Veranstaltungen Ausblick

Ob Vortragsveranstaltung, Podiumsdiskussion, Exkursion, Filmvorstellung, Round-Table- oder  Kamin-Gespräch: Hier informieren wir Sie aktuell über die kommenden Veranstaltungen zu allen Themenschwerpunkten.

Referent: Sepp Eisenriegler
Moderation: Helmut Schmidt, Vorstand Umwelt-Akademie München e.V.
Zeit: Donnerstag, 14.5.2020, 19 Uhr
Ort:
Zukunftssalon, Oekom-Verlag, Waltherstr. 29, München

Vortrag und Diskussion

Der Konsum von Elektrogeräten und damit auch der Anfall von Elektroaltgeräten (EAG) nimmt stetig zu. Gleichzeitig nimmt die Nutzungsdauer von Elektroherden, Waschmaschinen bis hin zu PCs und Smartphones ständig ab. Nach neuesten Erhebungen fallen derzeit in Deutschland jährlich rund 22 kg EAG pro Person an. Vor 5 Jahren ging man noch von 15 kg aus. Die Vereinten Nationen wie auch die EU-Kommission rechnen damit, dass sich die Mengen an Elektrogeräten bis zum Jahr 2050 mehr als verdoppeln wird.

Viele Geräte werden schon nach einer relativ kurzen Nutzungsdauer durch neue Geräte ersetzt, da diese Geräte zusätzliche Funktionen enthalten, die Reparatur des Altgerätes nicht möglich oder zu teuer ist, für die alten Geräte keine Ersatzteile oder keine Reparaturanleitungen zur Verfügung stehen. Nicht immer werden die Altgeräte fachgerecht entsorgt. Die Bilder von brennenden afrikanischen Deponien mit Jugendlichen, die in hochgiftigen Abgaswolken stehen, sind allseits bekannt  (Welcome to Sodom!).

Nach neuesten Erhebungen liegen etwa 125 Mio. Althandys in den häuslichen Schubladen. Das ist zwar bei einem Durchschnittsgewicht von 100 g/Handy mengenmäßig eine überschaubare Größe, allerdings wird dabei verkannt, dass für die Herstellung von einem Handy rund 75 kg Rohstoffe verarbeitet werden müssen.  D.h. der Ressourcenbedarf der 125 Mio. Althandys entspricht fast 10 Mio. Tonnen Rohstoffe. Hinzu kommt, dass in den Althandys wertvolle Edelmetalle enthalten sind und zwar in deutlich größeren Mengen als in der Natur: So enthält 1 Tonne Althandys ca. 250 g Gold, während eine Tonne Golderz nur ca. 5 g Gold enthält. Und oftmals ist die Gewinnung der Rohstoffe mit erheblichen Umwelt- und Klimabelastungen verbunden.

Bezüglich der Nutzungsdauer ist auch von Interesse, ob die Geräte mit einer geplanten Obsoleszenz konstruiert worden sind oder ob eine frühzeitige Obsoleszenz fahrlässig in Kauf genommen wird. Eine Untersuchung des Umweltbundsamtes (UBA) zu dieser Thematik kam zwar zu dem Ergebnis, dass eine geplante Obsoleszenz nicht nachgewiesen werden könne. Allerdings bemängeln Kritiker dieser Untersuchung, dass diese Überprüfung sehr oberflächlich und nicht umfassend durchgeführt worden sei. Nach dem Motto „Länger nutzen statt öfter kaufen“ treibt unser Referent Sepp Eisenriegler seit vielen Jahren die Reparaturdienstleistung als aktiven Beitrag zur Abfallvermeidung und Ressourcenschonung voran. Bereits 1998 gründete er das Reparatur- und Servicezentrum R.U.S.Z. in Wien. 1999 folgte die Gründung des Wiener Reparaturnetzwerkes, bei dem er federführend tätig war. Sepp Eisenriegler über ein 40-jähriges Erfahrungswissen auf dem Gebiet der Reparatur von Elektrogeräten. Er engagiert sich intensiv dafür, dass das Motto „Länger nutzen statt öfter kaufen“ in die Realität in Wien und ganz Österreich umgesetzt wird. Darüber hinaus ist er auch auf EU-Ebene tätig; z.B. bei der Weiterentwicklung der Ökodesign-Richtlinie.

Für sein außerordentliches Engagement auf dem Gebiet des Ressourcenschutzes und der Abfallvermeidung hat Sepp Eisenrieglier im vergangenen Jahr das Goldene Verdienstzeichen des Landes Wien erhalten. Er ist Autor des Buches „Konsumtrottel – Wie uns Konzerne abzocken und wie wir uns wehren“. Er wird aufzeigen, dass die geplante Obsoleszenz sehr wohl hätte nachgewiesen werden können. Außerdem wird er darlegen, was seitens der Politik auf europäischer und nationaler Ebene erfolgen muss, um den Ressourcenbedarf bei kritischen Metallen zu senken.

