Stellungnahmen

Auf den Grund geblickt!

Jedes Mitglied unseres Vorstands verfügt über sehr fundiertes, spezifisches Fachwissen und auch bei unseren Referenten handelt es sich um ausgewiesene Experten. Die kontinuierliche Auseinandersetzung mit aktuellen Entwicklungen und diskussionswürdigen Trends ist demnach selbstverständlicher Bestandteil unserer täglichen Arbeit. Die entsprechenden Stellungnahmen und Diskussionsbeiträge stellen wir Ihnen hier zur Verfügung. 

Weitblick hätte Vieles vermeiden können.

„Neues zerstört Altes“: Das ist die inhärente Furcht jedes Konzernmanagers. Microsoft zerstörte IBMs PC-Bereich, Apple nahm Microsoft die Marktführung und Google und Samsung werden vielleicht Apple eines Tages in eine Krise führen. Das ist der klassische Wandlungsprozess, den jeder erfahrene Manager fürchtet. Denn Neues gedeiht nicht in alten Strukturen, die Alten sind zu mächtig. Diese Erfahrung ist alt. Und so versuchten auch die Manager von E.on, die Gefahren durch die Erneuerbaren Energien wegzudrücken. Das alte Konzept war ein Konzept der großen Zentralen, der Atomkraftwerke und der Kohlekraftwerke, zwar vor Jahrzehnten entstanden aus dem regionalen Ansatz, aber der konnte mit Großkraftwerken nicht konkurrieren. Die großen zentralen Kraftwerke mit ihren enormen Netzverteilern bestimmten nun drei Jahrzehnte das Bild.

Aus diesem Geist heraus versuchten E.on und andere, neue „Zentren“ zu schaffen, wie zum Beispiel die großen off-shore-Windparks oder desertec, und mit diesen Konzepten die alten Strukturen der europaweiten Netze und großer Zentralpunkte zu erhalten. Aber das ging schief. Zu stark sind die Vorteile der Regionalisierung der Erneuerbaren Energien. Auch der Gesetzgeber half, übrigens im Auftrag der Energiekonzerne: Er entzog den großen Solarparks die Einspeisezusicherung, um konkurrierende Zentren der neuen Art zu verhindern. Zahlreiche hochwirtschaftliche Solarpark-Projekte oberhalb 10 MW mussten damit aufgegeben werden.

Nun also die Einsicht, zumindest bei E.on. Es nützt nichts mehr, den Siegeszug der Erneuerbaren Energien zu negieren. Akzeptiert man ihn aber, dann ist die Teilung von Konzernen wie E.on eine logische Konsequenz. Denn damit entsteht ein unabhängiger und auf die neue Zeit ausgerichteter Konzern und es verhindert, dass ein Niedergang der alten Strukturen durch die Belastungen der Stilllegungen von Kohle und Atom das Neue mit hineinreißt. Nun zu klagen, dass damit E.on sich der Last der Abbaus der Atomkraftwerke entledigt, ist falsch. Denn diese Last bleibt den alten Strukturen erhalten. Und es nützt für einen erfolgreichen Weg der Neuen Energien nichts, sie durch diese Altlasten zu gefährden.

Ob nun die gebildeten Rückstellungen reichen oder nicht, wird man sehen. Jedenfalls ist diese Frage unabhängig davon, ob diese Zahlen richtig sind. Denn wenn sie nicht ausreichen und man  als logische Konsequenz eine Insolvenz erzwingen würde, dann reißen Sie die neuen Energien wenigstens nicht mit in den Abgrund.

Wenn eine Insolvenz, dann wird der Steuerzahler einspringen müssen. Bis dahin allerdings garantiert der Erlös der weitgehend abgeschriebenen Kohlekraftwerke und der unverändert wichtigen Gaskraftwerke, dass es eben nicht der Steuerzahler ist, der am Schluss die enormen Kosten der Fehler vergangener Jahrzehnte bezahlen muss. Insofern  ist die Teilung von E.on ein strategisch richtiger Schritt.

