Die „Umwelt-Nana“ als Ehrung der Umwelt-Akademie an Personen, die sich im Bereich Umwelt und Nachhaltigkeit in herausragender Weise verdient gemacht haben, wurde dieses Jahr an Frithjof Finkbeiner verliehen.



v.l.n.r. Paul Greineder, Dr. Peter Grassmann (beide Vorstand Umwelt-Akademie), Preisträger Frithjof Finkbeiner

Auszug aus der Laudatio Peter Grassmann an Frithjof Finkbeiner

"Sehr geehrte Damen und Herren, verehrte Jubiläumsgäste,

ich freue mich sehr, heute die Laudatio auf Frithjof Finkbeiner halten zu dürfen. Denn unser beider Engagement für eine nachhaltig stabile Welt ist durch das mahnende Charisma der gleichen Personen geprägt: Franz-Josef Radermacher und Al Gore.

Wobei ich allerdings unser beider Verdienste nicht vergleichen will, denn Frithjof Finkbeiners  Verdienste haben eine völlig andere Dimension. Er hat seit 20 Jahren sein ganzes Leben, seine ganze Schaffenskraft in die Mobilisierung der Welt für eine faire und nachhaltig verantwortungsvoll handelnde Gesellschaft gestellt.

Dies obwohl er seinen beruflichen Weg als erfolgreicher Unternehmer begonnen hat. Akademisch gut ausgebildet in den Wirtschaftswissenschaften, nutzte er die Studienzeit zunächst für Reisen durch die ganze Welt, Afrika, Asien, Indien, teils mit dem Fahrrad und teils sein Geld mit Teilzeitjobs und Praktika verdienend. Aber schon vor dem Abschluss juckte ihn die Selbstständigkeit, seine enorme Energie führte zum Engagement im Baustoffhandel mit rasch wachsendem Erfolg und mit dem Aufbau eines bundesweit verteilten Immobilienvermögens von etlichen Einzelhandels- Hallen.

Dann kam Rio mit seiner unverändert gültigen und unerfüllten Mahnung zur Entwicklung einer weltweit gerechten, einer ökosozialen Weltgesellschaft und in seiner Folge 1994 die Weltbevölkerungskonferenz in Kairo. Und hier war es das charismatische Talent Al Gore, das ihn beeindruckte.

Auch ich hatte ein solches Schlüsselerlebnis, als ich bei den Filmfestspielen von Locarno im August unter freiem Himmel unter vielen 1.000 Zuschauern die europäische Uraufführung von Al Gores Film „Eine unbequeme Wahrheit“ – „An inconvienant Truth“ erlebte und erschüttert auf die mir bekannte Drohung des Klimawandels blickte.

Und auf der Weltbevölkerungskonferenz in Kairo zeigte Al Gore mit gleicher plastischer Kraft, wie im Laufe unseres Menschenlebens die Weltbevölkerung von 2 auf 10 Milliarden Menschen explodieren wird. Auch mich hat dieses Thema immer bewegt, denn diese Explosion ist die Folge der human begründeten Störung der früheren brutalen Gleichgewichte durch weltweite Epidemien, Krankheiten, Kindersterben durch die moderne Medizin. Es ist das Unglück, dass der enorme Fortschritt im Verständnis von Hygiene, Gesundheit und medizinischer Heilung ohne mahnende Gegenkräfte ablief, um das Wachstum der Menschheit im Lot zu halten. Wie jeder im Auditorium weiß, ist es diese Explosion der Weltbevölkerung, die die angenehmen Errungenschaften durch die neuen Technologien und die heutige Energietechnik zur Gefahr für den Globus werden ließ.
Jedenfalls war es dieser beeindruckende Moment der mahnenden Worte von Al Gore damals in Kairo, die bei Fritjof zum Beschluss führte, aus seinem erfolgreichen Unternehmertum auszusteigen und sich einer weltweit ökosozialen Gesellschaftsform zu widmen.

Und es war dann 1999, als er einer Persönlichkeit begegnete, die auch mich stark beeinflusst hat: Franz Josef Radermacher.
Mit ihm zusammen gründete Frithjof die Initiative „Weltvertrag“ und hier beginnt die Wurzel dessen, was Fritjof später den „Global Marschall Plan“ nennt und in 2003 in Form einer Stiftung in eine nicht mehr wegzudenkende Initiative für eine ökosoziale Marktwirtschaft ausbaut.

....Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Frithjof Finkbeiner vererbt sein Talent zu Energie und zu Initiative auch seinem Sohn Felix. Denn natürlich hat der aus den Diskussionen zuhause schon als Kind begriffen, was hier Bedrohliches mit dem Klimawandel abläuft. Erst wenige Monate auf dem Gymnasium in Starnberg als neunjähriger, bereitet er seine Hausaufgabe, ein Referat zu halten, die Idee auf, weltweit Kinder zum Pflanzen von Bäumen anzuregen. Die Lehrerin ist beeindruckt und verbreitet das Manuskript in der ganzen Schule. Aber auch Fritjof ist verblüfft und erkennt, welche enorme Kraft in einer Botschaft liegt, die von Kindern vorgetragen wird. Von denen, die noch unschuldig sind, die noch nicht handeln hätten müssen oder handeln können. Oder doch? Jedenfalls, Fritjof erkennt, dass die Stimme der Kinder weltweit leichter zu verbreiten ist als die Mahnung Erwachsener an uns, die wir ja mitschuldig sind an der Generationenschuld, die sie in unserer Lebenszeit aufgebaut hat. Fridjof gibt den Anstoß und gründet die Initiative „Plant for the Planet“. Felix wird zu einem weltweit begehrten Botschafter, über 1 Million Bäume werden von Kindern gepflanzt, hierbei über die Grundprobleme unserer CO2- erzeugenden Energiewirtschaft aufgeklärt. Zahlreiche Preise für Felix folgen, so auch der im letzten Jahr in der Heiligen Hofkirche vergebene deutsche Kulturpreis. Fast gerätst das große Verdienst von Fritjof in den Schatten. Felix erwartet seine 20. Auszeichnung, wenn ich nur die Wikipedia Liste von Plant for der Planet abzähle.

Deshalb ist es uns als die Umweltakademie eV wichtig, heute das bisherige Lebenswerk und die Initiative des Globalmarschallplan zu ehren und Frithjof Finkbeiner unseren Umweltpreis zu verleihen."
Dr. Peter Grassman, Vorstand