Wir bitten um Anmeldung unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Referenten:
Dr. Carl-Friedrich Eckhardt, München, Mitarbeiter der Strategie Urbane Mobilität der BMW Group
Dr. Winfried Maria Wolf, Berlin, Autor mehrerer Bücher zum Verkehr, zuletzt "Mit dem Elektroauto in die Sackgasse", Promedia 2019

Moderation: Frank Sprenger, München, Geschäftsführer von fors - Strategieberatung für Nachhaltigkeit

Korrektur: Die Veranstaltung findet Montag, 16.3.2020, 19-21 Uhr, statt.

Ort: Bildungszentrum der Münchner Volkshochschule, Einsteinstr. 28, München

Gespräch und Diskussion

Elektromobilität sei der Schlüssel zur Energiewende im Verkehr, heißt es. Nach einem sehr verzögerten Anlauf - man erinnert sich an Merkels Versprechen von 2009 für 1 Million Elektro-Autos - scheinen Politik und Industrie nun ernst machen zu wollen. Mit Kaufprämien von Staat und Herstellern, Ausbau der Ladeinfrastruktur und Bevorzugung im Stadtverkehr soll der Turn-Around eingeleitet werden. Aber sind batteriegetriebene Autos wirklich die Lösung unserer Verkehrsprobleme, die Antwort auf die Klimakrise? Oder führen sie in eine Sackgasse, beschleunigen sogar den Klimawandel? Wir wollen das Thema Elektromobilität mit Vertretern zweier unterschiedlicher Positionen diskutieren.

Mit dem Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität hatte die Bundesregierung vor 11 (!) Jahren versprochen, einen Paradigmenwechsel im Verkehrs- und Energiebereich einzuläuten: die "Elektrifizierung der Antriebe sei eine ganz wesentliche Stellschraube für eine zukunftsfähige Mobilität" hieß es. Als erstes Etappenziel sollten 1 Million Elektro-Autos auf die Straße gebracht werden - bis 2020. Dieses Ziel werden Politik und Industrie verfehlen: Aktuell fahren in Deutschland rund 400.000 E-Autos, davon aber nur 83.000 reine E-Autos, 341.000 sind Hybrid-Fahrzeuge - bei einem Gesamtbestand von 47.100.000  Pkw.

Seit dem vergangenen Jahr scheint es so, als wollten Politik und Industrie mit der Förderung der Elektromobilität für den Verkehrs- und Energiebereich nun endlich einen Paradigmenwechsel einleiten: im Klimaschutzprogramm der Bundesregierung vom Oktober 2019 wird eine Verlängerung der staatlichen Kaufprämie für Elektrofahrzeuge, eine stärkere Förderung kleiner Fahrzeuge, eine Senkung der Dienstwagensteuer für die Nutzung von batterieelektrischen Fahrzeugen und ein Ausbau der Ladeinfrastruktur angekündigt. Die ab 2021 geltende neue CO2-Bepreisung im Verkehr soll den Umstieg auf Elektorautos attraktiver machen. Auch von Seiten der deutschen Autoindustrie sind neue strategische Ziele zu vernehmen. VW-Chef Diess kündigte an, sein Konzern wolle mit seiner E-Offensive und einem milliardenschweren Infestitionsprogramm den Output an E-Autos signifikant steigern und damit die ab 2021 geltdenden sehr viel strengeren CO2-Grenzwerte einhalten. BMW verfolgt ein umfassendes Konzept für nachhaltige und zukunftsweisende Mobilität, das auf visionäre Elektrofahrzeuge und Mobilitätsdienstleistungen und inspirierendes Design setzt.

Die Kritiker der Elektromobilität dagegen sagen, batteriegetriebene Autos seien ähnlich problematisch und das Klima schädigend wie herkömmliche Pkw. Die reine CO2-Bilanz eines E-Pkw sei im Vergleich zu einem Benzin- oder Diesel-Pkw maximal um ein Viertel günstiger – wenn der gesamte Lebenszyklus des Autos betrachtet wird. E-Autos seien zudem zum großen Teil Stadtautos und Zweit- und Drittwagen. Technische Aspekte wie Reichweite, Ladedauer und Ladestrukturen sprechen für diese Verwendung. E-Autos seien daher auf absehbare Zeit Mobilitätsmittel für den gehobenen Mittelstand, für Leute, in deren Haushalt es einen Zweit- und Dritt-Pkw gibt und die über eine Garage oder Carport mit Wallbox verfügen. Damit seien E-Pkw ein neuer Beitrag, um die Pkw-Dichte weiter zu erhöhen und dies ausgerechnet dort, wo Pkw besonders schädlich sind: in den Städten.