Nun bleibt zu hoffen, dass gutes Management das klassische Geschäft mit großen Anlagen einigermaßen erfolgreich hält und der nun selbstständige Teil der Erneuerbaren Energien durch seine neue Freiheit zu einem starken Partner der Kommunen, der Industrie und letztlich des Verbrauchers wird. Denn große Erfahrung hat man in beiden durch die Teilung entstehenden Firmen, die Altvorderen hatten nur deren Nutzung für die Neuen Energien blockiert. Ein typisches Beispiel übrigens, dass kurzsichtiges Handeln unter Vernachlässigung der Gebote der Nachhaltigkeit sich irgendwann auch für große Konzerne unheilvoll auswirkt. Die E.on-Aktie, die ja auch viele Kommunen und Pensionsfonds als bisherigen Blue Chip halten, hat durch diese Kurzsichtigkeit schon die Hälfte ihres Wertes verloren, immerhin die Hälfte, ein Verlust von mehr als 40 Milliarden. Weitblick hätte dies vermeiden können.


Vortrag anläßlich des Klimaherbstes 2014 am 22. Oktober 2014

Referentin: Susanne Darabas, Rachel Carson Center for Environment and Society


Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde des Münchener Klimaherbstes,

unser Plan für heute ist, dass ich kurz in die Thematik einführe, um die es in der Veranstaltungsreihe des Münchner Klimaherbstes genauso geht, wie in unserer heutigen Filmvorführung und der anschließenden Diskussion mit Ihnen, die Sie erfreulicherweise heute so zahlreich zu dieser Veranstaltung im Zeichen des Klimawandels erschienen sind.

Wir werden heute zusammen in den Genuss eines Films kommen, der die Bemühungen einer NYer Familie um ein klimaneutrales Leben zum Inhalt hat. Daran wollen wir gerne – Ihre Bereitschaft und Ihr Interesse vorausgesetzt – eine kleine Diskussion anschließen, in der wir uns gegenseitig austauschen
können und in der auch widersprüchliche Meinungen gefragt sind. Um die teilweise komplexen und faktenlastigen Themen besser zu veranschaulichen und die
Möglichkeit zu weiterführenden Informationen zu bieten, habe ich für Sie Broschüren ausgelegt und Poster ausgehängt, die Sie bei Bedarf fast alle kostenlos bei den jeweiligen Behörden und Institutionen oder NGOs downloaden oder bestellen können – die Prints entstammen meinem Privatarchiv oder der Präsenzbibliothek des RCC und möchten diesen gerne auch wieder zugeführt werden – natürlich sind Sie vorher herzlich eingeladen, einen Blick hineinzuwerfen.

Zum vollständigen Vortrag: Klicken Sie hier

Statement zu einer öffentlichen Diskussion bei der die Inhalte zu wenig bekannt sind.
Von Franz Josef Radermacher

Das geplante Transatlantische Freihandelsabkommen (engl. Trans-Atlantic Free Trade Agreement, TAFTA) oder auch Freihandels- und Investitionsabkommen (engl. Transatlantic Trade and Investment Partnership, TTIP) verdient große Aufmerksamkeit. Europa ist mit den USA sehr eng verbunden. Wir teilen gemeinsame Werte, arbeiten in Fragen der Sicherheit eng zusammen und betreiben einen intensiven wirtschaftlichen Austausch. Zusammen sind wir der „Westen“; ein Freihandelsabkommen würde den bezüglich der Wirtschaftsleistung größten offenen Markt der Welt erzeugen. Hinter einem Freihandelsabkommen steht eine ökonomische Grundposition, die auf David Ricardo zurückgeht, dass nämlich das Zusammengehen von Partnern in größeren Märkten letztlich den Wohlstand erhöht. Auf der Ebene der Arbeitsteilung zwischen Individuen gilt entsprechendes. In der Literatur ist dies das Thema der komparativen Kosten, zwischen Staaten die Erweiterung der möglichen Faktorkombinationen.

