle und Atomkraft) die Umwelt wesentlich mehr als ein moderner Diesel. Statistisch gesehen sterben in Ländern mit wenig Dieselfahrzeuge n die Menschen viel früher, als in Ländern in denen es viele Dieselautos gibt. Statistisch gesehen hält man sich auf einer verkehrsreichen Straße viel kürzer auf, als am Arbeitsplatz, für den 10-mal höhere Stickoxidgrenzw erte für gesund gehalten werden. Hallo?

Der Diesel hat sich in sog. hochentwickelte n Ländern als ein Segen erwiesen und nicht als Fluch. 100% aller Lastwagen haben Dieselmotoren – nicht weil man statistisch damit mehr Menschen umbringen kann als mit Benzinmotoren, die viel mehr Sprit verbrauchen und CO2 erzeugen, sondern weil es nichts Besseres gibt. Es gibt keine sparsamere und umweltfreundlic here Antriebstechnik als den heutigen Dieselmotor, solange Strom nicht überwiegend aus regenerativer Energie erzeugt wird. Statt die Technik der Dieselmotoren (die heute, wenn sie auf neuestem Stand ist, schon fast stickoxidfrei ist) weiter zu verbessern, wird hier mutwillig von blindwütigen Umwelt-Gurus, kriminellen Automobilmanage rn und ahnungslosen Politikern das Image einer großartigen Ingenieursleist ung zerstört, ohne das eine echte Alternative verfügbar ist, die ganz schnell – wenn man sie in großem Stil einführen würde – unendlich viel größere Probleme aufwerfen würde; aber darüber muss man sich ja heute noch keine Gedanken machen: Hauptsache man verbannt erst mal die Autos aus der Stadt und wundert sich dann, dass immer noch Menschen sterben – wahrscheinlich weil sie ins Krankenhaus laufen müssen.
Zitieren

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren

Auszeichnungen

Bayerische Klima-Allianz PHINEO Wirkt Siegel http://www.un-dekade-biologische-vielfalt.de/ Umweltbildung Bayern UN_Dekade_Offizielles Projekt_2014BNE-Auszeichnung www.landesstiftung.bayern.de

↑ nach oben

Copyright © 2018 www.die-umwelt-akademie.de. Alle Rechte vorbehalten.
Initiative Transparente Zivilgesellschaft