Zur besseren Planung der Veranstaltung bitten wir um Anmeldung unter: www.mvhs.de/programm/mensch-politik-gesellschaft/kommunalpolitik-stadtentwicklung.19161/K110318

Eine Veranstaltung in Kooperation mit:

 

 

Dienstag 18.02.2020

Ort: Der Veranstaltung geht eine Sammelaktion von Zigarettenstummeln voraus. Bitte bringen Sie deshalb für diese Aktion alte Plastiktüten und Gartenhandschuhe mit.

18:00 Uhr: Treffpunkt Aufräumaktion - Sammeln von Zigarettenstummeln
Eisbachbrücke (neben: Haus der Kunst, Prinzregentenstraße, 80538 München)

19:00 Uhr: Anschließende Veranstaltung - Vorträge und Podiumsdiskussion
GLS Bank, Bruderstraße 5A, 80538 München
Zur Besserung Planung der Veranstaltung bitten wir um Anmeldung unter folgendem Link: https://veranstaltungen.gls.de/nfuseabnsim


Referenten:
Alexa Dehmel, Mitgründerin & Geschäftsführerin Bartenstein Academy
Helmut Schmidt, Werkleiter AWM a.D., Vorstand Umwelt-Akademie e.V.
Sebastian & Alexander Schwainberger, Geschäftsührer WAU Surfboards
Michael Austermühle, Country Manager Germany and Austria Patagonia

Die Veranstaltung beginnt mit einer "Aufräumaktion" entlang des Weges von der Eisbachwelle, dem legendären Münchner Surf Spot, zum Veranstaltungsort. Dabei werden Zigarettenstummel aufgesammelt. Wie diese durch Upcycling zu Surf Boards werden können, zeigen die Gründer von Wau Surfboards bei der sich anschließenden Veranstaltung.

Auch wenn im voralpenländischen München gesurft wird, ist dieser Sport vor allem mit den Stränden von Kalifornien, Hawaii und Indonesien assoziiert. Die Verschmutzung der Weltmeere mit Plastik macht vor diesen Surf Spots nicht halt, landen doch jedes Jahr weltweit acht Millionen Tonnen Plastik in den Meeren. In ihnen schwimmt bis zum Jahr 2050 - gemessen am Gewicht - mehr Kunststoff als Fische, sollte sich daran nichts ändern. Die Fakten sprechen für sich:

  • Jede Minute landet ein Müllwagenladung Kunststoffen in den Weltmeeren.
  • Nur 5 Prozent des weltweiten Kunststoffs wird weltweit recycelt.
  • Im Pazifikwirbel gibt es sechs Mal mehr Plastik als Plankton.
  • 80 Prozent des Meeresabfalls besteht aus Plastik.
  • Plastik ist nicht biologisch abbaubar und teilt sich in kleine Partikel auf.
  • Geschätzte 5,52 Billionen Kunststoffpartikel schwimmen in den Weltmeeren.
  • Es gibt einen Müllteppich aus Plastik im Pazifik, der dreimal so groß wie Frankreich ist.

Vielfach dient Plastik als Verpackung. Doch auch unsere Kleidung besteht häufig aus synthetischen Mikroplastiken, die durch das Waschen der Kleidung letztlich in den Ozeanen und dann wiederum in unserer Nahrungskette enden. Kann also Sport- und Funktionsbekleidung und können Sportarten wie zum Beispiel Surfen überhaupt nachhaltig sein? Dieser Frage soll im Rahmen der Veranstaltung nachgegangen werden. Dabei werden auch Materialien in den Blick genommen, die im Bereich "Upcycling" und in der Kreislaufwirtschaft Anwendung finden. Doch es müssen nicht nur Wege gefunden werden, Plastik zu recyclen. Wir müssen auch unsere gesamte Denkweise ändern. Deshalb fragen wir, was wir ganz lokal in München, mitten in unserer Stadt, tun können. Zudem lernen wir lokale Hersteller und Anbieter aus dem Bereich Surfen und Sportbekleidung kennen, die rund um das Thema Plastik nach zukunftsweisenden Lösungen suchen.

Es moderiert Juliane Kahl, Vorstand "Die Umwelt-Akademie e.V."

Eine Veranstaltung der Umwelt-Akademie e.V. in Kooperation mit: Bartenstein Academy, #CleanUpMunich, GLS Bank, Patagonia, rehab republic e.V., WAU Surfboards

 



 

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