von Jörg Schindler

Die Beschäftigung mit der Vision einer postfossilen Welt ist eine Notwendigkeit

Was sind die Probleme unserer heutigen Energieversorgung? In aller Kürze lassen sich die strukturellen Mängel der heutigen Energieversorgung so beschreiben: sie ist nicht nachhaltig, weil sie im Wesentlichen auf der Nutzung nicht erneuerbarer fossiler oder nuklearer Energiequellen beruht; sie ist nicht zukunftsfähig, weil sie durch das Verbrennen von Kohlenstoff die Atmosphäre belastet und das Klima aufheizt; sie ist nicht gerecht, weil nur ein kleiner Teil der Weltbevölkerung den größten Anteil am Energieverbrauch hat; sie ist außerdem nicht gerecht, weil der Energieverbrauch der gegenwärtig lebenden Generation die Chancen der kommenden Generationen mindert. Das fossile Zeitalter geht seinem Ende entgegen, es wird nur wenige Jahrhunderte gedauert haben. Wir stehen gerade am Beginn der Transition in eine postfossile Welt. Es ist daher nicht verfrüht, sich gedanklich mit der postfossilen Welt zu beschäftigen. Es stellt sich die Frage, wie diese aussehen wird. Wird alles wieder so sein, wie in der praefossilen Zeit? Wird es doch anders sein? Was sind die Gründe dafür, dass es anders sein wird und welche Strukturen können wir heute schon erkennen?

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Der Blick von außen
von Dr. Ing. Peter H. Grassmann

Der Fortschritt in Computer-Simulation und Mathematik führte auch Finanzprodukte zu neuer Komplexität mit oft nur von Experten verstandenen Verknüpfungen. Viele Finanzprodukte waren plötzlich nicht mehr transparent, ihre Qualität und ihre Risiken, also ihr fairer und „ehrbarer“ Wert von der Mehrzahl der Finanzdienstleister nicht mehr beurteilbar. Sie waren auf Treu und Glauben und die Ehrlichkeit der Information durch die Emittenten angewiesen.

Eine ideale Situation für manche Kreise, der Versuchung unlauterer Vorteile zu erliegen. Die zurückliegende Finanzkrise war die Folge. Aber es war mehr als nur „Gier nach Boni“, es war eine gruppendynamische Verirrung, die von der sozialpsychologischen Wissenschaft ausführlich analysiert wurde.

Sieben „Triebkräfte“ kamen zusammen (1):

  • Überhöhte Boni erzeugen unkontrollierte „Gier“
  • Schnelle Erfolge fördern kurzfristiges Denken
  • Belohnende Verhaltensmuster werden wiederholt
  • Herdentrieb – man folgt den Erfolgreichsten
  • Gruppendenken erzeugt Gruppendruck
  • Verantwortungsdiffusion und pluralistische Ignoranz durch Institutionenvielfalt
  • Verdrängen von Inkompetenzgefühlen

 

von Dr. Helmut Paschlau, Mitglied des Vorstands

Das Praxisbeispiel soll zeigen, dass und wie wir, Die Umwelt-Akademie e.V., mit einem bundesweit einzigartigen Projekt über Umweltthemen kommunizieren, Konflikte aufgreifen und bearbeiten: „Ein authentisches und außergewöhnliches Projekt im Bereich Klimaschutz, das alle an der Energiewende beteiligten Akteure zusammenbringt und einen reflektierten, wertschätzenden Austausch ermöglicht“, so die Auszeichnung mit dem „Wirkt!“-Signet der PHINEO gAG. 2011 – 2013 hatten wir etwa 40 Veranstaltungen, 400.000 Kontakte, 4.000 TeilnehmerInnen.

Grundlage unserer Arbeit sind der Bericht des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung zur Globalen Umweltveränderung (WBGU) „Die Welt im Wandel – Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation“ (2011) und der Bericht der Ethikkommission Sichere Energieversorgung „Deutschlands Energiewende – ein Gemeinschaftswerk für die Zukunft“ (2011). Wir verstehen „Energiewende“ nicht als technisches, sondern als zivilgesellschaftliches Problem der nächsten 30 Jahre; begründet mit dem menschengemachten Klimawandel, der Notwendigkeit zur Ressourcenschonung  sowie  zur Umkehr zu einer nachhaltig wirtschaftenden Gesellschaft.  

Auszeichnungen

Bayerische Klima-Allianz PHINEO Wirkt Siegel http://www.un-dekade-biologische-vielfalt.de/ Umweltbildung Bayern UN_Dekade_Offizielles Projekt_2014 BNE-Auszeichnung www.landesstiftung.bayern.de

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